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20 Jahre Schalenbecken – ein Meilenstein feiert Geburtstag

Im Laufe seiner mehr als 120-jährigen Firmengeschichte gelang es Alape immer wieder, die Möglichkeiten des Werkstoffs glasierter Stahl weiter auszureizen und mit innovativen Technologien sowie einer klaren, puristischen Formensprache neue Maßstäbe zu setzen, heißt es vom Unternehmen.

Die Arbeit mit dem extrem belastbaren Material hat Alape stets inspiriert und zu kreativen Höchstleistungen motiviert. Aus dieser Haltung heraus ist auch das Schalenbecken entstanden. Ein Entwurf, der vor zwei Jahrzehnten die Gestalt eines Waschbeckens völlig neu interpretierte und zugleich die Entwicklung des filigranen 3 mm Radius mit sich brachte, der bis heute für viele Alape-Produkte prägend ist, heißt es weiter aus Goslar.

Die Geschichte des Schalenbeckens

Diese beginnt mit einer Recherche des Designers Gerhard Busalt. Er beschäftigte sich mit Emailschüsseln und Krügen, die zur Biedermeierzeit zum Waschen benutzt wurden und aus ca. 1,5 mm dickem Stahl bestanden. So wurde eine Idee geboren, die den Industriedesigner nicht mehr losließ: „Diese Schüsseln und ihre formale Verdichtung auf das Wesentliche haben mich fasziniert und ich habe sie dann mit meinem Entwurf neu interpretiert. Ich habe strenge Formen schon immer geliebt. Insbesondere wenn es sich um ein Produkt handelt, das sich nicht in einem riesigen Umfeld ausdehnen kann. Dann müssen Formen die Lautstärke dieses Objekts zurücknehmen und vereinfachen, aber die Funktionalität hervorheben.“

Beim Entwurf des Schalenbeckens spielte die Bewegung der Hände beim Waschen eine wichtige Rolle: Die Hände nehmen dabei eine Art kugelige Form an. Deshalb entschied sich Busalt beim Design für einen Kugelanschnitt, der ein Drittel einer Kugel abbildet. Diese Entscheidung des Gestalters war von dem Wunsch geprägt die Form nach oben optisch auszuweiten, ein halber Kugelschnitt hätte den Eindruck vermittelt, dass sich die Schale nach oben verjüngt.

Gerhard Busalt war zu diesem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren als freier Mitarbeiter für Alape tätig und bereit die Grenzen des Werkstoffs neu auszuloten. Als er seinen Entwurf 1995 präsentierte, war es üblich, dass die Becken bei der Produktion abgekantet wurden. Darauf wollte Busalt beim Schalenbecken verzichten und die Schale lediglich mit einem Rand versehen, der es erlaubte emailliert zu werden – ein Novum und eine Herausforderung, die Alape annahm.

Es musste ein Weg gefunden werden, die freistehende Kante des Stahls emaillieren zu können. Dabei war entscheidend, dass das Emaillierpulver auf dieser Kante haftet, was bis dahin unmöglich schien. Während der Entwicklung entstand die Idee den C-Schliff, eine Technik aus dem Glasbereich, einzusetzen. So konnte die Oberfläche der Kante vergrößert werden. Auf dieser Grundlage wurde mit verschiedenen Radien experimentiert und das Schalenbecken, mit einer Stahlbreite von nur 3 mm, nach rund 2 Jahren Entwicklungszeit realisiert werden.

Parallel wurde nach einer Lösung gesucht, um den Stahl in die gewünschte Form zu bringen: „ 3 mm zu verformen hat schon eine gewisse Brisanz. Immerhin sind besondere Kräfte dafür nötig. Eine Drückmaschine in der Form gab es nicht. Zwar gab es diverse Beispiele aus der Industrie, aber diese Maschinen stellten vorrangig Lampenschirme her. 3 mm hingegen können nicht per Hand gedrückt werden – hier ist der Einsatz einer Hydraulik unabdingbar. Und damit keine Riefen entstehen, braucht man auf jeden Fall einen Stahlkörper. Kurzum war die Technik des Drückens bekannt, musste aber für den Einsatz der 3 mm Stahlplatten angepasst werden“, erklärt Alape-Design- und Produktmanager Jürgen Kloss, der damals maßgeblich an der Entwicklung des Produkts beteiligt war.

Nach eigenen Angaben ist Alape das erste Unternehmen, dem es gelungen ist, eine ganz saubere, filigrane stahlemaillierte Schale zu produzieren und damit eine grundlegend neue Optik ins Bad zu bringen.

„Zu dieser Zeit war der Markt bestimmt durch Unterbaubecken und Einbaubecken. Die Trägerplatte und der Gesamteindruck des Waschplatzes standen als eine Einheit im Mittelpunkt. Anderes ergibt sich für das Schalenbecken, das sich deutlich abhebt und in den Mittelpunkt des Betrachters rückt. Auch weitere Parameter galt es zu berücksichtigen: Um die genormte Waschplatzhöhe von 90 cm, sprich die Höhe, in der Hände üblich gewaschen werden, beizubehalten, musste die Trägerplatte um die Höhe des Schalenbeckens nach unten gesetzt werden. Es ergab sich also ein völlig neues Erscheinungsbild: Plötzlich waren Becken, Waschtischplatte und Unterschrank nicht mehr auf einer Höhe“, erläutert Jürgen Kloss.

Ein revolutionäres Produkt, das die Branche auf den Kopf stellte und nachhaltig verändern sollte. Alape präsentierte das Schalenbecken zunächst mit einer Wandauslaufarmatur. Die neuartige Waschbeckenform erfreute sich schnell großer Beliebtheit und dementsprechend häuften sich die Anfragen nach Standarmaturen und so wurde auch dieser Industriezweig aufgefordert, Antworten zu finden und die Armaturen entsprechend zu verlängern.

Das Schalenbecken diente als Grundlage für viele weitere Entwürfe, die Alape in den Markt gebracht hat und wird bis heute in verschiedenen Durchmessern produziert. Dazu zählen auch die Lösungen für Kleinst- und Gästebäder, wie Piccolo und Insert, die in Kombination mit Handtuchhaltern und Ablageflächen ganze Waschplätze darstellen.

Zum heutigen Portfolio von Alape gehören Schalenbecken in vielen Formen, Ausführungen und unterschiedlichen Beckenhöhen, wie zum Beispiel die Produktreihe Unisono von sieger design. Mit Hilfe neuer Technologien, wie dem Laserschweißen gelingt es dem Unternehmen stetig darauf aufzubauen und neue Produkte zu entwickeln, bei denen die 3 mm Radien eine entscheidende Rolle spielen, wie etwas in jüngster Vergangenheit auch das Waschplatz-Programm „Folio“ mit seiner filigranen Außenkontur von 3 mm.

Seit 2017 bietet Alape das Schalenbecken in den neuen Oberflächen „Bicolor“ und „Metallic Dark Iron“ an. Runde und ovale 3 mm-Produkte sind für metallische Oberflächen besonders gut geeignet: „Der besondere Charakter der „Metallic Dark Iron“ Oberfläche kommt erst durch die filigranen Radien und Geometrien richtig zur Geltung. Die metallisch glänzende Oberfläche changiert je nach Geometrie und Blickwinkel in Nuancen. Jede Lichtsituation verleiht dem Waschbecken damit einen ganz eigenen Charakter“, sagt Design- und Produktmanager Jürgen Kloss. „Bicolor“ hingegen vereint zwei Kontraste: schwarz/ weiß und matt/glänzend. Die Präzision und Exaktheit des Überganges der beiden Farben verstärkt die filigrane Beschaffenheit der runden 3 mm Becken.

„Das alles hat seinen Ursprung in der Entwicklung dieses Schalenbeckens. Wir nennen das heute hier bei uns „die 3 mm Produkte“, die ja letztendlich alle eine außergewöhnliche Präzision haben. Diese Geometrien sind eben besonders ansprechend und andersartig und das begeistert auch viele Architekturbüros“, resümiert Design- und Produktmanager Jürgen Kloss.

Über Gerhard Busalt

Gerhard Busalt ist seit Anfang der 90er Jahre für Alape tätig. Der renommierte Gestalter ist fasziniert von der Formbarkeit des glasierten Stahls, wie es sich in der Entwicklung der C-Mulde, der Schalenbecken und dem Waschplatz Folio widerspiegelt. busalt design ist ein vielfach ausgezeichnetes Büro für Industriedesign (red dot, IF, design plus, AIT award für Innovationen, good design award) das neben Alape für internationale Marken wie Bosch, Siemens, Neff, Gaggenau und Thermador tätig ist.

www.alape.com

Alape: 20 Jahre Schalenbecken
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