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Afriso wird 150

Das traditionsreiche familiengeführte Afriso blickt auf 150 Jahre Geschichte zurück. Die Urenkel des Unternehmensgründers sagen im Interview: Afriso bleibt auch in Zukunft Partner des Handwerks und Großhandels.

Die Geschichte von Afriso

Die Geschichte von Afriso beginnt im Jahre 1869 in Schmiedefeld (Thüringen) mit Adalbert Fritz. Im Alter von nur 23 Jahren gründet er ein „Unternehmen zum Bau von Thermometern“, das heute weltweit operiert. Im selben Jahr wurde auch der Grundstein von Schloss Neuschwanstein gelegt.

Mit anfangs zwei Glasbläsern und einem Schreiber fertigt er Glasthermometer, Aräometer, Laborglas- und später auch medizinische Glasinstrumente für verschiedenste Industriezweige in Europa und Amerika.

Der Name Afriso

Als Adalbert Fritz 1918 verstirbt, tritt sein Sohn Franz in die Firma ein und übernimmt die Geschäfte. Das Unternehmen firmiert zu „Adalbert Fritz und Sohn“ – aus der Telegrammabkürzung Afriso resultiert der Firmenname und das 1. Firmenlogo entsteht.

Produkte zur Bekämpfung der Lebensmittelknappheit

Im Umfeld der Lebensmittelknappheit in den Nachkriegsjahren des 1. Weltkriegs waren Produkte gefragt, die dazu beitrugen, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern. Afriso lieferte hierzu eine komplette Instrumentenpalette für den Betrieb und die Überwachung von Brut- und Wärmeschränken: Thermometer, Temperaturregler, Feuchtigkeitsmesser, Heizelemente, Ventilatoren, Signalapparate und Prüf-/Kontrollgeräte wie z. B. Eierdurchleuchter, die die Kontrolle der zu bebrütenden Eier vereinfachte.

Eine Innovation verändert Afriso

1924 ist es dann soweit: Eine kleine, dünnwandige, kreisförmige, konzentrisch gewellte Blechscheibe verändert das Unternehmen ganz entscheidend: Zwei Membranhalbschalen bilden eine Kapselfeder, die sich druckabhängig entweder ausdehnt oder zusammenzieht. Diese seinerzeit bahnbrechende Erfindung war die Geburtsstunde des Kapselfedermanometers und Wegbereiter für eine Vielzahl neuer und innovativer Produkte: Feindruckmanometer, Blutdruckmessgeräte und Membran-Temperaturregler wurden die wichtigsten Umsatzträger bis 1945 und für den Neubeginn danach.

1935 investiert Franz Fritz in ein neues Werk zum Frontmotorenbau für Fahrräder. Die benzinbetriebenen Motoren konnten innerhalb weniger Minuten auf ein Fahrrad montiert werden und Geschwindigkeiten von Mopeds erreichen. 1940 wurde der Betrieb enteignet.

Neubeginn nach 2. Weltkrieg

Nach dem 2. Weltkrieg flüchtet Franz Fritz mit seiner Familie auf abenteuerliche Weise aus der thüringischen Heimat, weil von der sowjetischen Besatzungsmacht erhebliche Repressalien zu erwarten waren. Sein 1922 geborener Sohn Georg, der den 2. Weltkrieg als Nachtjäger bei einem Nachtjagd-Flugzeuggeschwader erlebt, verfrachtet in verwegenen Aktionen wertvolles Betriebsinventar über die Grenze. Die Familie lässt sich zunächst im bayerischen Eltmann/Main nieder, doch einen besseren Standort bieten Kleingartach und Güglingen (Baden-Württemberg) und Familie Fritz zieht abermals um. Unter Georg Fritz bricht eine völlig neue Ära an: Aus Druckmessgeräten werden pneumatische Füllstandmessgeräte, überwiegend für Heizöl-Lagertanks, entwickelt.

Es folgen Überfüllsicherungen, Leckwarngeräte und Lecküberwachungssysteme zur sicheren Lagerung von Mineralölprodukten. Afriso wird Marktführer auf diesem Sektor – Technologien und Produkte für den Umweltschutz wurden zum bestimmenden Leitgedanken für das gesamte Produktprogramm. In der Firma selbst beginnt man, alle Prozesse konsequent auf Grundwasserschutz, Ressourcenschonung und Energieeinsparung auszurichten. Zu einem Zeitpunkt also, zu dem das Thema Umweltschutz in Deutschland so gut wie noch gar keine Rolle spielt und von den Medien nur selten kommuniziert wird. Anfang der 1960er Jahre werden auch die ersten Vertriebs- und Produktionsgesellschaften im westlichen Europa gegründet. Durch die Europäisierung wird der Firmenname Afriso zu Afriso-Euro-Index umgewandelt.

Startschuss der Heizungs-Produktpalette

Die Ölkrise 1973/74 verursachte einen tiefgreifenden Umbruch der Weltwirtschaft. Für Afriso wurde die Krise zum Startschuss für die Entwicklung einer breit angelegten Produktpalette für den wirtschaftlicheren und umweltfreundlicheren Betrieb von Heizungsanlagen. Die zunehmende Belastung der Luft durch Schadstoffe aus kohle-, gas- und ölbefeuerten Anlagen wird 1974 in Deutschland zum Auslöser für das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), das die Grundlage zur Luftreinhaltung bildet.

Afriso entwickelt hierfür das weltweit erste elektronische tragbare Rauchgastestgerät: Das RGT 01. Heizungsbauer und Schornsteinfeger waren damit erstmalig in der Lage, schnell und direkt vor Ort in einem Arbeitsgang Öl- und Gasbrenner wirtschaftlich zu überprüfen und zu optimieren. Das Gerät verschafft sich schnell einen guten Ruf als Gerät für Kontroll- und Servicearbeiten. Sein Nachfolgemodell, das RGT 02 G, wird heute noch als Zeitzeuge einer technologischen Innovation in der Sammlung „Kraftmaschinen“ im Deutschen Museum in München ausgestellt.

Der erste Kunststoffverteiler aus einem Stück

1981 gelingt es Afriso als erstem Hersteller, einen kompakten und leichten Kunststoffverteiler „aus einem Stück“ zu fertigen und dabei den hohen Anforderungen von Fußbodenheizungssystemen in puncto Temperaturverträglichkeit, Lebensdauer und Robustheit zu entsprechen. Diese Pionierleistung und das „Umdenken“ am Markt sowie bei den Verarbeitern ist v. a. dem langjährigen Geschäftsführer Günther Blasinger zuzuschreiben, der in den Folgejahren das OEM-Geschäft zu einer eigenen Sparte ausbaut. Afriso produziert und liefert heute Kunststoffverteiler für international führende Systemanbieter von Fußbodenheizungssystemen, Heiz- und Kühlsystemen. SHK-Fachhandwerker verarbeiten seit Jahrzehnten Afriso-Produkte unter dem Namen bedeutender Systemanbieter.

Afriso in 4. Generation

Ab 1986 zieht sich Georg Fritz im Alter von 64 Jahren zunehmend aus dem operativen Geschäft zurück und übergibt die Firmenleitung an seinen Sohn Elmar. 1992 erfolgt dann der Firmeneintritt von dessen Bruder Jürgen Fritz. Seither führen beide das Unternehmen nunmehr in vierter Generation fort. Georg Fritz verstirbt 2004 im Alter von 82 Jahren.

„Da Afriso den Fortschritt im Heizungsmarkt von Beginn an durch eigene Ideen und Produkte mitprägt, kann eine Ausnahmestellung auf dem deutschen Markt eingenommen werden. Bei Handwerkern sind Afriso-Produkte für ihre Qualität und Zuverlässigkeit bekannt und daher sehr beliebt“, erklärt das Unternehmen.

Afriso auf Expansionskurs

1992 – Afriso ist zu diesem Zeitpunkt bereits Anbieter eines Manometer-Vollsortiments für die Haustechnik – wird eine neue Produktions- und Entwicklungsstätte in Amorbach (Bayern) eröffnet. Das neue Werk wird auf die Produktionsanforderungen von Manometern und Thermometern ausgerichtet. Diese Standort-Neuinvestition war die Grundlage für den Aufbau eines hochqualitativen Druckmessgeräteprogramms für industrielle Anwendungen. Nach dem politischen Umbruch in Osteuropa werden ab 1992 von Elmar und Jürgen Fritz die ersten Niederlassungen in Polen, Tschechien, dem restlichen Osteuropa und in Russland eröffnet. In Bukarest entsteht ein weiteres Produktionswerk, das bis heute Messgeräte für Standardanwendungen herstellt.

Die folgenden beiden Jahrzehnte stehen im Zeichen eines stetigen Expansionskurses, z. B. wurden Niederlassungen in Südafrika, China und Indien gegründet. Produktionsfirmen wie Systronik und Gampper werden übernommen und in die Afriso-Gruppe integriert. Die Gruppe umfasst heute 19 Mitglieder mit über 1.100 Mitarbeitern und ist in über 65 Ländern vertreten. In Deutschland bietet Afriso derzeit über 550 Mitarbeitern Arbeits- und Ausbildungsplätze.

Digitalisierung – auch ein Thema bei Afriso

Seit 2012 investiert Afriso in die Digitalisierung von Heim, Hof und Handwerk. Ein paar Beispiele:

  • Mit dem multiprotokollfähigen Afriso-Smart-Home-System können z. B. Handwerker ihren Kunden in puncto Raumklima, Komfort und Sicherheit bedarfsorientierte Lösungen für Wohnungen und Gebäude anbieten. Bereits im Haus vorhandene Smart-Home-Komponenten sind im Nachhinein integrierbar.
  • Mit dem modularen CAPBs Sonden-System sind viele der bereits beim Handwerker vorhandenen Afriso-Handmessgeräte zu Multi-Mehrfachmessgeräten hochrüstbar. Die Kommunikation erfolgt über Bluetooth. Auch Smartphones oder Tablets können anstatt der Handmessgeräte für den Betrieb verwendet und so vorhandene Datenverarbeitungsmöglichkeiten genutzt werden.
  • Auch beim Thema „Luftreinhaltung“ prägt Afriso die derzeitigen Entwicklungen erheblich mit: So überwachen Afriso-Emissionsmessanlagen die Grenzwerte von Abgasreinigungsanlagen, um auf schwerölbetriebenen Hochsee- oder Kreuzfahrtschiffen Schadstoff-Reduktionen bewirken zu können.

Hinter der Firmengeschichte steht eine klar definierte Kunden- und Firmenphilosophie: Diese beruht zum einen auf dem verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt, und zum anderen, Menschen mit ihren Bedürfnissen und Kompetenzen in den Mittelpunkt zu stellen. „Die Unternehmenswerte „Zuverlässigkeit“, „Flexibilität“ und „Unabhängigkeit“ sind dabei nicht nur ein Leistungsversprechen, sondern klare Werte, die jeden Tag mit Leben erfüllt werden. In der traditionsreichen Afriso gilt noch der Handschlag und darauf kann sich jeder verlassen – jeder Kunde, jeder Lieferant und jeder Mitarbeiter“, verspricht das Unternehen.

150 Jahre Afriso-Firmengeschichte

Meilensteine der Afriso-Geschichte

 

Elmar und Jürgen Fritz im Interview

Im Interview erklären die Geschäftsführer Elmar und Jürgen Fritz, die Urenkel des Unternehmensgründers Adelbert Fritz, anlässlich des 150-jährigen Jubiläums, was das Erfolgsrezept von Afriso ausmacht und wie sehr die Wurzeln das Unternehmen bis heute prägen.

Im Alter von gerade einmal 23 Jahren hat Adelbert Fritz im Jahr 1869 das Unternehmen gegründet – Start-Up-Kultur in einer Epoche, in der dieser Begriff noch gänzlich unbekannt war. Inwieweit prägt dieser Mut und Unternehmergeist Afriso bis heute?

Elmar Fritz: Mut braucht es für ein erfolgreiches Unternehmen in jedem Fall – vor 150 Jahren ebenso wie heute. Mit 23 Jahren ein Unternehmen zu gründen, spricht sicherlich für sich. Mut muss aber auch Grenzen haben, etwa wenn Risiken zu groß oder unüberschaubar werden. Ein „Alles oder nichts“ ist für uns nicht vorstellbar, allein schon im Interesse des Unternehmens und der Mitarbeiter. Gleichzeitig ist Fortschritt nur möglich, wenn man weiter mutig vorangeht.

Was sind die wichtigsten Werte, die Afriso über 150 Jahre geprägt haben?

Elmar Fritz: Werte wie Anstand, Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Glaubwürdigkeit, Offenheit und eine gehörige Portion Flexibilität bestimmen unser Unternehmen seit Beginn an. Das mag wie eine Floskel klingen, ist es aber nicht. Im Miteinander mit unseren Mitarbeitern, Kunden, Geschäftspartnern und Lieferanten orientieren wir uns tagtäglich an diesen Maßstäben. Das Miteinander ist entscheidend.

Über die Jahrzehnte hinweg hat sich Afriso immer wieder neu erfunden und weitere Geschäftsfelder erschlossen. Kann das Unternehmen dieser Linie auch in Zukunft treu bleiben?

Jürgen Fritz: Seit 150 Jahren entwickeln und produzieren wir innovative Produkte und bewegen uns auf den verschiedensten Geschäftsfeldern. Auch in Zukunft können die jeweiligen Märkte und unsere Kunden aus Großhandel, Handwerk und Industrie immer wieder Neues von Afriso erwarten. Aus unserer Sicht gibt es allerdings nicht nur „die eine“ vielversprechende Chance für die Zukunft, sondern eine ganze Reihe attraktiver Geschäftsfelder und Ideen, mit denen wir uns aktiv beschäftigen. Großes Potenzial sehen wir beispielsweise in unseren Produkten für den Smart-Home-Markt, in unseren Mess- und Regeltechnikkomponenten für OEM-Kunden im Bereich der Heizungs- und Wassertechnik ebenso wie für vernetzte Handmessgeräte, Sensormodule und Apps, die dem Handwerker den Umgang mit der stetig wachsenden Datenflut erleichtern und Messprotokolle direkt über Schnittstellen digital weitergeben können.

Mit Nachhaltigkeit und Umweltschutz hat sich Afriso bereits beschäftigt, als das Thema noch nicht en vogue war. Was verbinden Sie mit dem Claim „Technik für Umweltschutz“?

Elmar Fritz: „Technik für Umweltschutz“, diesen Begriff füllen wir bereits seit Jahren mit Leben, zum Beispiel mit unseren Produkten, die helfen, die Luft reinzuhalten, das Grundwasser zu schützen und Energie einzusparen. Insofern ist das Thema Nachhaltigkeit für uns überhaupt nicht neu. Dies betrifft nicht nur die Produkte, sondern zieht sich für uns durch die gesamte Wertschöpfungskette und spiegelt sich selbst in Bereichen wider, die nicht direkt mit dem Geschäftlichen zu tun haben. So engagieren wir uns an unseren Standorten für die Umwelt, haben beispielsweise auf unserem Firmengelände in Güglingen neuen Lebensraum für Bienen, Hummeln & Co. geschaffen und haben große Teile des Firmenareals der Natur vorbehalten.

Jürgen Fritz: Geschäftlich gesehen ist „Technik für Umweltschutz“ sehr von gesetzlichen Bestimmungen abhängig. Deshalb müssen wir stets in der Lage sein, schnell und flexibel auf Veränderungen zu reagieren. Entscheidend ist es für uns auch in Zukunft angesichts der zu erwartenden, weiter zunehmenden Umwelt- und Klimaschutzthematik, bei gesetzlichen Änderungen frühzeitig die geeigneten Lösungen auf den Markt zu bringen.

Was tun Sie intern, um Ihr Unternehmen noch nachhaltiger aufzustellen – Energieoptimierung in der Produktion etwa oder auch die Nutzung erneuerbarer Energien?

Jürgen Fritz: Bei Neu- und Umbauten hat Energieeffizienz für uns eine zentrale Bedeutung. Bei unserer jüngsten Erweiterung am Standort Güglingen zum Beispiel haben wir konsequent auf moderne, umweltfreundliche Technik gesetzt, von Geothermie und Wärmepumpentechnik bis zu Fußbodenheizung, Solarthermie, Photovoltaik und der eigenen Regenwassersammlung und -nutzung. Auch in der Produktion sind wir bestrebt, alle Möglichkeiten zum Energiesparen konsequent zu nutzen. Dabei helfen uns unsere Mitarbeiter enorm mit ihren Verbesserungsvorschlägen aus der Praxis.

Das SHK-Handwerk sowie Schornsteinfeger sind wichtige Partner und Anwender Ihrer Produkte. Wird dies auch in Zukunft so bleiben? Was unternehmen Sie, um den engen Draht zum Handwerk weiter zu pflegen? Welche Zukunft hat aus Ihrer Sicht der bewährte dreistufige Vertrieb?

Elmar Fritz: Wir sind aus Überzeugung dem dreistufigen Vertrieb verbunden. Dabei ist es für uns wichtig, direkt diejenigen zu erreichen und zu überzeugen, die mit unseren Produkten am Ende des Tages arbeiten. Daher befindet sich unser Außendienst permanent im Gespräch mit Handwerksunternehmen, berät, unterstützt bei Projekten und mehr. Sehr gerne nutzen wir natürlich auch einschlägige Fachmessen, die Hausmessen des Großhandels, Schulungen beim Handwerker vor Ort sowie bei uns im Unternehmen, um den direkten Kontakt mit den Anwendern zu pflegen.

Seit geraumer Zeit sind Sie auch im Zukunftsmarkt Smart-Home tätig. Welche Erwartungen haben Sie an diesen Produktbereich?

Jürgen Fritz: Die Erwartungen sind sehr groß, dieser Markt wird in den kommenden Jahren nochmals erheblich an Dynamik gewinnen und sich weiterentwickeln. Für uns ist Smart Home die perfekte Lösung, weil es unsere klassischen Warngeräte in das digitalisierte Zeitalter bringt und den notwendigen Schritt der Vernetzung ermöglicht. Ein wesentlicher Vorteil unserer Lösungen ist ihr modularer Aufbau und ihre Systemoffenheit. Davon profitieren Großhandel, das Handwerk, der Endanwender und auch andere Technikanbieter gleichermaßen. Da unsere Lösungen mit den wichtigsten Funkstandards arbeiten, können wir die unterschiedlichsten Anforderungen der Anwender erfüllen. Offen, flexibel und zukunftssicher.

Ein Vorteil unserer Lösung gerade unter Sicherheitsaspekten ist darüber hinaus, dass es sich um kein Cloud-basiertes System handelt. Mit einer hohen Kompetenz in der App-Entwicklung, über die wir aufgrund unserer 2015 getätigten Übernahme des Start-up-Unternehmens Codeatelier verfügen, sehen wir uns hier technisch wie auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit und Fortschrittlichkeit optimal aufgestellt.

Was können Sie als Hersteller, was können Händler und Handwerker anders bzw. besser machen, um die Smart-Home-Thematik noch stärker beim Endverbraucher zu verankern?

Jürgen Fritz: Am Ende gewinnt derjenige, der möglichst viele Nutzer für sich gewinnt. Trotz höchster Qualität, einfacher Handhabung und bestmöglicher Sicherheit können wir das allein nicht schaffen. Deshalb setzen wir auf starke Partnerschaften, wie zum Beispiel die EnOcean Alliance, in der unterschiedliche Hersteller einen energieautarken Funkstandard gemeinsam voranbringen und Endverbrauchern mit batterielosen Smart-Home-Sensoren einen echten Mehrwert bieten. Oder eben, indem Sensoren und Aktoren anderer Hersteller in unser System ganz einfach eingelernt werden können. Für den Anwender ergibt sich daraus automatisch eine große Bandbreite von Einstiegsmöglichkeiten in das Thema Smart Home, sei es als professionelle Sicherheitslösung, Verbesserung des Wohnkomforts oder einfach nur aus technikinteressiertem „Spieltrieb“. 

Wie sehr beschäftigt Sie der Megatrend Digitalisierung, nicht nur bezogen auf Ihre Produkte, sondern ebenso auf Ihre Prozesse, Ihre Fertigung oder Logistik?

Elmar Fritz: Um das Thema Digitalisierung kommt heute selbstverständlich niemand mehr herum. Dazu haben wir 2017 mit der Einführung von SAP eine starke Basis gelegt. Zug um Zug können wir jetzt die Prozesse in allen Bereichen des Unternehmens verschlanken. Ganz aktuell arbeiten wir an wesentlichen Erleichterungen für den Bereich Logistik, die bis zum Herbst 2020 mit einem neuen Logistikzentrum am Standort Güglingen verwirklicht werden.

Wird Afriso auch in den folgenden Generationen ein familiengeführtes Unternehmen bleiben?

Elmar Fritz: In der Tat war vom ersten Tag an bis heute über 150 Jahre kontinuierlich stets mindestens ein Familienmitglied in der Geschäftsleitung tätig. Das ist sicherlich eine Besonderheit, die Afriso ausmacht. Vielleicht haben wir einfach auch Glück mit unserer Familie und unserem Verständnis untereinander. Die Hoffnung und die Aussichten sind sehr gut, dass auch die nächste Generation eines Tages die Geschicke des Unternehmens übernehmen wird. Wir würden es uns auf jeden Fall wünschen, dass wir ein familiengeführtes Unternehmen bleiben. Die Chancen dafür stehen sehr gut, schließlich haben wir beide zusammen 7 Kinder, die prinzipiell für diese Aufgabe infrage kommen.

Wie leicht wird es sein, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten den besonderen Charakter als Familienunternehmen zu erhalten?

Elmar Fritz: Wir sind da sehr zuversichtlich. Selbst wenn wir nicht mehr dabei sein werden und keines unserer Kinder eine führende Rolle spielen sollte, dann sind doch in jedem Fall die Geschäftsführer so ausgewählt und darauf fokussiert, dass der Familien-Charakter von Afriso auf alle Fälle erhalten bleibt. Verantwortung und soziale Kompetenz bilden auch in Zukunft unsere Leitlinien. 

www.150-jahre-afriso.de

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