Sanitär -

Bad-Planungstipps vom Experten

Was ist bei der Planung eines barrierefreien Bades wichtig? Welche Planungsideen lassen ein kleines Bad großzügig wirken? Worauf muss man bei der Armaturenwahl achten und was gilt es bei der Lichtplanung im Bad zu berücksichtigen? Die Experten von Wahl|Livinghouse geben Tipps zu zahlreichen Bereichen der Badezimmergestaltung.

Worauf sollte man bei der Planung eines Gästebades Wert legen?

Drei Tipps von Stefan Holt, Badexperte Badausstellung Stuttgart

  • Das Gästebad sollte dem Design beziehungsweise der Einrichtung der Bauherrschaft angepasst sein und den gleichen Qualitätsanspruch widerspiegeln, der auch in den übrigen Räumen zum Ausdruck kommt. Um einen Eindruck von Hochwertigkeit und Größe zu vermitteln, empfehlen wir großzügige Ablage- und Spiegelflächen einzuplanen und vor allem von Anfang an auch an die Lichtplanung zu denken. So kann man u.a. Ablageflächen für Taschen, Hängemöglichkeiten für Jacken und am Waschtisch ein eher warmes Licht vorsehen.
  • Der Trend geht zu durchgängigen, wenn möglich fugenlosen Wand- und Bodenflächen, die leicht zu reinigen sind. Da Hygiene eine große Rolle spielt, sollte man zudem reinigungsfreundliche Sanitäroberflächen und eine spülrandlose WC-Keramik wählen. Da viele Gäste berührungslose Funktionen bevorzugen, bieten sich eine elektronische Armatur oder eine elektronische Auslösung des Spülkastens an.
  • Nahezu ideal ist die Installation eines Dusch-WCs im Gästebad. Die integrierte Duschfunktion reinigt den Po mit einem warmen Wasserstrahl und hinterlässt beim Benutzer ein angenehmes Komfortgefühl. Weitere optionale Komfortfunktionen lassen sich nahezu beliebig ergänzen. Das Dusch-WC benötigt gegenüber der normalen WC-Keramik lediglich einen Stromanschluss. Alle anderen Anschlussmaße sind identisch.
Tipps für das Gästebad

Stimmungsvolles Ambiente im Winterbad

Drei Tipps von Sabine Riehm, Badexpertin im Böblinger Showroom Raumtrio

  • Im Winter entstehen im Bad ganz andere Bedürfnisse, als in der warmen Jahreszeit. Ruhe, Wärme, Geborgenheit oder eine sinnliche Wohlfühlatmosphäre lässt sich wunderbar mit einem Feuer kreieren. Da selten Kamin oder Ofen zur Verfügung stehen, kann man sich anders behelfen, z.B. mit einer Feuerstelle, die am Ende der Badewanne integriert ist oder mit einem mobilen „Feuerkoffer“, der sich flexibel an gewünschter Stelle im Bad aufstellen lässt. Die Flammen werden von Brenngel oder Bioethanol gespeist, beides verbrennt rückstandslos, vollkommen sauber und frei von unangenehmen Gerüchen.
  • Elementar ist das Licht im Bad, vor allem in den dunkleren Monaten. 200 Lux Beleuchtungsstärke ist empfehlenswert und das Licht sollte auf jeden Fall dimmbar sein. So kann man den Raum während des Badens oder Duschens in eine angenehme Relax-Atmosphäre tauchen. Zudem ist es möglich, mit Lichtfarbe zu spielen und gewünschte Stimmungen zu schaffen: Blau wirkt ausgleichend, Gelb nervenstärkend und Rot vitalisierend. Wir empfehlen, die Lichtplanung von Anfang an in die Badplanung zu integrieren und nicht erst später damit anzufangen.
  • Duftkerzen, Duftsteine, Aromaduftlampen oder elektrische Diffusoren sind beliebt und können den gewünschten Duft nach stressigen Arbeitstagen zur Entspannung und Vitalisierung verbreiten. Eine ganz andere Idee ist es, verschiedene Putzoberflächen aus der Natur auf die Wand zu bringen, zum Beispiel Heu, Stroh oder Kaffeepulver. Es entsteht eine duftende und naturfarbene Wand. Denkbar sind auch Duftwände mit Teemehl, Holz und anderen aromatischen, natürlichen Substanzen.
Tipps für das Winterbad

Dampfbad als Sauna-Alternative

Drei Tipps von Johannes Mergenthaler, Ausstellungsleiter in der Badausstellung Stuttgart

  • Die Gestaltung eines Dampfbades ist in Größe, Form und Nutzung frei planbar. Dabei benötigt es keinen zusätzlichen Raum wie z.B. eine Sauna, sondern das Dampfbad kann auch direkt in die Dusche integriert werden. Für die Wände eignen sich Fliesen, hochwertiger Naturstein oder Echtglas. Besonders wichtig sind dampfgerechte Dichtungen unter dem Sichtbelag. Ein Abluft-Regulationssystem ist optional.
  • Ist genügend Platz vorhanden, kann auch ein Raum komplett mit Fliesen oder Naturstein ausgestattet werden, oder es wird vom Bad ein bestimmter Teil abgetrennt. Zudem sollten von Anfang an ausreichend beheizte Sitzgelegenheiten eingeplant werden. Diese bestehen beispielsweise aus gefliesten Vorsprüngen oder aus Steinplatten. Die Dampftechnik/das Dampfaggregat wird in der Nähe des Dampfraumes integriert bzw. hinter einem Glaspaneel versteckt oder in einem externen Schrank untergebracht, ganz individuell umsetzbar.
  • Wer sich im Meeresklima wohlfühlt, hat die Möglichkeit, seine Ausstattung um ein Sole-Aggregat zu ergänzen. Hier wird die Sole (Salzlösung) in den Dampfraum eingesprüht – der Effekt ist ähnlich wie bei der Meeresluft. Die gelösten Mineralsalze wirken dabei entschlackend und entgiftend. Wer möchte, kann sich zudem ein Mehr an Funktionen einbauen, wie z.B. Infrarotlicht, Nebeldüsen, Farblicht, Musik oder Aroma. Ein integriertes Duschfeld in der Decke, eine Schwallbrause oder ein Kneippschlauch dienen zur Abkühlung.
Expertentipp: Dampfbad

Barrierefreies Bad

Drei Tipps von Harald Wahl, Geschäftsführer

  • Der Raum oder die Produkte sind so zu planen, dass bei der Nutzung des Bades möglichst wenig fremde Hilfe in Anspruch genommen werden muss. Im Idealfall entscheidet man sich schon frühzeitig für ein stufenlos höhenverstellbares WC.
  • Eine bodenebene Dusche mit Haltegriffen und integriertem Duschhocker für den barrierefreien Zugang, die bei Bedarf auch einer Pflegeperson Zugang bietet.
  • Eine Alternative zum klassischen WC ist das Dusch-WC mit integrierter Reinigungs- und Trocknungsfunktion. Jenseits des hygienischen Gefühls ermöglicht ein Dusch-WC den selbständigen Gang auf die Toilette auch bei eingeschränkter Beweglichkeit.
Expertentipp: barrierefreies Bad

Kleine Grundrisse

Drei Tipps von Liesbeth Gulickx, Innenarchitektin

  • Auf kleinem Grundriss sollten platzsparende Einbaumöglichkeiten genutzt werden. Zum Beispiel lassen sich die notwendigen Vormauerungen als Stauraum nutzen und beispielsweise mit Nischen oder einem eingebauten Spiegelschrank ausstatten. Auf diese Weise entstehen keine extra Aufbauelemente an den Wänden, und der Raum wirkt insgesamt großzügiger und weitläufiger.
  • Wichtig für einen großzügigen Eindruck im kleinen Bad ist die Durchgängigkeit der Materialien: großformatige Fliesen oder aber Mosaike, die als Fläche wirken, geben dem Raum Weite. So sollte vor allem auch der Boden durchgängig gestaltet werden: Wird ein grauer Bodenbelag gewählt, wird die Duschtasse idealerweise in der gleichen bzw. korrespondierender Farbe eingeplant.
  • Entscheidend für das Raumgefühl ist die Lichtatmosphäre. Eine einheitliche Ausleuchtung lässt den Raum größer und ruhiger wirken. Eine punktuelle Beleuchtung, zum Beispiel eine Kegelbeleuchtung, würden wir eher vermeiden und stattdessen mit mehreren Lichtspots oder Lichtlinien arbeiten. LED-Lichtlinien lassen sich beispielsweise unterhalb einer Badewanne einplanen und betonen die Konturen, ein stimmiger Gesamteindruck entsteht.
Expertentipp: kleiner Grundriss

Die Badmodernisierung

Drei Tipps von Tanja Großmann, Expertin Badgestaltung, Badausstellung Stuttgart

  • Wer ein Badezimmer modernisieren will, sollte sich im Vorfeld bewusst machen, welchem Zweck das künftige Bad dienen soll. Steht der Wunsch nach einem altersgerechten Bad im Vordergrund, sollte in der Planung die Barrierefreiheit Priorität haben. Wer gern badet, sollte eine Badewanne integrieren und werdende Eltern ein kindgerechtes Badezimmer gestalten. Steht das Thema „pflegeleicht“ im Fokus, sollte die Wahl auf entsprechende Materialien fallen. Hilfreich ist ein Vorgespräch mit der planenden Firma sowie die Erstellung einer persönlichen Prioritätenliste für das Planungsgespräch.
  • Es ist grundsätzlich empfehlenswert, eine Planungsfirma zu beauftragen statt einzelne Gewerke. Diese koordiniert alle Gewerke, stimmt Termine ab und kontrolliert den kompletten Verlauf der Bad-Modernisierung. Somit wird ein reibungsloser Ablauf und eine termingerechte Fertigstellung gewährleistet. Und es ist wichtig, sich von Anfang an als Kunde „verstanden“ zu fühlen – der Planer sollte auf die persönlichen Wünsche eingehen und nicht per se seine eigenen Vorlieben in den Vordergrund stellen.
  • Qualitativ hochwertige Produkte auszuwählen, ist wichtig; sie sollten eine lange Lebensdauer haben und natürlich auch zum Stil der Wohnung passen. Ein Bad mit kubischen Formen ist nicht unbedingt etwas für ein Landhaus – auch wenn es im Trend liegt. Auch durchgängige, fugenlose Oberflächen, die momentan in aller Munde sind, müssen zum gesamten Stil des Hauses oder der Wohnung passen.
Expertentipp: Bad-Modernisierung

Licht im Bad

Drei Tipps von Lisbeth Gulickx, Innenarchitektin bei Wahl|Livinghouse

  • Licht transportiert Emotionen, daher ist die richtige Lichtfarbe entscheidend. Sie beeinflusst nicht nur das Ambiente, sondern wirkt sich sogar auf die gefühlte Raumtemperatur aus. Morgens ist kühles Licht empfehlenswert, denn es wirkt belebend und motivierend, abends hingegen, wenn es darum geht, die Anstrengungen eines Arbeitstages hinter sich zu lassen, erzeugt warmes Licht eine beruhigende, wohltuende Atmosphäre.
  • Indirektes Licht ist emotionaler als direktes. Der Trend geht zu raumintegrierten, kaum wahrnehmbaren Lichtquellen, die fließende Übergänge zwischen Architektur und Innenarchitektur schaffen. Dazu gehören beispielsweise hinterleuchtete Decken- und Wandblenden, beleuchtete Nischen, flache LED-Spots z.B. in Spiegeln und Möbeln oder LED-Lichtbänder, die an der Decke oder am Boden installiert werden können.
  • Die Beleuchtung frühzeitig in die Badplanung miteinbeziehen. Erst sollten die Kubaturen des Raumes mit der Innenarchitektur festgelegt werden, dann die Materialien und die Beleuchtung. Denn so kann man das Beleuchtungskonzept exakt auf alle Details abstimmen, Leitungsauslässe an der richtigen Stelle platzieren oder notwendige Konverter unterbringen, bevor die Oberflächen fertig sind.
Expertentipp: Licht im Bad

Waschtisch-Armaturen

Drei Tipps von Sabine Riehm, Badexpertin im Böblinger Showroom Raumtrio

  • Wichtig bei der Auswahl einer Armatur sind die Proportionen und das Zusammenspiel von Waschtischform und Waschtischarmatur, denn die Armatur kann den Stil des Raumes beeinflussen. Die kleine zurückhaltende Variante lässt viel Raum, um sich am Waschbecken das Gesicht zu waschen, ohne dem Auslauf auszuweichen. Die Variante mit schwenkbarem, höherem Auslauf erlaubt das Haarewaschen am Waschtisch. Die Wandarmatur lässt die Fläche auf dem Waschtisch frei und macht sie pflegeleicht und als Ablage nutzbar.
  • Die Haptik beeinflusst das tägliche Wohlbefinden. Eine Griffform, die Sie wirklich gerne berühren, erhöht die Freude am Benutzen. Liegt der Griff des Mischers schön in der Hand? Ist die Bedienbarkeit einfach? Ist die Position des Griffes an der richtigen Stelle? Bei verschiedenen Herstellern haben Sie die Möglichkeit, dies zu testen.
  • Die Armatur ist ein sehr individuelles Element und kann auch Farbe ins Bad bringen. Matt-Gold oder Kupfer wirkt sehr edel, Chrom eher zurückhaltend und Edelstahl wertvoll. Für eine warme Anmutung bietet sich Platin oder Nickel an, für alle die es bunt lieben, gibt es auch farbige Armaturen, z.B. in Grün oder Magenta.
Expertentipp: Waschtischarmaturen

www.sanitaer-wahl.de

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