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BDH: Modernisierung im Schneckentempo

Mit insgesamt 712.000 abgesetzten Wärmeerzeugern und einem Absatzplus von 3 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum blickt der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) auf „ein erfolgreiches Jahr im deutschen Markt“ zurück.

„Diese positive Entwicklung ist auf das dynamische Neubaugeschäft zurückzuführen. Im Bestand läuft die Modernisierung nach wie vor im Schneckentempo. Mit Blick auf die Klimaziele 2030 muss die Modernisierungsquote jetzt deutlich gesteigert werden“, erläutert BDH-Hauptgeschäftsführer Andreas Lücke am 16. Februar. Der größte Anteil des Gesamtabsatzes entfiel auf die Gas-Brennwerttechnik mit 472.500 abgesetzten Geräten und einem Plus von 4 % gegenüber 2016. Der Absatz an Niedertemperatur-Gaskessel blieb mit 72.000 Anlagen knapp unter dem Niveau des Vorjahres.

Wärmepumpen-Absatz um 17 % gestiegen

Laut BDH ist die Wärmepumpe mit 78.000 abgesetzten Geräten und einem satten Plus von 17 % die erstmalig am zweitstärksten nachgefragte Technologie. Ursächlich hierfür ist ebenfalls die positive Entwicklung im Neubau, heißt es aus Köln. Am größten war die Nachfrage nach Luft-/Wasser-Wärmepumpen, deren Absatz um 20 % auf 55.000 Anlagen zulegte. Ein Plus von 15 % entfällt auf die 18.000 abgesetzten Sole-/Wasser-Wärmepumpen. Mit einem Rückgang um 3 % verringerte sich die Anzahl der 2016 verkauften Wasser-/Wasser- und sonstigen Wärmepumpen auf 5.000 Stück. Ölbasierte Systeme landeten mit insgesamt 63.500 abgesetzten Geräten auf Platz drei in der Gunst der Nachfrager. Der Verkauf an Öl-Brennwertheizungen ging um 10 % auf 60.000 Geräte zurück, der Verkauf von Öl-Heizwertkesseln verringerte sich um 15 % auf 3.500 Anlagen.

Rückläufige Entwicklung bei den Erneuerbaren

„Nicht zufriedenstellend“ verlief nach BDH-Angaben hingegen die Entwicklung bei den übrigen Technologien auf Basis erneuerbarer Energien. Holzkessel verbuchten mit 26.500 abgesetzten Wärmeerzeugern insgesamt ein Minus von 8 %. Dabei ging der Absatz an Scheitholzkesseln um satte 22 % auf 10.500 Anlagen zurück, während der Verkauf von 13.000 Pelletskesseln und 3.000 Hackschnitzelfeuerungen einem Marktwachstum von 5 bzw. 2 % entspricht. Die Solarthermie schloss mit einem Minus von 16 % ab. Dies entspricht rund 78.000 neu installierten Anlagen mit einer Kollektorfläche von 624.500 m2. Der Absatz an KWK-Anlagen bis 50 kW elektrischer Leistung erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 18 % auf 6.000 Aggregate. Zulegen konnte 2017 auch der Markt für Lüftungsanlagen. Insgesamt wurden 179.000 dezentrale Lüftungsgeräte sowie 53.500 zentrale Lüftungsgeräte abgesetzt, die Nachfrage stieg damit um 21 bzw. 8 %. Während der Markt für Heizkörper mit 4,8 Mio. Stück um 2 % rückläufig war, nahm der Absatz an Flächenheizungen um 8 % zu.

Weltweit 14,5 Mrd. Euro Umsatz

Bei der Präsentation seiner Jahresbilanz wies der BDH für seine 100 Mitgliedsunternehmen einen weltweiten Gesamtumsatz von 14,5 Mrd. Euro, der im Vergleich zu 2016 um 4 % erhöhte. Der Aufwand für Forschung und Entwicklung lag mit 608 Mio. Euro leicht unter dem Rekordwert von 640 Mio. Euro des Vorjahres. „Der hohe Aufwand für Forschung und Entwicklung ist ein Beleg für die Innovationskraft der Heizungsindustrie“ sagte BDH-Präsident Manfred Greis. Die Anzahl der in den BDH-Mitgliedsunternehmen weltweit Beschäftigten betrug etwa 73.800 und stieg damit um 2,6 %.

www.bdh-koeln.de

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