Die Kunst mit der Badewanne

Im Urlaub sollte man sich ja nicht um das Geschäft kümmern. Trotzdem hat der Pfiffikus das baufällige Haus betreten, um zu gucken, was da drinnen alles so gewerkelt wird.

Sapperlot, hat er gedacht, ob es da nicht besser wäre, das Ganze abzureißen und neu zu bauen? Durch die Decke konnte er ins obere Stockwerk gucken und durch die Löcher in der Wand nach draußen. Trotzdem haben die Arbeiter im Haus gelebt. Zum Glück ist gerade Sommer, denn die Heizkörper waren abmontiert. Und dann hat sich der Pfiffikus gefragt, wo sich die armen Kerle
nach der Arbeit waschen. Die Badewannen sahen jedenfalls nicht so aus, als ob sie in letzter Zeit benutzt worden wären. Aber das macht in diesem Fall nichts, denn das ganze Haus ist ein Kunstwerk und steht in Kassel. Während der weltweit größten Kunstausstellung, der Documenta 13, wird das so genannte Hugenottenhaus von Negern aus Amerika und aus Deutschland renoviert. – Der Pfiffikus ist kein Rassist. Er bezeichnet damit nur Menschen, deren Schaffenskraft billig ausgenutzt wird, egal ob sie schwarz, weiß oder gelb sind. – Der Amerikaner Theaster Gates will mit der Aktion unter anderem gegen die weltweite Luxussanierung von billigem Wohnraum protestieren. (mehr …)