Brüder im Geiste

Pfiffikus_0513An dieser Stelle darf der Pfiffikus endlich ein Geheimnis lüften. Viel zu lange schon hat er die Sache einfach so vor sich hin dümpeln lassen. In der Hoffnung, es wird schon keiner merken. Aber da kürzlich das politisch motivierte Abkommen zum Lüften aller Geheimnisse gescheitert ist, steht dem Pfiffikus nun keine andere Wahlmöglichkeit mehr offen, eine Selbstanzeige ist alternativlos.

Der Pfiffikus hat es über Jahre hinweg gegenüber seinen engsten Vertrauten verschwiegen, im Alltag erfolgreich verschleiert, jetzt führt kein Weg mehr vorbei am Geständnis. Also, damit das Thema so schnell wie möglich wieder vom Tisch ist, sollen es jetzt alle wissen: Der Pfiffikus und Uli Hoeneß sind Brüder im Geiste. Findet zumindest der Pfiffikus. Das ist ihm bei der jüngsten Hoeneßchen Steuer-Verfehlung wieder ziemlich deutlich geworden. Der Wurstfabrikant, Fußballbonze und Börsenspekulant hat eine nicht vermutete Wandlung erfahren. Vom tugendhaften Fels in der Brandung der deutschen (Fußball-)Gesellschaft hin zum Aussätzigen mit reichlich demoliertem Ansehen. Vom Paulus zum Saulus, um den Vorfall mal in biblische Dimensionen zu heben. Der Pfiffikus spürt darin eine unübersehbare Seelenverwandtschaft.

Er hat zwar keine Schwarzgeldkonten in der Schweiz, dafür aber ebenfalls mächtig Ärger mit den deutschen Steuerbehörden. Umsatzsteuer, Gewerbesteuer, Kapitalertragssteuer sind nicht unbedingt seine Fachgebiete. Anscheinend wie bei Hoeneß.

Der sagt übrigens zu dem ganzen Dauertheater, das die Öffentlichkeit um seinen Fall macht: „Ich schlafe sehr schlecht, ich schwitze sehr viel in der Nacht, was ich eigentlich gar nicht kenne. Ich wälze mich und wälze mich. Und dann wälze ich mich noch mal.“ Ein Zustand, der dem Pfiffikus durchaus bekannt ist. Aber nicht weil er zuviel Geld in der Schweiz gelassen hat, sondern in der Kneipe.

Jedenfalls zieht der Pfiffikus eine äußerst wichtige Erkenntnis aus dem ganzen Geschehen um Hoeneß‘ Affäre: Der Präsident des FC Bayern München macht seine Steuererklärungen genau so miserabel wie der Pfiffikus.

Nichts für ungut.

Ihr

Pfiffikus