Verbraucherschutz auf Kosten des Handwerks

Jeder kennt das Widerrufsrecht bei Onlinekäufen. Aber es gilt auch für Handwerksverträge. In dem „Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie“ geht es sowohl um Verbraucherverträge, aber auch um Verträge, die nicht in den eigenen Geschäftsräumen (z.B. per Internet, Telefon oder Fax) geschlossen werden. Wenn ein Handwerker ab dem 13. Juni seine Informationspflicht nicht beachtet, kann der Kunde künftig auch nach Ausführung der Arbeiten vom Vertrag zurücktreten. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage ab Vertragsschluss, gilt aber erst, wenn der Kunde auch darüber informiert wird. D.h. wenn der Handwerker sofort arbeiten soll oder muss, holt er sich sicherheitshalber vorher eine schriftliche Bestätigung. Zusammengefasst: Den Kunden informieren – unterschreiben lassen – und dann arbeiten.

Der ZVSHK hat übrigens für die SHK-Mitgliedsbetriebe einen Leitfaden erarbeitet, der sich im Wesentlichen an den Problemen ausrichtet, die sich den SHK-Betrieben stellen. Noch ist dieser in der Endabstimmung. Außerdem wurden Musterformulare entwickelt und ein aussagekräftiger Folienvortrag zur Information. Die Papiere werden über die entsprechenden Landes-Organisationen an die Innungen und Betriebe gegeben.

In der Praxis ergibt das für den Handwerker Papierkram auf der Baustelle, um sich richtig abzusichern. Was halten Sie denn davon? Bekommen Ihre Monteure bei jedem Einsatz die passenden Formulare mit? Oder wird der Auftrag eben erst ausgeführt, wenn die Widerspruchsfrist vorbei ist? Sagen Sie uns Ihre Meinung.