MIT PHOTOVOLTAIK FÄNGT DER FACHMANN AM BESTEN SCHON GANZ FRÜH AN

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Was hat ein Kindergeburtstag mit Photovoltaik zu tun? Die Frage hat sich der Pfiffikus bis vor Kurzem auch nie gestellt. Aber wie es der Zufall so will, hatte die Tochter des Pfiffikus direkt nach der Intersolar Geburtstag. Den ersten. Und ihr Onkel, der auch Installateur ist, hatte nicht besseres zu tun als ihr ein Solar-Kit zu schenken. Natürlich mit den Worten: „Zusammenbauen muss aber der Papa.“ Nur hat der Papa schon in seiner Jugend nichts mit Plastikmodellen anfangen können. Und eigentlich hat sich der Pfiffikus bis jetzt nicht mit Photovoltaik beschäftigt. Aber irgendwie ist er auch aufgeschlossen und es könnte ja ein sinnvolles Geschäftsfeld sein. Also Verpackung auf. Anleitung? Ach was. Ein echter Mann braucht keine. Der schafft das ohne. Kann auch nicht schwieriger sein als eine Heizung anzuschließen. Und geeignet ist das Set schließlich für Kinder ab zehn. Aber nach einer halben Stunde sieht es der Pfiffikus doch ein: Wo ist die Anleitung? Die Finger sind auch nicht für so kleine Teile gemacht. Irgendwann ist dann doch mal das erste der sechs möglichen Modelle fertig. Und … es geht nicht. Photovoltaik ist wohl doch nichts für den Pfiffikus. Aber aufgegeben wird dann doch nicht. Letztendlich hat er es dann doch geschafft. Sitzt, passt, wackelt und funktioniert.

Also ganz ehrlich, leicht war es nicht. Von wegen geeignet ab zehn. Und der Pfiffikus ist eben Heizungsbauer und kein Feinmechaniker. Vielleicht wäre es auch mit kleineren Fingern einfacher. Es ist bekannt, dass es einige SHK-Betriebe gibt, die auch Photovoltaikanlagen installieren. Der Pfiffikus lässt aber wohl doch lieber die Finger davon. Denn im Großen wird es auch nicht leichter. Da ist es dann nicht nur eine PV-Zelle, es kommen noch Wechselrichter und vielleicht sogar ein Speichersystem hinzu. Intelligente Haustechnik wird auch noch eingebunden und an den Hausanschluss muss die Anlage auch noch angebunden werden. Vielleicht macht das dann irgendwann die Tochter. Immerhin kann sie jetzt dann mit dem Solar-Kit schon mal üben (also in neun Jahren). Aber früh genug kann sie doch gar nicht anfangen. Schließlich muss der Pfiffikus an die Zukunft denken. Wo soll er denn sonst noch Auszubildende finden, wenn nicht in der eigenen Familie. Und darum spielt die Tochter auch nicht mit Puppen, sondern mit dem Solar-Kit und mit Werkzeug. Andere Eltern wollen ja auch, dass aus ihren Kindern was Vernünftiges wird. Und bevor sie studiert und dann keine Stelle bekommt, weil das ja jeder macht, soll sie doch lieber eine ehrliche Handwerkerin werden. Vor allem weil Handwerker einen besseren Ruf als z.B. Journalisten haben.

Aber eine Frage stellt sich der Pfiffikus. Wer bitte entwickelt denn dieses didaktische Spielzeug? Lehrer? Auf jeden Fall jemand, der es nicht zusammenbaut.

Nichts für ungut

Ihr

Pfiffikus

pfiffikus@at-fachverlag.de