Sie kommt, sie kommt nicht, oder vielleicht doch

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Der Pfiffikus auf Abwegen: Noch schnell Beute machen, bevor die steuerliche Absetzbarkeit für Sicherheitsmaßnahmen kommt.

Vielleicht ahnen Sie es schon, liebe Leser. Der Pfiffikus spricht von der steuerlichen Absetzbarkeit von Sanierungsmaßnahmen. Wieder einmal wurde das Thema aufgebracht und die Endkunden haben geplante Maßnahmen zurückgestellt, um darauf zu warten. Diese ewige Diskussion und Unsicherheit sorgt sicher nicht für mehr Aufträge. Zwar wurden jetzt die Fördermöglichkeiten über das MAP (Marktanreizprogramm) aufgestockt, aber bis das bei den Endkunden ankommt, wird es wohl noch etwas dauern. Und wenn die Fördertöpfe leer sind war es das wieder. Das alles kennen wir ja schon von der Förderung von Solaranlagen. Am besten wurden solche Projekte damals früh angegangen, denn für die späten Kunden hieß es dann nach Abschluss des Projekts schon mal: Keine Förderung mehr, es ist kein Geld mehr im Topf.
Sie fragen sich sicher, warum der Pfiffikus jetzt auf diesem Thema herum­reitet. Ganz einfach: Mittlerweile ist ja die steuerliche Absetzbarkeit von Sicherheitsmaßnahmen im Gespräch. So soll der steigenden Einbruchsrate entgegengewirkt werden. Dafür ist also Geld übrig. Und wie sagte Bayerns Innenminister Joachim Hermann gegenüber dem Münchner Merkur in diesem Zusammenhang so schön: „Wir wissen, wie stark viele Bürger auf steuerliche An­reize reagieren …“ Ja, Herr Hermann, auch im Bereich energetische Sanierung würden die Bürger darauf reagieren.
Irgendwie will das dem Pfiffikus nicht eingehen. Eine energetische Sanierung bringt über die Jahre gesehen eine deutliche Einsparung, sowohl was die Energiekosten für den Einzelnen betrifft, aber auch was den CO2-Ausstoß und die energiepolitischen Ziele der Regierung angeht. Dem gegenüber steht die Sicherheit vor Einbrüchen. Diese nehmen zwar zu, aber eine Einsparung sieht der Pfiffikus da nicht. Natürlich ist ein Einbruch nicht schön, aber wie hoch ist denn die Wahrscheinlichkeit, dass gerade bei Ihnen so etwas passiert?
Eine Investition in die Heizungstechnik bringt auf jeden Fall etwas, in Sicherheitstechnik eigentlich im ersten Moment nichts. Vielleicht nicht mal auf lange Sicht. Einbrecher bilden sich ja schließlich auch weiter.
Aber natürlich versteht der Pfiffikus den Gesetzgeber. Beim Einbau einer neuen Heizung wäre die steuerliche Absetz­barkeit natürlich viel höher als beim Einbau eines Sicherheitsschlosses. Also gibt es auf diesem Weg viel geringere Steuerausfälle. Und es wirkt zumindest so, als würde die Regierung etwas unternehmen. Aber vielleicht kommt es auch hier wieder nur zur Diskussion darüber und im Endeffekt kommt auch hier keine steuerliche Absetzbarkeit. Und darüber freuen sich dann vor allem die Einbrecher. Denn solange die Debatte darüber anhält, investiert auch niemand in neue Sicherheitsmaßnahmen.

Nichts für ungut
Ihr

Pfiffikus

pfiffikus@at-fachverlag.de