Der Handwerker im Warenkorb

Fotos: Si, Fotolia – Andersphoto

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Haben Sie schon mal von MyHammer gehört? Das ist eine Internet-Plattform auf der Nutzer ihre Projekte einstellen. Handwerker können dann ihre Angebote darauf abgeben. Klingt eigentlich nicht so schlecht, aber führt das nicht dazu, dass es nur noch um den Preis und nicht mehr um die Qualität geht? Manchmal fragt sich der Pfiffikus, wie sich das noch rechnen kann. Natürlich ist diese Plattform vielleicht nicht so bekannt. Und seriöse Fachhandwerker können kalkulieren und wissen genau, was ihre Arbeit wert ist.

Aber jetzt kommt ein neuer Spieler. Und den kennen Sie sicher. Die Rede ist von Amazon. In Amerika bietet das Unternehmen neuerdings nämlich einen Handwerkerservice an. Funktioniert im Prinzip so wie bisher auch. Nur werden nicht mehr nur Artikel wie Bücher usw. dem Warenkorb hinzugefügt, sondern auch Handwerker bzw. deren Dienstleistung. Vielleicht vergleichbar mit einem Fachpartnerportal der Hersteller. Mit dem Unterschied, dass Fachpartner ­speziell geschult sind. Aber das ist in Amerika ein anderes Thema. Im Prinzip macht da eh jeder was er will und kann – oder auch nicht kann.

Zwar möchte das Unternehmen nur ­qualifizierte Handwerker anbieten, aber die Kontrolle stellt sich der Pfiffikus schwierig vor. Das Unternehmen kontaktiert Handwerker, die geeignet erscheinen. Oder Handwerker können sich selbst zur Teilnahme bewerben. Auf der Website dazu steht z.B., dass Amazon den kriminellen Hintergrund in sechs Stufen kontrolliert. Auch wenn der Pfiffikus sicher keinen Dreck am ­Stecken hat, findet er das doch über­trieben. Und er ist sich nicht sicher, ob er sich so durchleuchten lassen will. Amazon bietet auch eine Zufriedenheitsgarantie für die Leistungen, die die vermittelten Handwerker erbringen. Sollte die Leistung nicht zur Zufriedenheit der Kunden ausfallen, will das Unternehmen vermitteln. Der Handwerker muss sich also nicht mit unzufriedenen Kunden herumärgern. Dafür aber dann gleich mit einem Großkonzern. Der Umfang der Leistungen sowie die Preise sind fest im Angebot bei Amazon hinterlegt. Heißt für den Pfiffikus, dass nur einfache Routinearbeiten angeboten werden können. Denn da ist der Preis gut kalkulierbar.

Der Pfiffikus fragt sich ja, ob oder eher wann Amazon damit zu uns kommt. Er sieht darin auch eine Chance für gute Fachhandwerker. Denn die werden dann auch auf Amzon empfohlen. Allerdings könnte es für Endkunden auch teurer werden. Denn eine Gebühr für die Vermittlung ist auch fällig. Und die beträgt bis zu 20 %.

Was halten denn Sie davon. Würden Sie mitmachen? Im Si-Blog können Sie dem Pfiffikus Ihre Meinung dazu sagen.

Ihr

Pfiffikus

pfiffikus@at-fachverlag.de