Wasserknappheit im bayerischen Wald

Fotos: Si, Fotolia/B. Wylezich

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Wasserknappheit ist ein ernstes Thema. Und wie die meisten von Ihnen, liebe ­Leser, denkt der Pfiffikus bei dem Schlagwort zunächst an weit entfernte Länder. Zumindest bis vor kurzem. Aber warum in die Ferne schweifen. Niederbayern ist doch gar nicht weit entfernt.

Ja, Sie haben richtig gelesen. In Nieder­bayern gibt es Gegenden, in denen das Trinkwasser knapp ist. Und zwar so knapp, dass mittlerweile Wasser mit Tanklastzügen angeliefert wird – und das bereits seit Wochen. Oder das Wasser wird seit August über Kilometer hinweg von Nachbargemeinden ins Rohrnetz eingespeist. Vielleicht unvorstellbar in einem technisch hochentwickelten Land wie Deutschland. Dennoch möglich. Die betroffenen Gebiete versorgen sich normalerweise selbst durch Quellen. Aber nach den schneearmen Wintern mit wenig Schmelzwasser und einem heißen Sommer geht den Quellen das Wasser aus. Es scheint auch ­keine Besserung in Sicht. Denn dazu wären einige Wochen Dauerregen notwendig, damit sich die Quellen regenerieren.

Der Aufwand für die Versorgung ist nicht gerade gering. Wo zunächst noch die Feuerwehr aushalf, die für jeden Transport die Tanks desinfizieren musste, werden mittlerweile Milchlaster eingesetzt. Denn die Edelstahltanks sind auf Lebensmittel ausgelegt.

Die Folgen sind nur schwer vorstellbar für uns, die wir nicht selbst betroffen sind. Aber Wasser ist nicht nur unser wichtigstes Lebensmittel. Wir benötigen es zum Kochen, für das Wäsche­waschen, die Körperhygiene usw. Stellen Sie sich vor, das alles ist nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich. Die Bürger sind teilweise bereits zum Wassersparen aufgerufen.

Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Kein Mineralwasser muss auch nur annähernd die gleichen Grenzwerte einhalten. Aber bis jetzt dachte der Pfiffikus auch immer, dass bei uns das Wasser nie knapp wird.Die Lösung wäre, die betroffenen Gemeinden an das Verbundnetz anzuschließen, das aus einer Trinkwassertalsperre gespeist wird. Deren Reserven halten noch ein Trockenjahr. Und was passiert dann?

Immer weniger Schnee und immer heißere Sommer werden das Problem nicht kleiner machen. Der Pfiffikus kann sich vorstellen, dass sich die Probleme noch in mehr Gebieten zeigen. Es hat ja auch nicht jede Gemeinde direkt einen Speichersee vor der Haustür.

Oder ändert sich das Wetter wieder und alles wird gut? Selbst der Pfiffikus kann das leider nicht voraussagen. Aber er ist sich sicher, dass sich in Zeiten der totalen Vernetzung immer eine Lösung finden wird. Und auf eines können wir uns doch immer verlassen. Wir halten zusammen.

Nichts für ungut

Ihr

Pfiffikus
(pfiffikus@at-fachverlag.de)