Wenn die Heizung Bitcoins schürft

Die erste Heizung, die Kryptowährung erzeugt, nennt sich QC-1 und stammt vom französichen Start-up Qarnot.
Fotos: Si, Qarnot

Der Pfiffikus ist immer offen für neue Technik. Gerade seitdem der Heizungskeller zunehmend smarter wird, hat er einiges dazugelernt. Jetzt hat er von einer Heizung gehört, die nicht nur das Wohnzimmer mollig warm werden lässt, sondern auch noch virtuelles Geld beim Heizen produziert.Bitcoin nennt sich die bekannteste Währung unter den digitalen Zahlungsmitteln, mit der man in Amerika ja bereits seinen Kaffee bezahlen kann, weiß der Pfiffikus und sucht schon nach Börsenkursen für das neue Cybergeld. Wie der Tagesspiegel berichtet, bietet das französische Start-up Qarnot eine Kryptoheizung mit dem Namen QC an. Von außen sieht sie aus wie ein Heizkörper, in ihr steckt jedoch ein leistungsstarker Computer. Der ist für das sogenannte Mining zuständig – so wird im Fachjargon das Erzeugen von Kryptogeld genannt – und kommt bei dieser Tätigkeit aufgrund seiner hohen Rechenleistung kräftig „ins Schwitzen“, sprich: Er produziert Wärme. Der Pfiffikus verfällt schon in Goldgräberstimmung, versteht aber noch nicht so recht, was sich in dem großen schwarzen Heizkörper mit der schicken Holzabdeckung überhaupt tut.
Beim „Schürfen“ von Cybergeld löst die Heizung im Wettstreit mit anderen Rechnern komplexe Rechenaufgaben. Wer das als Erster schafft, erzeugt einen sogenannten Block, in dem neue Bitcoin-Transaktionen gespeichert werden. Im Zuge dieses Prozesses kommt der virtuelle Rubel ins Rollen und Ethereum, eine von vielen Kryptowährungen, wird ausgeschüttet. Je leistungsstärker der Rechner, umso höher die Chance auf den digitalen Zasta. „Klare Sache“, denkt sich der Pfiffikus, der schon überlegt, ob sich mehrere QC-Modelle aneinandergereiht zu einer Sauna umfunktionieren lassen. Denn, wer beim Bitcoin-Graben die Nase vorne haben will, muss die Rechenleistung seiner virtuellen Gelddruckmaschine schon ordentlich aufrüsten. Das Dumme daran: Das Schürfen von Cybergeld verbraucht einiges an Energie; um einen Bitcoin zu schürfen, sind mindestens 42.000 kWh Strom nötig. Der Jahresverbrauch eines Durchschnittshaushaltes wirkt mit schlappen 3.500 kWh dagegen recht überschaubar.
So ein virtuelles Konto kommt einem teuer zu stehen, überlegt sich der Pfiffikus, der mit Bangen die nächste Stromrechnung vor Augen hat. Ob er die mit Bitcoins bezahlen kann, wagt er zu bezweifeln und beschließt, die virtuelle Goldgräberei doch lieber anderen zu überlassen.