Schwitzen und Energiesparen

Nachwuchswissenschaftler aus Stuttgart haben Saunen konzipiert, die ihre Wärme aus erneuerbaren Energien generieren und speichern.
Fotos: Si, Universität Stuttgart/Institut für Energiespeicherung

Die Schwaben sind für ihre Sparsamkeit bekannt. Neuerdings soll im Ländle aber nicht nur mit Moneten an der Kasse, sondern auch mit Energie in der Sauna gegeizt werden. Ein junges Erfinderteam der Uni Stuttgart hat die „Null-Energie-Sauna“ entwickelt; sie könnte fortan wellnesshungrigen Nachhaltigkeitsjüngern das schlechte Gewissen nehmen, denn während ein herkömmlicher Sauna­gang mit 15 kWh zu Buche schlägt, verspricht das neue Konzept Energieautarkie.Der Pfiffikus ist gleich Feuer und Flamme. Das ist doch mal eine zukunftsträchtige Erfindung. Gleich schnappt er sich sein Saunatuch und marschiert ins Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) der Universität Stuttgart, wo Nachwuchswissenschaftler bereits ein Patent für die neuen Schwitzhütten angemeldet haben. Hier erfährt er, dass es bereits Konzepte für jeden Saunageschmack gibt: Neben einer klassischen finnischen Sauna und einem orientalischen Dampfbad (Hamam) haben die Forscher auch ein Energieversorgungskonzept für eine „Schwaben-Sauna“ entwickelt, das auf die klimatischen Bedingungen Süddeutschlands zugeschnitten ist.

Hier scheint bekanntlich häufiger die Sonne, der Wein wächst besser, das Bier fließt in Strömen und zahlreiche Naturschutzgebiete sorgen für einen hohen Freizeitwert und Erholung. Wozu braucht man in diesem ohnehin schon regelrecht mediterran wirkenden Teil Deutschlands noch eine Sauna, fragt sich der Pfiffikus. Aber vielleicht sind es gerade diese Umweltfaktoren, die im Ländle immer wieder für bahnbrechende Erfindungen sorgen – zum Beispiel für das Auto oder das Streichholz, nichtbrennbares Papier oder die Motorsäge. Selbst die Klopapierrolle stammt aus Schwaben. Und bis zu seinem fünften Lebensjahr lebte Albert Einstein in Ulm – wenn das mal nicht der Grundstein für die Relativitätstheorie war.

Von der energieautarken Sauna ist also noch einiges zu erwarten, denkt sich der Pfiffikus und macht schon mal Platz im Garten, denn die Schwaben-Sauna generiert ihre schweißtreibenden Temperaturen mittels PV-Modulen und Solarthermie-Kollektoren. Eventuell könnte er auch gleich noch Raum für ein Windrad schaffen, um so einen Yakuzi zu betreiben, überlegt der Pfiffikus.
Und eine Gartendusche gespeist mit ­Regenwasser hat er ohnehin schon da. Schlammpackungen aus dem Kompost gehen natürlich frei Haus. Der erste energieautarke, ökologisch einwandfreie Bio-Wellness­tempel ist so gut wie eröffnet!