Einmal wegfalten bitte

Wer in der Luft mal muss, muss bald Beine und Kopf einziehen.
Foto: Si, Adobe Stock/Anthony

Kerosin wird auch immer teurer, genauso wie Flugpersonal. Deswegen muss gespart werden, z. B. am Platz. Wie die Washington Post berichtet, wollen mehrere amerikanische Airlines ihre Bord­toiletten um 25 cm verkleinern und so Platz für sechs weitere Passagiere schaffen. Wie diese ingenieurstechnische Meisterleistung genau umgesetzt werden soll, lässt die Meldung offen.
Jedenfalls müssen Fluggäste von Delta, American, United und Alaska Airlines in Zukunft ihre Notdurft in einer spülmaschinengroßen Kabine verrichten.
Selbst bei zierlichen Menschen führt das zu klaustrophobischen Anfällen. Aufrecht stehen oder sich umdrehen werden unmöglich; vielmehr muss
man sich vor Betreten des Fliegers bereits in der Kunst des Körperorigamis üben und ­seine Extremitäten sorgsam wegfalten. Oder man weckt sich vor dem Abflug einfach ein und macht’s wie die Sardinen.
Die Airlines hätten auch hierzulande sicherlich nichts gegen Bemühungen ihrer Passagiere in dieser Hinsicht, denkt sich der Pfiffikus. Denn schließlich müssen die Schleuderpreise für Flugreisen von Frankfurt, Berlin und München an die Strände Portugals, Siziliens und Frankreichs niedrig bleiben. Wer will schon mehr als 20 Euro ausgeben? Das wäre ja Wucher, gerade angesichts des schlechten Services und beengten Platzange­botes in den Billigfliegern, besonders in den Toiletten!
Der Pfiffikus hat ein Einsehen. Wer unbedingt Platz braucht, kann es ja machen wie Friedrich Merz und sich zwei Flugzeuge zulegen. Ansonsten ist Reisen in der Gruppe ja auch was Schönes! Man lernt so viele Menschen beim Fliegen kennen, auch solche, mit denen man eigentlich gar nicht zusammen­treffen wollte! Reisen macht einfach weltoffen, denkt sich der Pfiffikus und freut sich schon auf seinen nächsten ­Erholungsurlaub.