Verbraucherschutz auf Kosten des Handwerks

Jeder kennt das Widerrufsrecht bei Onlinekäufen. Aber es gilt auch für Handwerksverträge. In dem „Gesetz zur Umsetzung der Verbraucherrechterichtlinie“ geht es sowohl um Verbraucherverträge, aber auch um Verträge, die nicht in den eigenen Geschäftsräumen (z.B. per Internet, Telefon oder Fax) geschlossen werden. Wenn ein Handwerker ab dem 13. Juni seine Informationspflicht nicht beachtet, kann der Kunde künftig auch nach Ausführung der Arbeiten vom Vertrag zurücktreten. Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage ab Vertragsschluss, gilt aber erst, wenn der Kunde auch darüber informiert wird. D.h. wenn der Handwerker sofort arbeiten soll oder muss, holt er sich sicherheitshalber vorher eine schriftliche Bestätigung. Zusammengefasst: Den Kunden informieren – unterschreiben lassen – und dann arbeiten.

Der ZVSHK hat übrigens für die SHK-Mitgliedsbetriebe einen Leitfaden erarbeitet, der sich im Wesentlichen an den Problemen ausrichtet, die sich den SHK-Betrieben stellen. Noch ist dieser in der Endabstimmung. Außerdem wurden Musterformulare entwickelt und ein aussagekräftiger Folienvortrag zur Information. Die Papiere werden über die entsprechenden Landes-Organisationen an die Innungen und Betriebe gegeben.

In der Praxis ergibt das für den Handwerker Papierkram auf der Baustelle, um sich richtig abzusichern. Was halten Sie denn davon? Bekommen Ihre Monteure bei jedem Einsatz die passenden Formulare mit? Oder wird der Auftrag eben erst ausgeführt, wenn die Widerspruchsfrist vorbei ist? Sagen Sie uns Ihre Meinung.

Frauenpower für das SHK-Handwerk

Bundesweit haben etwa 90 Betriebe und Handwerkskammern Mädchen zum Girls-Day die Möglichkeit geboten zu sehen, was ein Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klima so macht. Bei etwa 55.000 SHK-Betrieben in Deutschland ein sehr geringer Bruchteil. Da wird über den Fachkräftemangel geschimpft und darüber, dass keine Azubis zu finden sind. Nur scheinbar ist ja gut die Hälfte der jungen Schulabgänger gar keine Zielgruppe für unsere Branche.

Hand aufs Herz, liebe SHK-Profis: Wie viel weibliche Anlagenmechaniker SHK, Heizungsbauer oder Installateure kennen Sie? Mir persönlich ist aus meiner Zeit in der Praxis genau eine Dame bekannt, die auch auf dem Bau ihren Mann steht. Und die darf im Moment keine schweren Arbeiten verrichten. Liegt darin das Problem? Werden Frauen als zu schwach eingeschätzt? Ist die Angst da, dass sie wie im erwähnten Beispiel längere Zeit ausfallen, wenn Nachwuchs ansteht? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass Frauen durchaus auch als Anlagenmechaniker SHK ihre Qualitäten haben. Und vielleicht gäbe es dann ja auch weniger Baumängel, denn Frauen arbeiten sorgfältiger, heißt es ja immer. Ob sich allerdings das Problem mit dem Einhalten von Terminen dadurch bessert, steht auf einem anderen Blatt.

Warum bilden Sie keine jungen Frauen aus?

 

Die neue EnEV bringt uns nicht weiter

Der Entwurf zur neuen EnEV steht. Eigentlich als EnEV 2012 geplant wird es wohl 2014 bis sie in Kraft tritt. Wie in der Ausgabe 12/2012 berichtet wird im Bestand kaum etwas verändert. Die Anforderungen werden nicht verschärft, alte Kessel dürfen weiter betrieben werden.

Dem stehen natürlich die Hausbesitzer entgegen, die sich nicht vorschreiben lassen wollen wann und wie sie zu modernisieren haben. Eine Verschärfung der EnEV könnte hier eine Quasi-Enteignung bedeuten, da die Entscheidung über das Eigentum nicht mehr frei getroffen werde kann.

Ist damit eine Chance vertan, den Modernisierungsstau im Heizungskeller zu lösen und müsste die EnEV weiter verschärft werden? Oder ist der Entwurf genau richtig und verhindert eine Bevormundung der Eigentümer?