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Der Kreis der Energieberater wird größer

Das Bundeswirtschaftsministerium hat die staatlich geförderte Energieberatung für Wohneigentümer sowie für mittelständische Unternehmen ausgeweitet: Seit Anfang Dezember werden auch qualifizierte SHK-Handwerker sowie Hersteller und Energieversorger für eine von der BAFA geförderte Energieberatung anerkannt.

Der Kreis der Energieberater wird größer
Nun können auch SHK-Handwerker einen förderfähigen Sanierungsfahrplan ausarbeiten, wenn sie die Mindestanforderungen an die fachliche Qualifikation erfüllen. Denn das Bundeswirtschaftsministerium hat... -

Bislang sind als Energieberater Fachleute, wie Architekten, Ingenieure und bestimmte Handwerker (ohne eigenen Betrieb), zugelassen, die kein wirtschaftliches Eigeninteresse an der Umsetzung von Energieeffizienzinvestitionen haben. Durch die neue Regelung können seit 1. Dezember 2017 nun auch Handwerker, Hersteller oder Energieversorger das Förderprogramm nutzen, wenn sie die in der Richtlinie vorgegebenen Mindestanforderungen an die fachliche Qualifikation erfüllen, teilte das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) Mitte November mit. Die Energieberater haben sich durch Selbsterklärung gegenüber dem BAFA und dem jeweiligen Unternehmen zu verpflichten, hersteller-, anbieter-, produkt- und vertriebsneutral zu beraten. Somit muss die Beratung weiterhin objektiv und neutral sowie mit hoher Qualität erfolgen, stellte die Behörde klar. Denn trotz erhöhter Zuschüsse zum Beraterhonorar sei die Zahl der Förderanträge bisher verhalten geblieben. Bis Ende September 2017 wurden bundesweit nur etwa 6.200 qualifizierte Vor-Ort-Beratungen für Wohngebäude durchgeführt, heißt es weiter aus Eschborn.

Wirtschaftliches Interesse an der Sanierung als Antrieb

Nach Auffassung des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) hat sich „das Bohren dicker Bretter gelohnt“, da SHK-Handwerksbetriebe von der Neuregelung profitieren können: Die Politik greift jetzt die seit langem vom Handwerk geführte Argumentation auf, dass das wirtschaftliche Interesse an der Sanierung als wichtiger Antrieb für Beratung und Ausführung gewertet werden kann, so der ZVSHK. Meisterbetriebe im SHK-Handwerk, die durch ihre bisherige Beratungskompetenz beim Kunden überzeugen konnten, könnten durch die Neuregelung für den Kunden eine noch umfänglichere Beratung anbieten und diese vergütet bekommen – die nötige Qualifikation (EnEV § 21 und Weiteres) für die Gebäudeenergieberatung vorausgesetzt. Die Energieeffizienz-Expertenliste für die Förderprogramme des Bundes bleibt bestehen. Dort werden die qualifizierten Energieberater per Selbstauskunft ihre berufliche Kompetenz darlegen und dem Verbraucher damit mehr Handlungsspielraum bei der Wahl eines geeigneten Fachunternehmers geben, heißt es aus St. Augustin. Laut dem Verband besteht das Bundeswirtschaftsministerium weiterhin auf eine hohe Qualifikation der Berater (Aus- und Weiterbildung) sowie an die Beratungstätigkeit (Berichte).

Bis 1.100 Euro für eine Wohngebäude-Energieberatung

Die BAFA-Änderungen betreffen die geförderte Energieberatung für Wohneigentümer sowie für mittelständische Unternehmen. Das Förderprogramm „Vor-Ort-Beratung“ wurde im Zuge der Richtliniennovellierung in „Energieberatung für Wohngebäude“ umbenannt. Laut BAFA kann ein Zuschuss kann in Höhe von 60 % der förderfähigen Beratungskosten beantragt werden. Maximal werden 800 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern und bis 1.100 Euro bei Wohnhäusern mit mindestens drei Wohneinheiten ausgezahlt. Die Frist für die Durchführung der Energieberatung nach der Bewilligung durch das BAFA wurde auf neun Monate ausgeweitet. Der Mitte 2017 neu eingeführte individuelle Sanierungsfahrplan wird nun ausdrücklich als richtlinienkonforme Darstellung der Ergebnisse einer Energieberatung anerkannt. Die Nutzung der entsprechenden Berater-Tools zur Dokumentation der Beratungsleistungen bleibt nach Behördenangaben aber weiterhin freiwillig.

Bis 6.000 Euro für eine Mittelstand-Energieberatung

Die Förderung der „Energieberatung im Mittelstand“ ist künftig bis zu 12 Monate nach Bewilligung der Energieberatung durch das BAFA möglich. Der bisher angebotene Förderbaustein mit Zuschuss zur Umsetzungsbegleitung entfällt, heißt es aus Eschborn. Für eine Energieberatung wurde die maximale Förderhöhe damit von bisher 8.000 auf 6.000 Euro abgesenkt. Neben der BAFA-Förderung können Mittelständler dafür nun auch Förderungen von Kommunen und Bundesländern nutzen, soweit das Unternehmen mindestens 10 % der Beratungsausgaben selbst trägt.

www.bafa.de

www.zvshk.de

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