Aktuelles -

Empfehlung für neue Filterklassen

Die neue Prüfnorm ISO 16890 „Luftfilter für die allgemeine Raumlufttechnik“ (Teile 1-4) zur Filterprüfung und -bewertung ersetzt ab 2017 die EN 779. Die Übergangsfrist beträgt 18 Monate.

Anwender von Luftfiltern müssen nun Ersatzfilter beim Hersteller bestellen. Um herauszufinden, welche Bezeichnung ihre eingebauten Filter nach der neuen Norm haben, schlägt der VDI gemeinsam mit dem Schweizerischen Verein von Gebäudetechnik-Ingenieuren (SWKI) einen „Übersetzungsschlüssel“ vor.

ISO 16890 erfordert Filterwechsel

Die neue ISO-Norm beschreibt Methoden, um Luftfilterelemente zu bewerten. Anhand der Feinstaubklassen PM1, PM2.5 und PM10 bestimmt sie Filterabscheidegrade. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und auch Umweltbehörden ziehen die gleichen Feinstaubklassen heran, um die Außenluftbelastung zu bewerten. Die ISO-Norm teilt die Grob- und Feinstaubfilter nach Abscheideleistung des Filters in vier Gruppen ein. Relevant ist dabei, ob ein Filter mehr als 50 % des entsprechenden Partikelgrößenbereiches abscheiden kann. Schafft es ein Filter beispielsweise mehr als 50 % PM1 Feinstaub abzuscheiden, so wird er als ISO ePM1 Filter eingeteilt. Scheidet ein Filter weniger als 50 % PM10 ab, wird dieser nach der neuen ISO-Norm als „ISO coarse“ bezeichnet.

Neue Filterklassen notwendig

In welche Kategorie die „alten“ Filter in der neuen ISO-Norm eingeordnet werden, hängt von ihrer Beschaffenheit ab und muss für jeden Filter einzeln bestimmt werden. Wegen der unterschiedlichen Mess- und Bewertungsverfahren können die Filterklassen EN 779 nicht unmittelbar als ISO 16890 übernommen werden. Durch die Einführung der neuen ISO-Norm ergeben sich auch Änderungen für andere Regelwerke, die den Einsatz der Filterklassen nach EN779 empfehlen. Es besteht somit ein erhebliches öffentliches Interesse an einer einfachen und klaren Filterklassierung nach ISO 16890, welche sich auf die „alten“ Filterklassen der EN 779 zurückführen lässt.

Was VDI und SWKI empfehlen

Die Expertenarbeitsgruppe Luftfiltration von VDI und SWKI bietet eine Orientierungshilfe, in der die Mindestanforderungen analog den alten Klassen definiert sind. Auf Basis dieser Vergleichswerte können Anwender ihre Filter künftig zielgerichtet auswählen. Die Arbeitsgruppe empfiehlt folgende Anforderungen an die neuen Luftfilter für Komfort-RLT-Anlagen (Filterklasse nach ISO 16890 verglichen mit Filterklasse nach EN 779):

  • anstelle von M5 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM10 ≥ 50%
  • anstelle von F7 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM2.5 ≥ 65% oder ISO ePM1 ≥ 50%
  • anstelle von F9 zukünftige Mindestanforderung ISO ePM1 ≥ 80%
  • in der letzten Filterstufe muss mindestens ein Filter ISO ePM1 ≥ 50% eingesetzt werden

Die VDI-SWKI-Expertenarbeitsgruppe ist bereits mit der Revision der VDI-Richtlinie 3803 Blatt 4 „Raumlufttechnik, Geräteanforderungen – Luftfiltersysteme“ und der SWKI-Richtlinie VA101-01 „Klassierung, Testmethoden und Anwendung von Luftfiltern“ beauftragt.

www.vdi.de

Der VDI – Sprecher, Gestalter, Netzwerker
Die Faszination für Technik treibt uns voran: Seit 160 Jahren gibt der VDI Verein Deutscher Ingenieure Impulse für neue Technologien und technische Lösungen für mehr Lebensqualität, eine bessere Umwelt und mehr Wohlstand. Mit rund 155.000 persönlichen Mitgliedern ist der VDI der größte technisch-wissenschaftliche Verein Deutschlands. Als Sprecher der Ingenieure und der Technik gestalten wir die Zukunft aktiv mit. Mehr als 12.000 ehrenamtliche Experten bearbeiten jedes Jahr Erkenntnisse zur Förderung unseres Technikstandorts. Als drittgrößter technischer Regelsetzer ist der VDI Partner für die deutsche Wirtschaft und Wissenschaft.
© si-shk.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können. Sollten Sie noch kein Login haben, so melden Sie sich hier an.
LOGIN

* Pflichtfelder bitte ausfüllen