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Immer mehr bauen barrierefrei

Eine Marktanalyse von Bauinfoconsult zeigt, dass sich barrierefreies Bauen im Aufwind befindet. Weit mehr Immobilien werden barrierefrei gebaut oder saniert als noch vor drei Jahren. Dennoch herrsche weiterhin Nachholbedarf.

Die Barrierefreiheit von Gebäuden lässt hierzulande noch zu wünschen übrig: Von den ca. 40 Mio. Wohnungen in Deutschland dürfte nicht mehr als ein Bruchteil alle Kriterien der Barrierefreiheit erfüllen. Wie eine neue Marktstudie belegt, habe sich die Situation in den letzten drei Jahren dennoch verbessert; die deutschen Bauakteure berichten von mehr barrierefreien Maßnahmen in Bauprojekten als 2015 – und zwar nicht nur im Neubau, sondern auch im Bestand: Mittlerweile werden offenbar auch vermehrt bestehende Wohnungen barrierefrei umgebaut, so Vorabergebnisse der Bauinfoconsult Jahresanalyse 2018/2019, der zentralen Branchenstudie zum deutschen Baugeschehen.

Neue Studie nimmt barrierefreies Bauen unter die Lupe

Im Rahmen der jährlichen Trendstudie des Düsseldorfer Marktforschungsinstitutes wurden insgesamt 559 im Wohnungsbau tätige Architekten, Bauunternehmer, Trockenbauer, Maler und SHK-Installateure in Telefoninterviews zum aktuellen Stand und ihren Erwartungen zu barrierefreien Maßnahmen im Wohnungsbau befragt. Im Schnitt spielen in jedem dritten Projekt der Bauakteure (32 %) Maßnahmen eine Rolle, bei denen Barrierefreiheit in der Wohnung verbessert oder erreicht werden sollen.

Auch, wenn sicher nicht alle dieser Wohnbauprojekte zu 100 % barrierefrei im Sinne der strengen Definition sein dürften, ein klarer Fortschritt: Das zeigt sich besonders deutlich im Vergleich zur vorigen Befragung im Jahr 2015 (damaliger Schnitt: In gerade einmal 18 % der Projekte der befragten Bauakteure war Barrierefreiheit angestrebt worden!).

In Zukunft werden noch weitere Immobilien barrierefrei

Die Erwartungen der Befragten an den Stellenwert des barrierefreien Bauens in den nächsten fünf Jahren sind auf solides Wachstum ausgerichtet. Aktuell gehen die Bauakteure im Schnitt davon aus, dass in fünf Jahren 38 % ihrer Projekte barrierefrei ausgeführt werden. Zum Vergleich: 2015 hatten die damals Befragten sich für die Zukunft noch einen Anteil von 26 % erhofft, im Vergleich zum damaligen Ist-Zustand noch eine sehr optimistische Einschätzung.

Angesichts der guten Neubaukonjunktur ist es an sich nicht verwunderlich, dass die Bauprofis häufig auf dem neuesten Stand bauen – und dazu gehört im zeitgemäßen Neubau selbstverständlich auch die Berücksichtigung von Barrierefreiheit. Wirklich erfreulich an der aktuellen Einschätzung der Bauakteure ist deshalb: Beinahe jedes zweite barrierefreie Projekt der Befragten im Wohnungsbau (45 %) waren Umbaumaßnahmen in bestehenden Wohnungen. Bei den Auftraggebern von Modernisierungsmaßnahmen scheint es also langsam ein Umdenken zu geben.

www.bauinfoconsult.de

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