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Initiative Brennstoffzelle sieht weiteren Förderbedarf

Die Initiative Brennstoffzelle (IBZ) lud am 10. Oktober zum „Innovationsforum Brennstoffzelle“ nach Berlin, um mit Experten aus Politik und Wirtschaft das Potenzial der Brennstoffzelle für das Gelingen der Wärmewende zu diskutieren.

„Die Brennstoffzelle ist eine Zukunftstechnologie, die bereits heute voll ausgereift ist und Verbrauchern damit uneingeschränkt zur Verfügung steht. Ihre Einführung in den deutschen Markt war ein großer Erfolg, auch wegen der starken politischen Unterstützung“, sagte Andreas Lücke, Sprecher der Initiative Brennstoffzelle (IBZ) und Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Heizungsindustrie (BDH), im Rahmen des „Innovationsforums Brennstoffzelle“, das am 10. Oktober von der IBZ in Berlin ausgerichtet wurde. „Um eine weitere, flächendeckende Marktdurchdringung der Hocheffizienz-Technologie zu ermöglichen und so einen Fadenriss zu verhindern, muss das Förderprogramm auch 2019 im gleichen Umfang weitergeführt werden“, ergänzte Lücke.

Fördermaßnahme für den Gebäudebestand

Dr. Timm Kehler, ebenfalls Sprecher der IBZ und Vorstand der Brancheninitiative Zukunft Erdgas, wies mit Blick auf die Wärmewende darauf hin, das noch immer rund 40 % der CO2-Emissionen im Gebäudebereich verursacht werden. „Die Politik reagiert darauf mit Fördermaßnahmen im Neubau und vernachlässigt dabei den Gebäudebestand. Jedoch liegt im Bestand der größte Hebel für mehr Klimaschutz, denn mehr als sechs von zehn Heizungsanlagen sind veraltet und damit ineffizient“, erklärte Kehler. Dieser Modernisierungsstau müsse beseitigt werden. „Ohne eine deutliche Erhöhung der Sanierungsrate verfehlen wir die Klimaziele meilenweit“, stellte der IBZ-Sprecher klar.

Emissionen und Kosten senken

Brennstoffzellen haben nach IBZ-Angaben im Bestand einen entscheidenden Vorteil: Sie erfordern keine aufwendige Komplettsanierung, es fallen lediglich die Anlagekosten an. Dabei wirkt sich der hohe Nutzungsgrad der Brennstoffzelle nachhaltig auf die Umweltbilanz aus, denn mit einem Brennstoffzellengerät kann der CO2-Ausstoß um fast 50 % reduziert werden, hieß es in Berlin. Auch der Geldbeutel könne deutlich entlastet werden, da sich die Energiekosten bei Bestandsgebäuden und im Neubau mit einer Brennstoffzellenanlage um bis zu 35 % senken lassen.

Über 3.600 Förderanträge bewilligt

Um die Gasanwendungstechnologie langfristig am Markt zu etablieren, wurde 2016 das KfW-Förderprogramm 433 „Zuschuss Brennstoffzelle“ eingeführt. Seitdem wurden nach Verbandsangaben bereits über 3.600 Förderanträge bewilligt. „Wir freuen uns, dass das Förderprogramm bei den Verbrauchern so großen Anklang gefunden hat. Damit soll aber nicht Schluss sein. Andere Länder sind da schon weiter: In Japan sind bereits mehr als 200.000 Brennstoffzellen für die Hausenergieversorgung installiert – ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass die Zukunftstechnologie voll ausgereift ist“, sagte Kehler.

Investitionssicherheit für Gerätehersteller

„Als effizienteste Art der Wärme- und Stromerzeugung ist die Brennstoffzelle schon heute ein wichtiges Bindeglied zwischen den Sektoren. Wenn wir auch hierzulande bezahlbaren Klimaschutz durch eine Kostendegression erreichen wollen, muss die Politik den Geräteherstellern durch eine Fortführung des Technologieeinführungsprogramms jetzt langfristige Investitionssicherheit bieten“, kommentierte Lücke abschließend.

www.zukunft-erdgas.de

www.bdh-koeln.de

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