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Kontrollierte Wohnraumlüftung: Der europäische Markt wächst

Der Markt für kontrollierte Wohnraumlüftung in Europa hat 2017 in Menge um 4,2% gegenüber dem Vorjahr zugelegt. Aufgrund der positiven Entwicklung im Bausektor wird auch in den kommenden Jahren mit einem Anstieg gerechnet. Bis 2019 soll sich das Marktvolumen des Sektors um durchschnittlich 3,9 % erhöhen, wie eine aktuelle Studie von Interconnection Consulting zeigt.

Grundsätzlich wird bei den Systemen zwischen Abluftsystemen ohne Wärmerückgewinnung und Systemen mit Wärmerückgewinnung unterschieden. Bei den Wärmerückgewinnungssystemen wird nochmals unterschieden zwischen zentralen Systemen – die aufwändiger sind weil die Lüftungskanäle zur Anlage geführt werden – und lokalen Systemen (sogenannte Einzelraumlüfter). Mit einem wertmäßigen Anteil von 55,1 % veranschlagen die Abluftsysteme ohne Wärmerückgewinnung noch den Löwenanteil auf sich. Danach folgen die zentralen Wärmerückgewinnungssysteme mit einem Anteil von 35,7 % und die lokalen Systeme mit einem Anteil von 9,2 %.

Dezentrale Wärmerückgewinnungssysteme mit stärkstem Wachstumspotential

Betrachtet man jedoch das Entwicklungspotential dieser Produktsegmente, so ergibt sich ein konträres Bild. Die gesetzlichen Anreize für geringere CO2-Emissionen sowie das stärker werdende Umweltbewusstsein der Konsumenten führen dazu, dass die lokalen und zentralen Wärmerückgewinnungssysteme Marktanteile hinzugewinnen werden. „Der steigende Wunsch nach einfachen und günstigen Produkten macht vor allem die dezentralen Systeme zum Segment mit dem größten Wachstumspotential“, erklärt Neva Rukonic, Autorin der Studie.

Nur Österreich und Frankreich floppen

Von den 13 Ländern, die in der Studie untersucht wurden, verzeichneten nur Österreich und Frankreich, im vergangenen Jahr eine negative Umsatzentwicklung. In Österreich ist es vor allem der preissensitive Markt, der ein wertmäßiges Wachstum der Branche verhinderte. In Frankreich ist es wiederum das gebeutelte Konsumentenvertrauen unter der die Branche leidet. Zwar hat der Wohnbau in der „Grande Nation“ wieder ein Wachstum erzielen können, jedoch investieren die Bauunternehmen weniger in Wärmerückgewinnungssysteme, sondern vielmehr in Abluftsysteme ohne Wärmerückgewinnung.

Deutschlands Bauindustrie ist Wachstumslokomotive

Nirgendwo ist die Menge an Wärmerückgewinnungssystemen in den vergangenen Jahren so gestiegen, wie in Deutschland. Dabei profitiert der deutsche Markt vom günstigen Bauumfeld. Zwischen 2012 und 2016 stieg die Anzahl der Wärmerückgewinnungssysteme um 58,4 %. Vor allem dezentrale Systeme mit Wärmerückgewinnung werden in Deutschland immer stärker nachgefragt. Der Marktanteil dieses Segments ist zwischen 2012 und 2016 von 16,9 % auf 24,8 % angestiegen. Deutschland ist auch der einzige Teilmarkt, wo die dezentralen Wärmerückgewinnungssysteme einen größeren Marktanteil verbuchen als die Zentralen (50,1:49,9).

An zweiter Stelle landet Polen, das im selben Zeitraum ein Wachstum von 30,1 % aufwies. Polens Markt kann durch eine neue Bauverordnung bezüglich der Energieeffizienz ein überdurchschnittlich starkes Wachstum aufweisen, was sich auch auf die Entwicklung der Preise auswirkt. Ganz anders als in Deutschland ist in Skandinavien der Markt für dezentrale Systeme kaum ein Thema, da dort die zentralen Systeme nicht zuletzt durch die dominierenden einheimischen Produzenten sehr etabliert ist und auch der Preis nur eine untergeordnete Rolle spielt. Auch Italien verzeichnet erstmals wieder ein Wachstum. Nach Jahren des Abschwungs erholt sich die Bauindustrie erstmals wieder und auch der Absatz an Wärmerückgewinnungssystemen scheint in den nächsten Jahren einen kontinuierlichen Aufstieg zu erfahren.

www.interconnectionconsulting.com

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