Aktuelles -

Solar- und Windenergie sind führende Stromquellen

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) hat Daten zur Stromerzeugung für das erste Halbjahr 2018 zusammengestellt. Solar- und Windenergie produzieren zusammen ca. 77,5 Terawattstunden und liegen damit vor Braunkohle, auf dem ersten Platz der Stromquellen.

Im ersten Halbjahr 2018 konnte mehr Strom aus Solar- und Windenergie gewonnen werden, als aus anderen Stromquellen. Gemeinsam produzierten Solar- und Windenergieanlagen ca. 77,5 TWh gegenüber 67,8 TWh im ersten Halbjahr 2017. Sie liegen damit auf dem ersten Platz der Stromquellen und konnten mehr Strom als die Braunkohle (66,7 TWh) erzeugen, wie das Fraunhofer-Institut für Solare Engeriesysteme (ISE) berichtet.

Photovoltaikanlagen speisten in diesem Zeitraum ca. 22,3 TWh in das öffentliche Netz ein. Die Produktion hat sich somit gegenüber dem Vorjahr um 12,2 % erhöht. Am 6. Mai 2018 wurde die maximale Solarleistung erreicht. An diesem Tag kamen um die Mittagszeit 50% der gesamten Stromerzeugung aus Photovoltaik. Im Mai und Juni 2018 wurde mehr Strom von PV-Anlagen gewonnen, als aus Kernenergie oder aus Steinkohle.

Windenergie

Die Windenergie produzierte im ersten Halbjahr 2018 ca. 55,2 TWh und lag um mehr als 7 TWh über der Produktion im ersten Halbjahr 2017. Sie war damit die zweitstärkste Energiequelle nach der Braunkohle (66,7 TWh) und lag vor Steinkohle (36,5 TWh), Kernenergie (34,7 TWh) und Erdgas (19,7 TWh). Die höchsten Werte wurden am 3. Januar 2018 mit ca. 43,3 GW um 21:30 Uhr erreicht. Der Anteil von Onshore Wind betrug ca. 46,1 TWh, Offshore Wind produzierte ca. 9,1 TWh.

Mehr Strom aus erneuerbaren Energiequellen

Die Wasserkraft produzierte im ersten Halbjahr ca. 12,5 TWh, etwas weniger als im ersten Halbjahr 2017. Aus Biomasse wurden ca. 23 TWh produziert, leicht unter dem Niveau des Vorjahres (24 TWh).

In Summe produzierten die erneuerbaren Energiequellen Solar, Wind, Wasser und Biomasse im ersten Halbjahr 2018 ca. 113 TWh. Sie liegen damit um ca. 8,6% über dem Niveau des Vorjahres (104 TWh). Der Anteil an der öffentlichen Nettostromerzeugung, d. h. dem Strommix, der tatsächlich aus der Steckdose kommt, lag bei ca. 41,5%. Der Anteil an der gesamten Bruttostromerzeugung einschließlich der Kraftwerke der »Betriebe im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bergbau und in der Gewinnung von Steinen und Erden« liegt bei ca. 38%.

Nettostromerzeugung zur öffentlichen Stromversorgung

Die Nettostromproduktion aus Kernkraftwerken betrug im ersten Halbjahr 2018 ca. 34,7 TWh und lag damit 9% über dem Vorjahresniveau. Die hauptsächlichen Gründe für die Steigerung sind geringere Zeiten für Wartungs- und Reparaturarbeiten sowie Brennelementwechsel.

Braunkohlekraftwerke produzierten ca. 66,7 TWh netto. Das sind 1,9% weniger als im Vergleichsraum des Vorjahres. Die Flexibilität der Braunkohlekraftwerke hat sich weiter erhöht, sodass sie die Steinkohle- und Gaskraftwerke weiter aus dem Markt drängen. 

Die Nettoproduktion aus Steinkohlekraftwerken betrug 36,85 TWh und war damit um 20,2% niedriger als im ersten Halbjahr 2017.

Gaskraftwerke haben ca. 19,7 TWh netto für die öffentliche Stromversorgung produziert. Sie lagen damit sogar um 25,2% unter dem Vorjahresniveau. Neben den Kraftwerken zur öffentlichen Stromversorgung gibt es auch Gaskraftwerke im Bergbau  und Verarbeitenden Gewerbe zur Eigenstromversorgung. Diese produzierten zusätzlich ca. 10 bis 15 TWh für den industriellen Eigenbedarf.

Stromexport

Im ersten Halbjahr 2018 wurde ein Exportüberschuss von ca. 22 TWh erzielt. Das ist ein Rückgang um 14% gegenüber dem ersten Halbjahr 2017. Dabei wurde 14% der Zeit Strom importiert und 86% der Zeit Strom exportiert. Die maximale importierte Leistung betrug 6,8 GW, die maximal exportierte Leistung lag bei 16,1 GW. Die im ersten Halbjahr durchschnittlich exportierte Leistung betrug ca. 5 GW. Der Großteil der Exporte floss in die Niederlande, nach Österreich, in die Schweiz und nach Polen. Deutschland importierte Strom aus Frankreich und Schweden. Der importierte Strom wurde hauptsächlich an die Nachbarländer weitergeleitet, da Deutschland das zentrale Transitland für den europäischen Stromhandel ist. Der durchschnittliche Day- Ahead Börsenstrompreis stieg auf 34,75 Euro/MWh und lag damit über den Preis von 34,05 Euro/MWh in 2017.

Datengrundlage

Die angegebenen Werte berücksichtigen die bis zum 2. Juli 2018 veröffentlichten Monatsdaten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) zur Elektrizitätserzeugung und zur Ein-und Ausfuhr von Elektrizität bis einschließlich März 2018. Die Daten für April, Mai und Juni wurden auf Basis von korrigierten Stundenwerten der Leipziger Strombörse EEX und der vier Übertragungsnetzbetreiber (50 Hertz, Amprion, Tennet, TransnetBW) hochgerechnet. Die hochgerechneten Werte unterliegen größeren Toleranzen. Stündlich aktualisierte Daten finden Sie auf den Fraunhofer ISE Energy- Charts.

www.energy-charts.de

www.ise.fraunhofer.de

© si-shk.de 2018 - Alle Rechte vorbehalten
Kommentare
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar angeben zu können. Sollten Sie noch kein Login haben, so melden Sie sich hier an.
LOGIN

* Pflichtfelder bitte ausfüllen