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Speicher-Boom in Deutschland

Die Auswertung der Verbraucherplattform www.solaranlagen-portal.com von etwa 1.000 Angeboten für Photovoltaikanlagen bringt aktuelle Trends und Entwicklungen im Bereich der Solarstromspeicher ans Licht.

„Solarstromspeicher werden immer beliebter. Denn sie kompensieren die witterungs- und saisonabhängigen Schwankungen einer Photovoltaikanlage und sorgen für eine umweltfreundliche und unabhängigere Stromversorgung des Haushalts“, teilte die Betreibergesellschaft des Verbraucherportals, die Deutsche Auftragsagentur GmbH, Ende Juni mit. Die Kosten für die Speicherkapazität seien in den vergangenen Jahren gesunken: von durchschnittlich 1.450 Euro/kWh im vergangenen Jahr auf nun 1.270 Euro/kWh. Zudem seienneue, smarte Einbindungsmöglichkeiten zur Optimierung des Eigenstromverbrauchs hinzugekommen. „Es überrascht daher nicht, dass das Interesse an Speichern bei Eigentümern von Bestandsanlagen und vor Allem Interessenten für neu installierte Photovoltaikanlagen zunehmend wächst und immer öfter Stromspeicher in den Komplett-Angeboten von Solarteuren enthalten sind“, heißt es aus Hamburg.

Zunehmendes Interesse an Speichern

Eine Untersuchung des solaranlagen-portal.com hat auf Grundlage von etwa 1.000 Angeboten, die von Mitte 2016 bis heute Photovoltaik-Interessenten unterbreitet wurden, nun interessante Trends bei der Nachfrage nach Stromspeichern festgestellt: So stieg das Interesse an Stromspeichern 2017 um rund 10 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr an. Beinhalteten 2016 noch 29 % der Angebote auch Stromspeicher, so legte diese Zahl in diesem Jahr auf 38 % zu.

Kompetenz der Installateure steigt

Die Ergebnisse deuten den Angaben zufolge darauf hin, „dass Stromspeicher in der Gunst der Anlagenbesitzer und Interessenten deutlich gestiegen sind und es weniger Interessenten gibt, die den Kauf in die Zukunft verlagern, um von weiter sinkenden Preisen oder neueren Technologien zu profitieren“. Nach Einschätzung der DAA ist das Vertrauen in die Speichertechnologien aber nicht nur auf Seiten der Verbraucher gewachsen: „Die gestellten Angebote lassen den Schluss zu, dass auch Installateure der Stromspeichertechnik vertrauen und sich mit der Planung, Montage und Wartung immer besser auskennen.“

Größere Speicher zum gleichen Preis

Die Auswertung der Angebote zeige darüber hinaus, dass die Speicherpreise pro kWh zwar gesunken sind, die angebotenen Speicher in ihrer Größe aber gleichzeitig gestiegen sind. Das hat laut der Analyse zur Folge, „dass die Solar-Interessenten nun in der Regel mit größeren Stromspeicher zum gleichen Preis wie noch in Vorjahr ausgestattet werden“. Während 2016 durchschnittlich ein Kapazität-Leistung-Verhältnis von 0,8 kWh/kWp angeboten worden sei, werde dem Kunden heute mehrheitlich ein Verhältnis von rund 1 kWh/kWp offeriert.

Dies nährt nach DAA-Angaben den Verdacht, dass ein größerer Speicher zum gleichen Preis attraktiver für den Solarstrom-Interessenten erscheint. „ Unabhängig von der individuellen Effizienz von Anlage und Speicher, scheint der „Deutsche“ damit typischerweise besonderen Wert auf „mehr Speicher“ fürs gleiche Geld zu legen. Ob vielleicht ein kleinerer Speicher in seiner Situation wirtschaftlicher und vor allem günstiger ist, scheint im Kauf-Entscheidungs-Prozess nur eine untergeordnete Rolle zu spielen“, lautet das Fazit.

Preiswahrnehmungsgrenze von 10.000 Euro

Die Mentalität „Lieber zu viel, als zu wenig“ habe jedoch auch beim typisch-deutschen Anlagenbetreiber seine Grenzen: „Betrachtet man nämlich den Durchschnittspreis der angebotenen Speicherlösungen, so fällt auf, dass sich dieser mit 9.655 Euro knapp unter der markanten Preiswahrnehmungsgrenze von 10.000 Euro bewegt. Es scheint daher so, dass die deutsche Kaufbereitschaft bei diesem Preis deutlich nachlässt bzw. die Preissensibilität stark zunimmt“, so die DAA. Denn die Investitionsbereitschaft in eine autarke und nachhaltige Stromgewinnung sei zwar hoch, habe aber auch ihre Grenzen. Fachbetriebe, die Ihren Kunden Photovoltaikanlagen mit Stromspeicher anbieten, wird daher empfohlen: „Die Chancen zur Projektumsetzung im Privatkundensegment steigen, wenn sie diese Wahrnehmungsgrenze beachten und nach Möglichkeit nicht überschreiten.“

www.solaranlagen-portal.com

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