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Starker Impuls für die Gebäudemodernisierung gefordert

Die Gebäude-Allianz, eine verbandsübergreifende Initiative aus über 30 Organisationen von Verbraucherschützern über Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften bis zu Umwelt-NGOs, fordert die Bundesregierung in einem Brandbrief auf, den längst fälligen Steueranreiz für die energetische Gebäudesanierung endlich auf den Weg zu bringen. Das Instrument sieht man als das einzige konkrete Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag für die Energiewende im Gebäudesektor. Im Haushaltsentwurf taucht der Posten jedoch bislang nicht auf.

Der Steueranreiz gilt als zentrales Instrument, um zusätzliche Hauseigentümer für eine energetische Sanierung von Bestandsimmobilien zu motivieren. Denn die derzeitige energetische Sanierungsrate ist mit unter 1 % viel zu niedrig, um die deutschen Energie- und Klimaziele für 2030 zu erreichen. „ Ohne einen starken Impuls für die Gebäudemodernisierung in dieser Legislaturperiode sind die Klimaschutzziele 2030 praktisch unerreichbar“, warnt die Gebäude-Allianz. Gebäude verursachen in Deutschland etwa 30 % der CO2-Emissionen. Die Einsparpotenziale im Gebäudesektor liegen primär im veralteten Bestand, da die Hälfte der vorhandenen Wohnungen vor der ersten Wärmeschutzverordnung von 1978 errichtet wurde.

Vom Steueranreiz geht zudem ein wichtiges Signal für Hauseigentümer, Wirtschaft und Fachkräftenachwuchs aus, dass die Bundesregierung die Gebäude-Energiewende tatsächlich nachhaltig voranbringen will. Dazu sagte Christian Noll, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V. (DENEFF): „ Die Wirtschaft steht bereit, die große Aufgabe der energetischen Gebäudesanierung mit voller Kraft anzugehen. Dafür braucht sie aber die richtigen Rahmenbedingungen und beherztes politisches Handeln. Deshalb ist die Einführung eines wirksamen und einkommensneutral ausgestalteten Steueranreizes als Hebel jetzt so entscheidend.“

Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstands des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), erwartet dadurch auch klare Signale für die Fachkräftesicherung: „Mit der steuerlichen Förderung der Gebäudemodernisierung können wir Investitionen in die energetische Sanierung des Gebäudebestands anreizen. Wichtig ist dabei, dass sämtliche Einkommensgruppen davon profitieren können. Denn nur mit einer breit angelegten Förderkulisse bekommen Beschäftigte und Handwerker ausreichend Planungssicherheit um Fachkräfte für Gebäudesanierung einzustellen und auszubilden.“

Das Zögern der Bundesregierung beim Konsensthema Steueranreiz ist auch für Dr. Thomas Engelke, Leiter Team Energie und Bauen beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) unverständlich: „ Wenn die Steuerförderung jetzt nicht kommt, ist das Wortbruch gegenüber den Hauseigentümern, denen die Regierungskoalition finanzielle Anreize zur energetischen Sanierung in Aussicht gestellt hat.“

Unterzeichner (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Agentur für Erneuerbare Energien
  • ASUE e.V. Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch
  • B.A.U.M.
  • BAKA Bundesverband Altbauerneuerung e.V.
  • BDIA Bund Deutscher Innenarchitekten e. V.
  • BEE Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
  • Bund der Energieverbraucher
  • Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks Zentralinnungsverband
  • BUVEG Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle
  • BVF Bundesverband Flächenheizungen und Flächenkühlungen e.V.
  • CO2-online
  • DAI Verband Deutscher Architekten- und Ingenieurvereine e.V.
  • DENEFF Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz e.V.
  • DEPV Deutscher Energieholz- und Pellet-Verband e.V. / DEPI Deutsches Pelletinstitut GmbH
  • DGB Deutscher Gewerkschaftsbund
  • DMB Deutscher Mieterbund
  • DNR Deutscher Naturschutzring
  • DUH Deutsche Umwelthilfe
  • eaD Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands e. V.
  • Fachverband WDVS (auch IDSysteme Innendämmung)
  • FÖS Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft
  • GIH Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker, Bundesverband e.V.
  • HKI Industrieverband Haus-, Heiz und Küchentechnik e.V.
  • IG BAU Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
  • IG BCE Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie
  • IG Metall
  • Klima-Allianz
  • Knauf Insulation
  • NABU
  • Natureplus
  • NaturFreunde Deutschlands e.V. | Verband für Umweltschutz, sanften Tourismus, Sport und Kultur
  • UnternehmensGrün e. V. - Bundesverband der grünen Wirtschaft
  • VDKF Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe e.V.
  • VDPM Verband für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.
  • ver.di - Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft
  • VFA Vereinigung Freischaffender Architekten Deutschlands e.V.
  • Verbraucherzentrale NRW
  • Viessmann
  • VZBV Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  • ZDS Zentralverband Deutscher Schornsteinfeger e.V.

Den Brandbrief der Gebäude-Allianz, eine verbandsübergreifende Initiative aus über 30 Organisationen von Verbraucherschützern über Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften bis zu Umwelt-NGOs, finden Sie hier.

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Energie kann immer effizienter gestaltet werden

Es ist auf jeden Fall löblich und gut, wenn denn einfach mehr Anreiz geschaffen wird, dass Gebäude richtig saniert werden, dass einfach die Energie reduziert werden kann. Genauso ist es in den heutigen Zeiten durchaus möglich, dass man nachhaltigeren Baumaterialen baut, dämmt etc- auch hier sind dem Ganzen keine Grenzen gesetzt. Da kann man einfach durchaus zukunftsorientierter Denken und neues Bauen beginnen. Zusätzlich gibt es auch im Bereich Licht neue Wege, wie etwa durch die deutsche Lichtmiete, kann man durch mieten schneller zur Umrüstung gelangen, auch sehr innnovativ. Und natürlich sollte nicht nur das Gebäude an sich betroffen sein von einem nachhaltigen Denken, sondern auch die ganze Ausstattung - auch da kann jeder Eigentümer oder Unternehmer auf jeden Fall sein Bestes zutun.