Steuertrick für Solarstrom-Produzenten

Der Verbraucherratgeber Finanztip hat einen Weg gefunden, mit dem Betreiber von Photovoltaikanlagen ihre Steuerlast senken können.

Der Verbraucherratgeber Finanztip hat einen Weg gefunden, mit dem Betreiber von Photovoltaikanlagen ihre Steuerlast senken können. – © Si/Finanztip

Bei der Anschaffung der Solarstromanlage sollten Verbraucher zunächst als Unternehmer ein Gewerbe anmelden und Umsatzsteuer bezahlen – auch, wenn sie einen großen Teil ihrer Energie selbst nutzen, empfiehlt Finanztip. „So können Sie sich die Mehrwertsteuer für die Anlage zurückholen“, erklärt Ines Rutschmann, Energie-Expertin beim dem gemeinnützigen Verbraucherratgeber. Sobald möglich – frühestens nach fünf Jahren – sollten sie aber auf die sogenannte Kleinunternehmer-Regel umstellen, so Rutschmann: „Die Steuerersparnis für den Kauf der Anlage ist dann schon kassiert. Und für den weiteren Betrieb der Anlage sinken dadurch die Steuern“.

Mehrwertsteuer vom Finanzamt zurückholen

Ein Beispiel: Für eine 5-kW-Anlage zum Nettopreis von 1.200 Euro/kW zahlen Besitzer beim Kauf mehr als 1.000 Euro Mehrwertsteuer. Hinzu kommt die Mehrwertsteuer für Planung, Versicherung sowie den Wartungsvertrag für die Anlage. Als Unternehmer können sich die Haushalte die Mehrwertsteuer als Vorsteuer beim Finanzamt zurückholen. Die Rechnung ändert sich laut Rutschmann jedoch meist im laufenden Betrieb: „Haushalte bezahlen Umsatzsteuer sowohl für eingespeisten als auch selbst verbrauchten Strom.“ Weil ein Drittel des Stroms in der Regel selbst verbraucht wird und das Finanzamt dafür Steuern kassiert, lohnt sich das Modell meist nur am Anfang, um die Mehrwertsteuer auf die Anschaffungskosten zurückzuholen, heißt es weiter aus Berlin.

Nach Fünf-Jahres-Frist auf Kleinunternehmer umstellen

Rutschmanns Tipp: „Nach der Fünf-Jahres-Frist sollten Privathaushalte auf Kleinunternehmer umstellen. Dafür genügt ein Dreizeiler an die Behörde oder ein kurzer Anruf beim zuständigen Finanzbeamten. Der Wechsel ist immer zum ersten eines Jahres möglich, sobald fünf Kalenderjahre nach der Inbetriebnahme verstrichen sind.“ Ausnahme: Wer mehr als 17.500 Euro im Jahr aus selbstständiger Tätigkeit einnimmt, hat keine Wahl und muss auf den gesamten Strom Umsatzsteuer zahlen. Und wer sehr wenig seines eigenen Stroms nutzt, zahlt am besten von Beginn an Umsatzsteuer und bleibt dabei.

Auch der Eigenverbrauch ist entscheidend

Besitzer von besonders günstigen Photovolaikanlagen mit einem maximalen Netto-Preis von 1.000 Euro/kW sollten genau überlegen, ob sie nicht doch von Anfang an wählen die Kleinunternehmerregel. Auch der Kilowattstunden-Preis (Arbeitspreis) für Strom, den Solaranlagen-Betreiber zusätzlich beziehen, ist entscheidend: Je teurer der zugekaufte Strom ist, desto höher fällt die Umsatzsteuer auf den Eigenverbrauch aus. Denn der Arbeitspreis des Zusatzstroms dient als Wertmaßstab für den selbst verbrauchten Strom. „Wählen Sie im Zweifel einen Tarif mit niedrigerem Arbeitspreis, auch wenn der Grundpreis etwas höher ausfällt“, lautet daher Rutschmanns Spartipp.

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