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Vaillant trennt sich von Mini-KWK

Vaillant steigt aus dem Vertrieb von Mini-KWK-Anlagen aus. Service und Instandhaltung der bereits ausgelieferten BHKW sollen im Rahmen der vertraglichen Verpflichtungen vollumfänglich gewährt werden, berichtet Markus Gailfuss vom BHKW-Infozentrum in Rastatt.

Vaillant trennt sich von Mini-KWK
ecoPower 20.0 von Vaillant: Weil sich der BHKW-Markt „in der Vergangenheit nicht wie gewünscht“ entwickelt habe, trennt sich der Remscheider Heizgerätehersteller von der Sparte der Mini-KWK-Anlagen. -

Anfang Juli 2018 hat der Remscheider Heizgerätehersteller Vaillant das Kapitel „Mini-BHKW“ voraussichtlich für immer geschlossen. Der Konzern informierte das BHKW-Infozentrum über die Einstellung des Vertriebs von Mini-BHKW-Anlagen. Vaillant hatte zwischenzeitlich vier BHKW-Module mit elektrischen Leistungen von 1 kW bis 20 kW im Angebot. Die Entscheidung, sich zukünftig von der Sparte der Mini-KWK-Anlagen zu trennen, wurde aus strategischen Gründen getroffen. „Kraft-Wärme-Kopplung ist für die weltweit operierende Vaillant-Group eine Nischentechnologie, die das Unternehmen nur in Deutschland anbietet. Hier hat sich der Markt in der Vergangenheit nicht wie gewünscht entwickelt“, erklärte Dr. Jens Wichtermann, Direktor der Unternehmenskommunikation von Vaillant. Der weitere Vertrieb von KWK-Anlagen in Deutschland sei für das Unternehmen daher nicht mehr attraktiv. Laut Wichtermann treibt Vaillant stattdessen seine strategische Fokussierung auf Wärmepumpen voran. Weitere Standbeine sollen auch in Zukunft die bewährte Brennwerttechnik, Systeme mit Strom- und Wärmespeichern sowie intelligente Reglertechnologien sein.

Service wird aufrechterhalten

Vaillant stellte gegenüber dem BHKW-Infozentrum klar, dass das Unternehmen allumfänglich zu seinen Serviceverpflichtungen steht. „Alle installierten Mini-KWK-Anlagen werden weiterhin in der gewohnten Qualität betreut und Vaillant wird selbstverständlich die nötigen Ersatzteile vorhalten“, sagte Wichtermann. Der Service werde über die Dauer der vertraglichen Verpflichtungen aufrechterhalten. Gleiches gelte für Ersatzteile. Der Vertrieb der Mini-BHKW soll sukzessive in den kommenden Monaten auslaufen. Vorhandene Bestände aus der Produktion der Mini-KWK-Anlagen sollen in den Vertrieb übernommen werden. Im Großhandel werden die KWK-Geräte nur in Ausnahmefällen eingelagert, so Wichtermann.

Brennstoffzellen-Aktivitäten eingefroren

Bereits im März 2017 hatte Vaillant erklärt, ihre Entwicklungskapazitäten im Bereich der Brennstoffzellentechnologie zu reduzieren und die Markteinführung des Brennstoffzellenheizgerätes für Einfamilienhäuser bis auf weiteres auszusetzen. Während die Produktsparte der Brennstoffzelle offenbar nur ausgesetzt wurde, scheint sich der Konzern für immer von den motorischen BHKW verabschieden zu wollen.

Mit Zukäufen zum KWK-Portfolio

Die Geschichte der motorischen Mini-BHKW-Anlagen bei Vaillant begann 2006 mit der Übernahme der PowerPlus Technologies mit Sitz in Gera. Mit dem Aggregat vom Typ ecoPower 4.7 wurde ein leistungsmodulierendes Mini-BHKW mit maximal 4,7 kW elektrischer und 13,8 kW thermischer Leistung im Markt etabliert. Mit dem ecoPower 3.0 wurde das Produktportfolio 2009 um eine leistungsreduzierte Version mit 3 kW elektrischer Leistung ergänzt. Seit 2011 werden die Mini-BHKW am Produktionsstandort in Gelsenkirchen gefertigt.

Im Jahre 2012 übernahm die Vaillant-Tochter PowerPlus Technologies das von Cogenon vertriebene Powertherm-BHKW mit 20 kW elektrischer Leistung. Auch dieses ursprünglich von Spilling bzw. Miturbo Umwelttechnik entwickelte Mini-BHKW zeichnete sich durch seine Leistungsmodulation aus. Drei Jahre später gab Vaillant das ecoPower 20.0 in dieser Konstellation auf. Stattdessen wurde eine von der 2G Energy AG entwickelte 20-kW-Anlage unter dem gleichen Produktnamen vertrieben.

Rückläufige Nachfrage seit 2013

Während andere Heizgerätehersteller für den Einfamilienhausbereich einen Stirlingmotor mit 1 kW elektrischer Leistung anboten, beschränkte sich Vaillant stets auf KWK-Anlagen mit Verbrennungsmotor. 2011 wurde das Mikro-BHKW ecoPower 1.0 auf Basis eines Honda-Verbrennungsmotors mit 1 kW elektrischer Leistung in das Produktprogramm aufgenommen. 2012 wurden laut der Umfrage des Öko-Instituts Berlin (so genanntes „BHKW-Ranking“) rund 1.800 Module der ecoPower-Serie verkauft. Seit 2013 entwickelte sich die Nachfrage nach Vaillant-BHKW tendenziell rückläufig, der Markt zeigte sich nach Unternehmensangaben insgesamt volatil. Den Vertrieb des ecoPower 1.0 stellte Vaillant bereits im vergangenen Jahr ein, weil die angestrebten Verkaufszahlen nicht erreicht werden konnten.

www.vaillant.de

www.bhkw-infozentrum.de

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