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VdZ: Energielabel noch nicht im Markt angekommen

Seit dem 26. September 2015 dürfen neue Heizgeräte nur noch mit Energielabel vertrieben werden. Das Label soll Transparenz schaffen und hocheffiziente, erneuerbare Technologien fördern. Große Markteffekte blieben nach Ansicht des Forums für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik (VdZ) jedoch bisher aus.

Neben einzelnen Wärmeerzeugern, Warmwasserbereitern und -speichern müssen laut EU-Verordnung seit nunmehr zwei Jahren auch kombinierte Anlagen mit Temperaturregler und Solarthermie gekennzeichnet werden, teilte der VdZ am 13. September mit. Handwerker sind verpflichtet, dem Kunden die Energielabels schon mit dem Angebot überreichen. Hersteller müssen Produktlabel und Daten für die Berechnung des Verbundanlagenlabels zur Verfügung stellen. Die VdZ-Branchenplattform HEIZUNGSlabel bündelt diese Aufgaben: Mit Produkten von über 150 Marken bietet die Plattform Europas umfangreichste Artikeldatenbank, auf die auch zahlreiche Softwareanbieter zugreifen. Handwerker können kostenfrei Verbundanlagenlabels generieren und Produktlabels herunterladen. Bisher wurden den Angaben zufolge rund 30.000 Verbundlabels abgerufen.

„Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht“

„Die Hersteller haben ihre Hausaufgaben gemacht, sie bieten effiziente Produkte und stellen die Produktdaten zuverlässig zur Verfügung“, betont VdZ-Geschäftsführer Dr. Michael Herma. „Im Verhältnis zur Anzahl neu installierter Heizungsanlagen ist die Nachfrage nach Verbundlabels jedoch eher gering. Das Label ist offenbar noch nicht vollständig am Markt angekommen und wird vom Verbraucher kaum nachgefragt“, stellt Herma fest. Das könne unter anderem daran liegen, dass die beste Effizienzklasse, anders als bei weißer Ware, nicht unbedingt die effizienteste Lösung für das Gebäude darstellt. Welche Produktkombinationen sinnvoll sind, liege weiterhin im Verantwortungsbereich des SHK-Handwerkers.

„Als Verkaufsargument kaum genutzt“

„Das Energielabel könnte als Argument für den Austausch veralteter Heizungen dienen. Leider wird dies bisher kaum genutzt“, sagt Kerstin Vogt, die die VdZ-Plattform HEIZUNGSlabel betreut. Seit 2016 bekommen Heizungsanlagen, die älter als 15 Jahre sind, ein Effizienzlabel, das der SHK-Handwerker oder der Schornsteinfeger im Rahmen der Feuerstättenschau anbringt. Vogt hofft, dass sich mit der flächendeckenden Kennzeichnung von alten Heizgeräten auch das Label für Neuanlagen durchsetzt: „Durch den Vergleich von Alt- und Neuanlagenlabel kann der Handwerker seinem Kunden das Einsparpotential durch eine Modernisierung, das vielen Eigenheimbesitzern nicht bewusst ist, direkt vor Augen führen.“

Nachbesserungsbedarf auf EU-Ebene

Neben der geringen Bekanntheit des Labels besteht laut VdZ auch bei den zugrundeliegenden Verordnungen Verbesserungsbedarf. Die Kombinationsmöglichkeiten für die Berechnung von Verbundanlagen spiegeln häufig nicht die Realität am Bau wieder, heißt es aus Berlin. So wird die klassische Kombination aus Wärmeerzeuger und separatem Warmwasserspeicher in den meisten Fällen nicht als Verbundanlage gelabelt, sondern beide Geräte erhalten einzelne Produktlabel. „Solche praxisfernen Regeln sind dem Handwerker schwer vermittelbar. Hier sollte die EU-Kommission rasch nachbessern“, fordert Herma.

www.heizungslabel.de

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