14. Forum Wohnungslüftung

Wohngesundheit und Energieeffizienz gemeinsam denken: Unter diesem Leitmotiv stand das 14. Forum Wohnungslüftung. Rund 300 Teilnehmer waren bei der Onlineveranstaltung am 26.11.2025 dabei.

Beim 14. Forum Wohnungslüftung: Ralf Lottes, Lutz Schulte, Dr. Wolfram Birmili und Holger Thamm (v. l.).
Beim 14. Forum Wohnungslüftung: Ralf Lottes, Lutz Schulte, Dr. Wolfram Birmili und Holger Thamm (v. l.). – © HEA – Fachgemeinschaft für effiziente Energieanwendung

Rund 300 Experten aus Fachplanung, Energieberatung, Architektur, Handwerk und Industrie folgten der Einladung von HEA und Umweltbundesamt (UBA) Im Fokus der Veranstaltung standen praxisnahe Impulse für Neubau und Sanierung sowie aktuelle regulatorische Entwicklungen rund um Innenraumluftqualität und Energieeffizienz. Unterstützt wurde das 14. Forum Wohnungslüftung von einem breiten Bündnis aus 17 Kooperations- und Medienpartnern, darunter die Spitzenverbände der Geräteindustrie sowie der Elektro- und SHK-Handwerke.

Übergeordneter Rahmen

Nach der Begrüßung durch Dr. Wolfram Birmili, UBA, und Lutz Schulte, HEA, setzte Dr. Marischa Fast von der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit e. V. gleich zu Beginn einen übergeordneten Rahmen. Anhand der Themenfelder Bauen, Klima und Gesundheit zeigte sie deren Wechselwirkungen auf und plädierte dafür, gesundheitliche und energetische Potenziale strategisch gemeinsam zu heben – im Sinne eines gesellschaftlichen Mehrwerts.

  • Wohngesundheit und Energieeffizienz gehören zusammen: Moderne Wohnungslüftung leistet einen zentralen Beitrag zur gesundheitlichen Vorsorge, zum Klimaschutz und zur energetischen Optimierung von Neu- und Bestandsgebäuden.
  • Klimawandel erhöht den Handlungsdruck: Steigende Temperaturen und veränderte Außenluftbedingungen verschlechtern ohne angepasste Gebäudestandards die Innenraumluftqualität – Lüftungs- und Filtertechnologien werden zunehmend unverzichtbar.
  • Regulatorik und Praxis rücken näher zusammen: Neue EU-Vorgaben zur Innenraumluftqualität, serielle Sanierungskonzepte und systemische Lösungen wie die Kombination aus Wärmepumpe und Lüftung prägen die zukünftige Bau- und Sanierungspraxis.

Klimawandel beeinflusst Innenraumluft

Mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels auf die Innenraumluftqualität stellte Dr. Alexandra Schieweck, Fraunhofer WKI, zentrale Ergebnisse einer neuen UBA-Studie vor. Simulationen für unterschiedliche Gebäudetypen verdeutlichten: Ohne Anpassung heutiger Gebäudestandards drohen zunehmender Hitzestress, höhere Emissionen im Innenraum und eine Verschlechterung der Wohnqualität. Lösungsansätze sah Dr. Schieweck in optimierten Gebäudehüllen sowie in Lüftungs- und Filtertechnologien.

Wärmepumpe und Lüftung als effizientes Tandem

Welche Synergieeffekte sich aus der Kombination von Wärmepumpe und Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ergeben, zeigte Norman Ruckert, Viessmann. In anschaulichen Grafiken und einem Video stellte er unterschiedliche Gerätekombinationen vor. Zudem gab er praxisnahe Hinweise für Planung und Umsetzung – auch über den Neubau hinaus.

Von Regulierung bis Nutzerverhalten

Im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion standen aktuelle energiepolitische Entwicklungen. Anlass war die bevorstehende Umsetzung der EU-Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD) bis Ende Mai 2026. Diese formuliert erstmals Anforderungen an die Innenraumluftqualität. Prof. Thomas Hartmann, ITG Dresden, Ralf Lottes, VfW, Jens Schuberth, UBA, und Holger Thamm, FGK, diskutierten die Auswirkungen auf Bau- und Sanierungspraxis. Kontrovers bewertet wurde zudem das kurz zuvor veröffentlichte Eckpunktepapier zum geplanten „Gebäudetyp E“, in dem Wohnungslüftung als „Schnickschnack“ bezeichnet worden war. Prof. Hartmann stellte hierzu Umsetzungsoptionen für unterschiedliche Gebäudetypen vor. Weiterhin thematisierte er auch das Nutzerverhalten sowie einfache Messinstrumente zur Innenraumluftqualität.

Serielle Sanierung und Lebenszyklus im Blick

Mit einem innovativen Ansatz zur seriellen Sanierung präsentierte Martin Feller, Sistems GmbH, eine herstellerunabhängige Plattformlösung. Diese wird von außen an der Fassade angebracht und eignet sich auch für Wohnungslüftungssysteme. Anhand eines Quartiersprojekts erläuterte er Installation, Wartung und praktische Erfahrungen.

Lüftungsanlagen im Lebenszyklus

Einen weiteren Blick nach vorn warf Claus Händel, FGK, auf die Lebenszyklusanalyse von Lüftungsanlagen. Vor dem Hintergrund künftiger EU-Anforderungen zur Berechnung des globalen Erwärmungspotenzials über 50 Jahre zeigte er auf, wie Umweltwirkungen mithilfe von Umweltproduktdeklarationen dargestellt werden können. Zudem erläuterte er, warum verbändeübergreifende Lösungen dabei besonders praktikabel sind.

Gasetagenheizung ersetzen – Lüftung mitdenken

Abschließend beleuchtete Christian Bolsmann, VfW, die Folgen des schrittweisen Ausstiegs aus raumluftabhängigen Gasetagen-Heizungen. Er machte deutlich, welche Risiken für den Raumluftverbund entstehen können. Daher empfahl er als nachhaltige Lösung den Einsatz von Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Diese bieten Schutz vor Feuchteschäden und dienen zur Entlastung von Umwelt und Heizungssystemen.

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