Im Rahmen der Elektrifizierung seiner Baureihen stellt der deutsche Automobilhersteller Mercedes-Benz seinen neuen eSprinter vor.

Er bringt eine Vielzahl an technischen Neuerungen mit und basiert auf einem neuen Konzept bestehend aus drei Modulen. Diese sollen die größtmögliche Freiheit bei der Entwicklung und Gestaltung von verschiedenen Aus- und Aufbauten erlauben.
Das Frontmodul, ein einheitlich konzipierter Vorbau, umfasst dabei sämtliche Hochvolt-Komponenten und kann unverändert mit allen Fahrzeugvarianten kombiniert werden, unabhängig von Radstand und Batteriegröße. Im Unterboden befindet sich das Modul für die integrierte Hochvoltbatterie. Die Batterieposition zwischen den Achsen sorgt zusammen mit dem robusten Batteriegehäuse für einen niedrigen Schwerpunkt, was Fahrverhalten und Fahrsicherheit positiv beeinflussen soll. Die dritte Säule der Modulbauweise ist das Heckmodul mit der elektrisch angetriebenen Hinterachse. Sie kommt nach dem Prinzip der Gleichteilestrategie in allen Varianten des neuen eSprinters zum Einsatz. Der kompakte Elektromotor ist ebenfalls in das Heckmodul integriert.
Rund 350 Mio. Euro hat Mercedes-Benz in den neuen eSprinter investiert. Für die Anpassung der Produktion in den drei Werken Charleston, Düsseldorf und Ludwigsfelde werden jeweils rund 50 Mio. Euro investiert. Das modulare Konzept des neuen eSprinters soll dabei maximale Synergien in der Produktion und damit auch entsprechende Skaleneffekte ermöglichen.
„Der neue Mercedes-Benz eSprinter folgt konsequent unserer Strategie, mit den begehrenswertesten Transportern die Führungsposition bei der Elektromobilität einzunehmen und gleichzeitig profitabel zu wachsen”, sagt Mathias Geisen, Leiter Mercedes-Benz Vans.
Elektrische Reichweite
Die Markteinführung des neuen eSprinters beginnt im zweiten Halbjahr 2023 in den USA und Kanada. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen langen Kastenwagen mit Hochdach. Ausgestattet ist es mit der größten Batterie, dem Akku mit einer nutzbaren Kapazität von 113 kWh. Das Ladevolumen liegt bei 14 m3, das zulässige Gesamtgewicht beträgt bis zu 4,25 t.
Die elektrische Reichweite, basierend auf einer dem WLTP-Zyklus zu Grunde liegenden Simulation, soll bei bis zu 400 km liegen. Bei Fahrten im urbanen Raum soll, gemäß Simulationen in Anlehnung an den WLTP City-Zyklus, eine Reichweite von bis zu 500 km möglich sein. Mit diesen Reichweiten ist das Fahrzeug ideal auch für längere Fahrten geeignet.
In Europa erfolgt die Einführung dieser ersten Variante des Kastenwagens Ende 2023, das offene Baumuster sowie weitere Batterievarianten folgen sukzessive.
Der elektrische Antriebsstrang (eATS)
Die Hauptkomponenten des eATS beim neuen eSprinter sind zwei Neuentwicklungen: der effiziente Motor sowie die elektrische Hinterachse, die beide erstmals in einem batterie-elektrischen Van von Mercedes-Benz zum Einsatz kommen.
Der nur rund 130 kg schwere Permanentmagnet-Synchronmotor (PSM) zeichnet sich durch eine besonders hohe Effizienz und ein optimiertes Thermomanagement aus. Der Motor steht in zwei Leistungsstufen, 100 beziehungsweise 150 kW Peak, zur Auswahl und bietet ein Drehmoment von bis zu 400 Newtonmeter.
Durch die elektrisch angetriebene Hinterachse sollen neben dem klassischen Kastenwagen auch offene Baumuster möglich sein. Für den Kunden bringt das Vorteile mit Blick auf Aus- und Aufbauten, auf Fahrzeuglängen (A2 und A3), auf das maximale Gesamtgewicht (bis zu 4,25 t) sowie Anhängelasten (bis zu 2 t).
Hochvoltbatterie und Laden
Kunden können beim neuen Mercedes-Benz eSprinter je nach individueller Anforderung an Reichweite und Zuladung zwischen drei unterschiedlichen Batterien wählen: Einem Akku mit einer nutzbaren Kapazität von 56, 81 oder 113 kWh. Die Lithium-Eisenphosphat (LFP) Zellchemie ermöglicht es, die Batterievarianten frei von Kobalt und Nickel zu halten.
Wie alle eVans von Mercedes-Benz beherrscht der neue eSprinter sowohl Laden mit Wechselstrom als auch mit Gleichstrom. Der On-Board-Lader, der beim Laden mit Wechselstrom, beispielsweise an der Wallbox, den Strom im Fahrzeug wandelt, leistet maximal 11 kW. An der Schnellladestation kann der neue eSprinter mit bis zu 115 kW geladen werden.