Contracting-Markt stabil

Die aktuelle Markterhebung zeigt: Die Contracting-Branche entwickelt sich trotz zunehmend schwieriger Rahmenbedingungen weiterhin positiv. Der Verband Vedec hat seine Marktzahlen für 2023 veröffentlicht. Der Anteil Erneuerbarer Energien unter den eingesetzten Energieträgern steigt weiter an.

zwei Pelletskessel großer Leistungsbereich in Kaskade
Contracting- Lösung im Schulzentrum Sulingen mit zwei Pelletskesseln, die Wärme aus 100 % erneuerbaren Energien liefern. – © Vedec/duobloq Energie GmbH

Der Verband für Energiedienstleistungen, Effizienz und Contracting (Vedec) meldet einen stabilen Vertragszuwachs im Jahr 2023. Mit 5,1 % Zuwachs sinkt er im Vergleich zum letzten Jahr lediglich leicht. Den geringeren Zuwachs führt der Verband auf die unsichere politische Lage zurück. Wechselnde Rahmenbedingungen beim Gebäudeenergiegesetz (GEG) wirkten sich negativ auf die Contracting-Branche aus.

Hindernisse für Contracting-Markt

Als größte Hindernisse für den Contracting-Markt identifizieren die Akteure die Energiepreiskrise, die in der Wärmelieferverordnung verankerte Kostenneutralität und Preissteigerungen bei der Anlagentechnik. Die unklare Gesetzeslage erschwert eine langfristige Planung, auf die Contracting-Anbieter angewiesen sind.

Umsatz angestiegen

Trotz der umfassenden Hemmnisse konnte ein Umsatzanstieg von rund 8 % verzeichnet werden. Die Branche setzt verstärkt auf erneuerbare Energieträger, der Anteil steigt um 4 % auf insgesamt 27 %. Doch auch ein Erdgashoch ist zu verzeichnen. Dieses resultiert aus der Verunsicherung der Kunden. Mangelhafte Berichterstattung einzelner Medien sowie eine fehlerhafte Kommunikation und unsichere Rahmenbedingungen seitens der Bundesregierung führten in Deutschland verstärkt zum Einbau von Erdgaskesseln.

Contracting-Markt 2023

Balkendiagramm Verträg Contracting
Entwicklung der Contracting-Verträge von 2013 bis 2023. – © Vedec

„Vermehrte Einsatz fossiler Anlagentechnik ist alarmierend“

Tobias Dworschak, Vorstandsvorsitzender des Vedec sagt: „Der vermehrte Einsatz fossiler Anlagentechnik ist alarmierend. Zusätzlich zur schwierigen Ausgangslage erschwert sie perspektivisch das Umstellen auf Erneuerbare Energieträger und damit die Umsetzung der Wärmewende. Wir stehen vor einer Wärmepreis-Problematik, die hinlänglich bekannt ist: Der Preis der Wärmewende ist hoch, Erneuerbare Energieträger sind kostenintensiv, doch Wohnungswirtschaft und Mieter:innen dürfen nicht überfordert werden. Umso wichtiger ist die Unterstützung der Bundesregierung, Hemmnisse abzubauen und eine für alle Seiten praktikable Gesetzgebung zu verabschieden.“

Weniger Contracting-Aufträge aus Wohnungswirtschaft

Die Problematik der Kostenneutralität zeigt sich auch in um 3 % sinkenden Auftragszahlen durch die Wohnungswirtschaft. Trotz vorhandener Lösungen können Mietwohngebäude derzeit nicht rechtssicher an Fernwärme- und Gebäudenetze angeschlossen werden. Die Umstellung scheitert in den meisten Fällen an der fehlenden Kostenneutralität gemäß Wärmelieferverordnung.

vedec.org