Unterstützt die Elektrifizierung für den Wärmepumpen-Hochlauf!

Anlässlich der „Woche der Wärmepumpe“ haben die Branchenverbände BWP, ZVEH und ZVEI ein Positionspapier mit Forderungen zum Wärmepumpen-Hochlauf veröffentlicht. Dieser brauche klare Rahmenbedingungen für eine stärkere Elektrifizierung.

Strommaste und blauer Wolkenhimmel als Symbol für Elektrifizierung
Die Branchenverbände BWP, ZVEH und ZVEI fordern von der Politik den Wärmepumpen-Hochlauf durch klare Rahmenbedingungen für die Elektrifizierung zu stärken. – © Si/ch
Politiker und Branchenvertreter sitzen an zum U aufgestellten Tischen im Wirtschaftsministerium.
Zum Gipfel „Das vernetzte Haus der Zukunft“ mit Robert Habeck am 5. November waren auch die Branchenverbände eingeladen. In einem aktuellen Positionspapier haben sie ihre Forderungen zusammengefasst. – © ZVEH/BMWK/Andreas Mertens

Anlässlich der Anfang November stattgefundenen „Woche der Wärmepumpe“ und dem „Gipfel zum vernetzten Haus der Zukunft“ vom 5. November haben der Bundesverband Wärmepumpe e. V. (BWP), der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) und der ZVEI e. V. (Verband der Elektro- und Digitalindustrie) ein Positionspapier veröffentlicht.

Es richtete sich vorige Woche noch an die Ampel-Koalition. Er kann nun als Appell an die künftige Regierung aufgefasst werden. Im Vordergrund stehen dabei vier Aspekte:

Verlässliche Förderung und CO2-Preis

„Nach dem starken Nachfrageabfall zu Jahresanfang sehen wir seit Mitte des Jahres wieder ein wachsendes Interesse bei Gebäudeeigentümerinnen und -eigentümern an der Wärmepumpe. Die Zahl der Förderanträge für Wärmepumpen steigt, die neuen, attraktiven Förderbedingungen sind ein wesentlicher Treiber dafür, dass sich der Wärmepumpenmarkt erholt. Damit die Installationszahlen weiter zulegen, brauchen Investoren vor allem Planungssicherheit, dass die guten Förderkonditionen weiter gelten“, so BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel.

Damit Wärmepumpen attraktiver sind als Gas- oder Öl-Heizungen, fordern die drei Verbände „Transparenz hinsichtlich des CO2-Preispfads“. Dieses insbesondere hinsichtlich des Übergangs vom nationalen Preissystem im europäischen Emissionshandel ab 2027.

Handlungsbedarf sehen BWP, ZVEH und ZVEI auch bei den Netzkapazitäten. Die Sorge um unzureichenden Netzausbau ließe sich durch eine politische Agenda ähnlich dem „Electrification Action Plan“ der EU begegnen. In der Agenda sollten Wärmepumpen-Hochlauf, Netzausbau, Smart Meter Rollout und variable Stromtarife koordiniert werden.

Niedrigere und flexible Strompreise für Wärmepumpen-Hochlauf

Da Deutschland einen der höchsten Strompreise in der EU hat, müsse er sinken. Dann wäre der Umstieg auf elektrische Heizlösungen attraktiver.Gleiches gelte für Steuern, Abgaben und Netzentgelte beim Strompreis.

Parallel dazu sollten die Politik Chancen und Vorteile flexibler Stromtarife stärker betonen. Der Einsatz flexibler Tarife sei zu beschleunigen. Dabei sei es laut Verbände wichtig, dass Verträge mit dynamischen Stromtarifen über ein Absicherungsinstrument verfügen.

Konsequenter Smart Meter Rollout

„Durch ein optimales Zusammenspiel innovativer Technologien – von der PV-Anlage und Wärmepumpe über Speicher und Wallboxen bis hin zum Energiemanagementsystem und Smart Meter – lassen sich im Gebäudesektor bis zu 65 Prozent Primärenergie einsparen. Voraussetzung ist die konsequente Nutzung smarter Verbrauchssteuerung. Die Politik muss dem flächendeckenden Rollout intelligenter Messsysteme den Rücken stärken, damit sie in der Breite zum Einsatz kommen und wir das so entstehende Effizienzpotenzial heben können“, so Wolfgang Weber, Vorsitzender der ZVEI-Geschäftsführung.

Beschleunigung beim Netzanschluss

In Deutschland gibt es über 800 Netzbetreiber. Unterschiedliche Vorgaben und teils immer noch nicht digitalisierte Prozesse für die Installation und Inbetriebnahme von Wärmepumpen und anderen Stromverbrauchseinrichtungen (z. B. Ladeinfrastruktur für E-Autos) führen zu immensen Verzögerungen. Aus Sicht von BWP, ZVEH und ZVEI müsste die Regierung Maßnahmen zur Standardisierung und Digitalisierung des Netzanschlusses konsequent weiterverfolgen und zusätzlich anstoßen.

„Um Netzanschlussverfahren zu beschleunigen, braucht es volldigitale und einheitliche Anmelde- und Inbetriebnahmeverfahren, einheitliche Prozesse und technische Vorgaben wie etwa eine Muster-TAB sowie auch eine allgemeingültige Schulungsverpflichtung für alle im Netzanschlussbereich tätigen Fachkräfte“, macht ZVEH-Hauptgeschäftsführer Alexander Neuhäuser deutlich.

Das Positionspapier (PDF) ist hier nachzulesen.

www.waermepumpe.de | www.zveh.de | www.zvei.org