Wärmepumpen-Branchenstudie 2024: Nach Einbruch bald keine Förderung mehr?

Auf dem Forum Wärmepumpe hat der BWP die aktuellen Zahlen der Wärmepumpen-Branchenstudie vorgelegt. Nach dem Markteinbruch 2024 erwartet der Verband für nächstes Jahr einen Absatz von rund 260.000 Geräten. Die positive Prognose ist unsicher, weil die Förderung im GEG wegen der vorgezogenen Bundestagswahlen unsicher ist.

Porträtfoto Martin Sabel. GF BWP
BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel zum bevorstehenden Wahlkampf der Parteien: „Polemische Debatten um eine mögliche Rücknahme der sinnvollen Vorgaben für neue Heizungen im GEG oder zu vermeintlich astronomischen Kosten schaden der deutschen Wirtschaft, die auf Planungssicherheit angewiesen ist.“ – © BWP

Den im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnenden Marktrückgang um 45 Prozent begründet der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) am Mittwoch in Berlin mit einer starken Verunsicherung von Verbraucherinnen und Verbrauchern. Vor allem die Ankündigungen zur kommunalen Wärmeplanung und die nicht ausreichende Bekanntheit der Förderprogramme sorgten für eine Kaufzurückhaltung. Hoffnung auf einen sich erholende Absatz gäben insbesondere die weiter steigenden Förderzahlen der KfW. Der BWP ruft dazu auf, sich in der Gebäudepolitik zukünftig nicht allein auf die Einführung des europäischen Emissionshandels (ETS 2) zu verlassen.

Förderpolitik 2025 mit Fragezeichen

„Die Branche hat hohe Erwartungen an die bevorstehenden Wahlen und einen möglichen Regierungswechsel. Die Ergebnisse unserer Branchenstudie zeigen, dass sich die neue Regierung nicht allein auf den CO2-Emissionshandel verlassen darf, der ab 2027 europaweit für die Sektoren Gebäude und Verkehr eingeführt wird und erwartbar zu höheren Kosten für fossile Energieträger führen wird“, so BWP-Geschäftsführer Dr. Martin Sabel.

„Industrie, Handwerk und Gebäudeeigentümer benötigen positive Anreize zugunsten der erneuerbaren Alternativen, insbesondere der Wärmepumpe. Deshalb muss parallel die Entlastung des Strompreises, etwa im Bereich der Stromsteuer und Netzentgelte angegangen werden. Die Flankierung über die im vergangenen Jahr geschaffenen Rahmenbedingungen der Heizungsförderung (BEG) und im Gebäudeenergiegesetz (GEG) sollte stabil gehalten werden.“

Szenarien der Wärmepumpen-Branchenstudie

Das erste Szenario geht vom Fortschreiben der aktuell geltenden Rahmenbedingungen (BAU/“Business-as-usual“) aus. Die Autoren bilden darin auch jährlich wiederkehrende Unsicherheiten über die Finanzierung der BEG-Förderung und Debatten über die Zukunft der Heizungsregelungen im GEG ab, die weiterhin zu Verunsicherungen führen. Damit wäre der ab 2027 einsetzende europäische Emissionshandel in diesem Szenario das dominierende Lenkungsinstrument. Ohne positive Anreize für erneuerbare Wärmeerzeuger, führen der steigende Öl -und Gaspreis aber eher zu sparsamem Verbrauchsverhalten, während die Investitionen in neue Heizungen grundsätzlich zurückgingen. So würde die Zielmarke von 500.000 jährlich installierten Wärmepumpen erst in 2030 erreicht.

Das zweite „ambitioniertes Szenario“ beinhaltet, dass die neue Bundesregierung die Öffentlichkeit transparent auf den bevorstehenden Emissionshandel und steigende Preise vorbereite. Dazu gehöre auch, die Verwendung der Einnahmen aus dem CO2-Preis frühzeitig zu klären. Zudem müsse der Strompreis sinken. Wenn zugleich verlässliche Rahmenbedingungen bei Förderung und Gebäudeenergiegesetz gelten, könnte der Wärmemarkt auf das Niveau von 2023 kommen, Wärmepumpe dann bereits 2027 die Marke von 500.000 erreichen.

Förderpolitik und Wahlkampf

Zusammenfassend sieht der BWP, dass der Gebäudesektor in der Wahrnehmung von Politik und Öffentlichkeit stark an Bedeutung gewonnen habe. „Bei aller Auseinandersetzung um die besten Konzepte für Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wirtschaft: Wir erwarten von den nun in den Wahlkampf einsteigenden Parteien, dass sie mit der gestiegenen Sensibilität verantwortlich umgehen. Polemische Debatten um eine mögliche Rücknahme der sinnvollen Vorgaben für neue Heizungen im GEG oder zu vermeintlich astronomischen Kosten schaden der deutschen Wirtschaft, die auf Planungssicherheit angewiesen ist. Die Parteien sollte das Ziel verbinden, dass Deutschland auch weiterhin zu den Vorreitern bei der Klimaschutztechnologie Wärmepumpe gehört“, fasst Dr. Sabel die Erwartungshaltung der Branche zusammen.

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