„Es war nie nur Glück“ – Bundesverbandstag Schornsteinfegerhandwerk

Vom 10. bis 13. Juni 2025 traf sich das Schornsteinfegerhandwerk zum Bundesverbandstag in Berlin. Neben dem Austausch mit Politik, Handwerk und Wärmebranche stand vor allem eines im Fokus: die Rolle des Schornsteinfegerhandwerks in der Wärmewende und die Zukunft des Handwerks.

1 Schornsteinfegerin, 5 Schornsteinfeger und 1 Mann im Anzug vor weißer Wand mit Graffittis
Der aktuelle Vorstand des Bundesverbandes setzt sich zusammen aus der neu gewählten Iris Dohmen (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), Markus Burger (Technik), Udo Voigt (Berufsbildung), Alexis Gula (Präsident), Torsten Arndt (Hauptgeschäftsführer), Dr. Julian Schwark (Energie) und Andreas Peeters (Vizepräsident und Finanzen) (v. l.). – © ZIV
um die hundert Schornsteinfeger auf einer Treppen-Terrasse vor dem Hotel Estrel in Berlin.
Die Teilnehmer des 141. Bundesverbandstag vor dem Estrel Congress Center (ECC) in Berlin. – © ZIV

Der 141. Bundesverbandstag des Schornsteinfegerhandwerks fand unter dem Eindruck des Regierungswechsels statt. Noch gibt es keine klaren Aussagen zur Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die für das Schornsteinfegerhandwerk, SHK-Betriebe und Energieberater von großer Bedeutung sind. Verbandspräsident Alexis Gula forderte: „Es ist Zeit für klare Bekenntnisse.“ Die Wärmewende hakt, so zeigen es die kürzlich veröffentlichen Erhebungen der Schornsteinfeger und die Verkaufszahlen der Heizungsindustrie.

GEG-Änderung besser gemeinsam mit Fachhandwerk

Bei der Veranstaltung diskutierten Politiker und Branchenvertreter, darunter Sabine Poschmann (SPD), Dr. Saskia Ludwig (CDU) und Michael Kellner (Grüne), Vorschläge zur GEG-Änderung. In der Regel waren es die Schornsteinfegerinnen und Schornsteinfeger, die vor Ort die Auswirkungen des „Heizungsgesetzes“ erläuterten: Sind Öl- und Gasheizungen jetzt verboten? Wie soll ich künftig heizen? Klar wurde, dass das Einbeziehen der Klimagewerke und des Handwerks entscheidend ist, um die Energie- und Wärmewende erfolgreich umzusetzen.

Schornsteinfegerhandwerk: Experten für alle Wärmesysteme

Das Schornsteinfegerhandwerk sieht sich als zentraler Ansprechpartner für alle Wärmesysteme und Energieeffizienzfragen. Neben der klassischen Schornsteinreinigung bieten Betriebe künftig Effizienzprüfungen für Wärmepumpen und die Überprüfung von Lüftungsanlagen an. Damit wird das Berufsbild moderner und umfassender – passend zu den Anforderungen der Wärmewende.

Potenzial sieht der Bundesverband zudem im Monitoring der Energiewende. Im Zuge seiner hoheitlichen Maßnahmen könnte das Schornsteinfegerhandwerk eine Datenaufnahme des kompletten Gebäudebestands übernehmen und den Fortschritt der Wärmewende dokumentieren. Heizungsanlagen und andere Feuerstätten wie Kaminöfen oder Warmwasserbereiter werden über die Erhebungen erfasst. Wärmepumpen, strombasierte Wärmeerzeuger oder Anschlüsse an Wärmenetze nicht.

Nachwuchs lernt Klimahandwerk

Auch die Ausbildung wurde zukunftsorientiert angepasst. Seit Mai 2025 gehören Energieberatungen, Effizienzprüfungen und Lüftungsüberprüfungen zum Lehrplan. Mit einem neuen Bachelor-Studium im Bereich Energie eröffnen sich zudem akademische Perspektiven für junge Fachkräfte. So bleibt das Handwerk fit für die Herausforderungen im Wärmemarkt.

Tradition trifft Zukunft: „Es war nie nur Glück“

Das Motto des Bundesverbandstags „Es war nie nur Glück.“ spiegelt die Philosophie des Schornsteinfegerhandwerks wider. Seit dem Mittelalter sind Schornsteinfeger Glücksbringer – doch Glück war stets das Ergebnis harter Arbeit und Kompetenz. Verbandspräsident Gula betont: „Unser Beruf ändert sich, aber wir halten an unserer Handwerkstradition fest.“ Mit über 7.300 Innungsbetrieben und mehr als 16.000 Beschäftigten bleibt das Schornsteinfegerhandwerk eine starke Gemeinschaft.

Glückstour erreicht Ziel – Schornsteinfegerhandwerk spendet für krebskranke Kinder

Ein besonderes Highlight war die Ankunft der Glückstour, einer der größten privaten Spendenorganisationen in Deutschland. Nach über 700 Kilometern auf dem Fahrrad kamen die Teilnehmer in Berlin an, um Spenden für krebskranke Kinder an regionale Einrichtungen zu übergeben. In den vergangenen 20 Jahren sammelte und verteilte die Glückstour über 7 Mio. Euro an Spenden.

www.schornsteinfeger.de