Schornsteinfeger wollen mehr Flexibilität beim GEG

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks hat im Juni 2025 der Politik Vorschläge für eine Novellierung des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorgelegt. Kernaussagen des Positionspapiers: mehr Flexibilität beim GEG und eine Vereinfachung. Das Gesetz sollte in der Praxis umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll sein. Alle Details im Überblick:

Schornsteinfegerin berät Heizungsbesitzer vor Ölheizkessel im Heizungskeller über Energieverbrauch
Das Schornsteinfegerhandwerk hat der Politik ein Positionspapier zur Vereinfachung der Novellierung des GEG vorgelegt. – © ZIV/Sandra Seifen Fotografie

Den Regierungswechsel nutzt das Schornsteinfegerhandwerk als Chance, seine Erfahrungen aus der täglichen Arbeit in einen konkreten Vorschlag für die Novellierung des GEG einzubringen. Im Zentrum steht ein praxisnahes Punktesystem, das verschiedene Wege zum Erreichen der Klimaziele berücksichtigt. Es setzt dabei auf Technologieoffenheit, weniger Bürokratie und mehr Planungssicherheit für Hauseigentümer und Handwerker.

EE-Anteil: mehr Flexibilität beim GEG

Der Anteil erneuerbarer Energien (EE) soll nach Meinung des Schornsteinfegerhandwerks schrittweise bis zum Jahr 2045 steigen. Beginnend mit 15 % im Jahr 2029, bis hin zu 100 % im Jahr 2045. Im Unterschied zum aktuellen GEG sollen Hausbesitzerinnen und -besitzer frei wählen können, welche Heizung und welche erneuerbaren Energieträger sie nutzen bzw. wie sie diese kombinieren.

Teil des Vorschlags ist auch ein anrechenbares Punktesystem, bei dem nicht nur die Heiztechnik von Kaminofen bis Wärmepumpe zählen, sondern auch Maßnahmen wie Dämmung oder hydraulischer Abgleich. Welche Möglichkeiten sich für das eigen Haus anbieten, erfahren die Sanierungswilligen im Rahmen einer Energieberatung.

Vereinfachte Nachweispflicht

Der Verband fordert eine Vereinfachung der Nachweispflichten und schlägt dafür drei mögliche Wege vor. Erfüllt wären die Anforderungen, wenn

1. eine 100-%EE- Heizungsanlage eingebaut ist (z. B. Wärmepumpe oder Biomasseheizung),

2. der Anteil an erneuerbaren Energien über die Anlagentechnik und/oder bauliche Verbesserungen vereinfacht berechnet wurde,

3. eine detaillierte Berechnung durch einen Energieberater erfolgt.

Schornsteinfegerverband: Damit rücke die GEG-Novelle näher an die Realität vieler Eigentümer – und mache die Wärmewende einfacher umsetzbar.

Handwerk einbinden – statt Verunsicherung

Dr. Julian Schwark vom Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks fordert, Fachwissen aus der Praxis stärker in die Gesetzgebung einzubeziehen: „Das aktuelle GEG ist für viele Hausbesitzer schwer nachvollziehbar. Eine Vereinfachung ist dringend nötig – mit klaren Vorgaben, die gemeinsam mit dem Handwerk entwickelt werden.“ Das Ziel ist weniger Verunsicherung, bessere Orientierung und eine Wärmewende, die in der Praxis funktioniert.

Schwark empfiehlt in Richtung Politik: „Das Gebäudeenergiegesetz ist ein sensibles Regelwerk, das insbesondere seit der letzten Novelle alles andere als trivial ist. Vorschläge zu Änderungen sollten stets mit Fachleuten abgestimmt und wohlüberlegt sein, um keine Fehlanreize zu setzen und weitere Verunsicherungen in Markt und Bevölkerung zu vermeiden.“

Das Positionspapier als PDF Download.

www.schornsteinfeger.de