Laut dem BSW Solar zeigen neue Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA): Das für 2030 gesetzlich verankerte PV-Ausbauziel der Bundesregierung wurde Anfang Juli 2025 zur Hälfte erreicht. Zuletzt habe sich der Ausbau der Solarstromerzeugung jedoch verlangsamt.

Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW Solar) sieht deshalb die Zielerreichung für 2030 gefährdet. Er warnt vor einer Drosselung des Energiewende-Tempos und fordert von der neuen Regierung verlässliche Investitionsbedingungen für den weiteren Photovoltaik- und Speicherausbau sowie den Abbau weiterer Marktbarrieren.
„Der Strombedarf wächst und die Solarisierung von Dächern, Fassaden und Freiflächen darf nicht nachlassen. Die Hälfte des Weges ist geschafft, doch die nächste Etappe ist kein Selbstläufer“, sagt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. „An einem stärkeren Ausbau der Photovoltaik und Speicher führt klima- und energiepolitisch kein Weg vorbei. Die aktuelle Hitzewelle und zunehmende Klimafolgeschäden verdeutlichen dies schmerzhaft.“
Bürger wollen schnellen PV-Ausbau
Ein dynamischer Ausbau der Solarenergie im Strom- und Wärmesektor zähle zugleich zu den effizienten und nachhaltigen Maßnahmen zur Senkung der Energiekosten, so Körnig. „In den letzten 25 Jahren hat sich die Photovoltaik von einer teuren Satellitentechnik zur preiswertesten Stromerzeugungsform entwickelt. Keine andere Kraftwerkstechnologie wird derzeit weltweit so stark ausgebaut wie die Solartechnik. Schon heute sparen private und industrielle Verbraucher Milliarden durch den Einsatz klimafreundlicher Photovoltaik.“
Repräsentativbefragungen würden zudem regelmäßig belegen, dass eine überwältigende Mehrheit in der Bevölkerung einen schnelleren Ausbau der Solarenergie wünschen.
Photovoltaik-Ausbauziel Stand 2025
Eine BSW-Auswertung des Marktstammdatenregisters der BNetzA ergab: mehr als fünf Mio. PV-Anlagen auf Dächern, Balkonen und Freiflächen decken inzwischen rund 15 % des deutschen Strombedarfs – mit steigender Tendenz. Insgesamt sind rund 107,5 GW an solarer Stromerzeugungskapazität in Betrieb.

Empfehlungen an die Bundesregierung
Damit die solaren Stromerzeugungskapazitäten bis 2030 – wie vom Gesetzgeber geplant – auf 215 GW verdoppelt werden, hat der BSW Solar eine Reihe von Empfehlungen an die Bundesregierung adressiert. Besonders wichtig sei nach Verbandsangaben, dass die längst überfällige EU-Beihilfegenehmigung für das „Solarpaket“ nunmehr endlich erfolge und die geplanten Maßnahmen zur Beschleunigung und Digitalisierung von Netzanschlüssen zügig umgesetzt werden.
Mehr Stromspeicher!
Um das volle Photovoltaik-Potenzial systemdienlich zu entfalten, bedürfe es laut BSW-Solar zudem eines deutlich stärkeren Ausbaus der Speicherkapazitäten. Dafür müsse unter anderem die im Koalitionsvertrag vorgesehene baurechtliche Privilegierung von Batteriespeichern zeitnah umgesetzt werden. Derzeit sind in Deutschland rund zwei Mio. Batteriespeicher mit einer Gesamtkapazität von rund 20 GWh in Betrieb. Nach Einschätzung der Wissenschaft bedarf es bis 2030 jedoch einer Speicherkapazität von rund 100 bis 150 GWh.