
Wie lässt sich das Bauen einfacher, nachhaltiger und klimagerechter gestalten? Bei der dritten Baustellenbesprechung des Netzwerks „Neues Bauen – 80 Sekunden“ Ende Juni in Berlin diskutierten Vertreter aus Politik, Industrie und Wissenschaft. Praxisnahe Impulse lieferte u. a. Dror Peled von Mitsubishi Electric in seiner Keynote mit einem klaren Statement.
In seiner Keynote forderte Dror Peled, Deputy Division Manager bei Mitsubishi Electric, Living Environment Systems, mehr Tempo für die Wärmewende. „Die Bereitschaft, in effiziente Wärmepumpen und Klimatechnik zu investieren, ist grundsätzlich hoch, doch entschlossene Entscheidungen sind genau jetzt gefragt“, appellierte Peled. „Keine Zeit mehr zu verlieren.“ In vier Themenblöcken setzte Peled, in seiner Keynote „Die Wärmewende beschleunigen – mit Systemlösungen im Neubau und Bestand“ starke Impulse für mehr Umsetzungswillen im Gebäudesektor.
Energieeffizient dank Wärmepumpe
Im ersten Themenblock zur Energieeffizienz stellte Peled die Wärmepumpentechnologie in den Mittelpunkt. Mit ihr lassen sich aus 1 kW Strom bis zu 4 kW Wärme gewinnen. Ein Wirkungsgrad, der die Technik längst zum Standard im Neubau gemacht hat. Zunehmend erweist sich die Wärmepumpe jedoch auch im Bestand als zukunftsweisende Lösung. Sei es als Ersatz oder als Ergänzung zu bestehenden Heizsystemen.
Moderne Anlagen gehen dabei über die reine Wärmebereitstellung hinaus: In Kombination mit cloudbasierten Steuerungslösungen wie der MELCloud oder den Iconics Digital Solutions, wie Mitsubishi Electric sie anbietet, lassen sich Heiz- und Kühlsysteme intelligent vernetzen. Diese digitalen Plattformen machen Einsparpotenziale transparent und ermöglichen eine gezielte Optimierung – ein entscheidender Schritt hin zu mehr Energieeffizienz in Gebäuden.
Wärmewende muss sich lohnen
Der zweite Themenblock „Wirtschaftlichkeit“ machte klar, dass die Wärmewende kein Luxusgut sein darf, sondern sich für alle lohnen muss. Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wohnungswirtschaft und Politik erforderlich. Beispiel ist die Taskforce zum Gebäudetyp E im Netzwerk „Neues Bauen – 80 Sekunden“. Hier zeigt sich, wie durch die Kooperation verschiedener Stakeholder Synergien entstehen, die die Wirtschaftlichkeit von Bauvorhaben steigern. Das wiederum beschleunigt die Umsetzung und trägt dazu bei, die Wärmewende in der Breite voranzubringen.

Ein Beispiel stellt die externe Heizzentrale dar, die Mitsubishi Electric gemeinsam mit der PreFab TGA GmbH realisiert hat: in Containern eingebaute Wärmepumpen-Kaskaden, die außerhalb des Gebäudes aufgestellt werden. „Dies ist eine besonders platzsparende Möglichkeit beim Wechsel von dezentralen Lösungen wie der Gasetagenheizung zu einem zentralisierten System“, so Peled. Er wies auf die besondere Wirtschaftlichkeit hin, die sich dank des Plug-and-play-Prinzips erreichen lässt.
Passende Wärmepumpe für jedes Haus
Doch alle Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit bringen nichts, wenn es an der Machbarkeit hapert. Und auch hier kann die Wärmepumpe ihre Stärken voll ausspielen – einfach, weil es für jedes Gebäude die passende Wärmepumpe gibt. Mit Systemingenieuren, die deutschlandweit TGA-Planungs- und Ingenieurbüros hinsichtlich Anforderungen an ein Bau- oder Sanierungsvorhaben bei Wohn- und auch Nicht-Wohngebäuden beraten, trägt das Ratinger Unternehmen zur Machbarkeit bei.
Tempo durch weniger Bürokratie
Als viertes, letztes und besonders wichtiges Thema stand die Geschwindigkeit im Fokus. Dafür ist ein Abbau der Bürokratie nötig: Schnelle Genehmigungen, mehr digitale Prozesse, Planungssicherheit sowie die Harmonisierung der Landesbauordnungen spielen hier eine wichtige Rolle.
Fazit: Wärmewende realistisch denken

„Der Werkzeugkasten steht in Deutschland zur Verfügung, um die Wärmewende im Wohnsektor zu gestalten. Jetzt geht es darum, sie realistisch zu denken. Mit Energieeffizienz als Basis, Wirtschaftlichkeit als Antrieb für unser Tun, Machbarkeit als Kompass für das, was realistisch umsetzbar ist, und der Geschwindigkeit und Verlässlichkeit als Maßstab“, resümierte Peled.
Im Anschluss an seine Keynote vertiefte Peled das Thema der Wärmewende im Podcast-Dialog mit Henning Schmidt von der Renowate GmbH. Insbesondere stand hier die serielle Sanierung von Wohngebäuden im Mittelpunkt. Der per KI generierte Impuls verdeutlichte den dringenden Handlungsbedarf bei der Modernisierung des Bestands.
Auch die politische Dimension kam nicht zu kurz: Am Stand von Mitsubishi Electric informierten sich Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sowie Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt über aktuelle Lösungen. Zudem nutzte Stephan Stracke, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, das Politische Frühstück für ein Gespräch mit Tobias Bargsten, Leiter Verbandswesen & External Relations bei Mitsubishi Electric, Living Environment Systems. Im Fokus standen dabei sowohl die vielfältigen technischen Systeme des Unternehmens als auch die aktuellen regulatorischen Rahmenbedingungen und Herausforderungen.
Nächstes Fachforum – jetzt anmelden
Nach der Sommerpause geht das Netzwerk schon in die nächste Runde. Vom 15. bis 16.09.2025 findet das „Neues Bauen – 80 Sekunden“-Fachforum zum Thema „Energiewende im Bestand: Impulse für ein Jahrzehnt der Sanierung“ bei Mitsubishi Electric in Ratingen statt. Zwei Tage, an denen hochkarätige Teilnehmer über die Strategien, Technologien und Fördermöglichkeiten diskutieren und gemeinsam Impulse zur Energie- und Wärmewende entwickeln werden.
Interessierte können sich unter folgendem Link anmelden.