Die Gebäudearmaturenindustrie verzeichnet im 1.Halbjahr 2025 nur leichte Umsatzzuwächse. Weder Regierungswechsel noch „Bau-Turbo“ führten bislang zu einer nachhaltigen Erholung. Für das Gesamtjahr erwartet der VDMA ein Umsatzplus von 3 Prozent.
Das Fazit für das erste Halbjahr 2025 fällt für die deutsche Gebäudearmaturenindustrie durchwachsen aus. Nach einem guten Jahresstart – befeuert durch den Regierungswechsel und den angekündigten Bau-Turbo – blieb die erhoffte Trendwende bislang aus. Im Inland legten die Umsätze nominal um 3 % zu, im Ausland um 4 %. Insgesamt stieg der Branchenumsatz um 4 %, preisbereinigt entsprach dies jedoch nur einem Plus von 1 %.
„Wir können zwar gegenüber dem schwachen Vorjahr eine Verbesserung verbuchen, doch Euphorie ist unangebracht. Der Wohnungsbau steckt weiterhin in der Krise, und die Nachfrage bleibt schwach“, sagt Lubert Winnecken, Geschäftsführer und CEO bei Keuco und Vorsitzender der VDMA Fachabteilung Gebäudearmaturen.
Markt: Technische Gebäudearmaturen schwach
Der VDMA Armaturen verlief die Entwicklung innerhalb der Teilbranchen im ersten Halbjahr 2025 uneinheitlich. Sanitär und Heizung stabil: Sanitärarmaturen erzielten ein Umsatzplus von 6 %, Heizungsarmaturen legten um 5 % zu. Technische Gebäudearmaturen mussten dagegen einen Rückgang von 3 % hinnehmen. Die Auftragseingänge lassen für das zweite Halbjahr eine verhalten positive Entwicklung erwarten.
Exportgeschäft: USA gewinnen, Frankreich und China verlieren
Auf den internationalen Märkten blieb die Nachfrage hinter den Erwartungen zurück. Die Exporte von Gebäudearmaturen sanken bis Ende Juni 2025 leicht um 0,2 % auf 1,8 Mrd. Euro. Während die Lieferungen in die USA um 18 % auf 195,9 Mio Euro stiegen und die Vereinigten Staaten damit erstmals größter Absatzmarkt wurden, brachen die Exporte nach Frankreich (- 18,2 % auf 164 Mio. Euro) und China (- 17,1 % auf 163,4 Mio. Euro) deutlich ein.
Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung erwartet der VDMA Armaturen für 2025 lediglich ein moderates Umsatzplus von 3 %. Für 2026 rechnet der Fachverband mit einer spürbar stärkeren Dynamik – vorausgesetzt, die politischen Rahmenbedingungen verbessern sich.
„Unsere Mitglieder liefern entscheidende Lösungen für die Zukunft – von sauberem Trinkwasser über Energieeffizienz bis hin zur Kreislaufwirtschaft. Gebäudearmaturen sind zentrale Komponenten der Energiewende“, erklärt Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin VDMA Armaturen. „Langfristig sehen wir gute Perspektiven. Wir hoffen vor allem auf Impulse aus dem Investitionspaket der Bundesregierung.“