Wärmepumpe dominiert Neubau – Fernwärme auf Platz zwei
Laut BDEW-Trendbarometer 2024 beheizen Wärmepumpen drei von vier neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern. Auch die Fernwärme legt weiter zu – fossile Heizsysteme verlieren an Bedeutung. Die Zahlen für den Heizungsmarkt im Neubau zeigen, dass die Wärmewende in der Praxis bereits funktioniert.
Der BDEW – Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. hat das neue Trendbarometer Neubau veröffentlicht. Es zeigt, dass Wärmepumpe und Fernwärme den Heizungsmarkt im Neubau prägen. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern gewinnen vor allem Wärmepumpen deutlich an Bedeutung.
Auch die Fernwärme etabliert sich zunehmend – sie ist heute bei neu gebauten Wohnungen die zweithäufigste Beheizungsart. Zusammengenommen machen Wärmepumpen und Fernwärme gut 70 Prozent der gewählten Heizsysteme in neuen Wohnungen insgesamt aus und treiben die Wärmewende damit sichtbar voran. Der Anteil fossiler Energieträger wie Gas sinkt hingegen kontinuierlich.
Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung:
„Die Wärmewende ist im Neubau längst Realität: Immer mehr Eigentümerinnen und Eigentümer entscheiden sich bewusst für klimafreundliche Heizsysteme. Das zeigt, dass Veränderung möglich ist. Damit dieser positive Trend weiter an Fahrt gewinnt, braucht es jetzt angemessene, stabile und verlässliche Förderprogramme sowie klare politische Signale für Investitionen in moderne und effiziente Heiztechnik. So können wir die Erfolge aus dem Neubau schrittweise auf den Gebäudebestand übertragen und die Emissionen im Gebäudesektor nachhaltig senken.“
Statistik Heizungen im Neubau
Eine deutliche Verschiebung ist beim Einsatz der einzelnen Energieträger erkennbar. Der Trend vom Energieträger Gas hin zur Wärmepumpe nimmt in Wohngebäuden seit 2018 erkennbar zu. Die Statistik zeigt die Entwicklung der Beheizungsstruktur in neugebauten Wohngebäuden.
Gestiegene Kosten für Baumaterialien und Baufinanzierungen, komplexer werdende Baustandards sowie eine generell gedämpfte Konjunktur sorgten für eine Rückgang der Baufertigstellungen in den letzten beiden Jahren. Die Autoren des Trendbarometers betrachteten das langjährige Mittel und stellen fest, dass die Baufertigstellungen jedoch auf dem gleichen Niveau bleiben.
Auffällig sei, dass aktuell viel weniger Wohngebäude fertiggestellt werden. 2024 wurden nur noch rund 76.000 Wohngebäude fertiggestellt. Das entspricht einem Rückgang um 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden 103.400 Wohngebäude pro Jahr fertiggestellt.
Bestand hinkt Entwicklung im Neubau hinterher
Im Gebäudebestand dominiert nach wie vor die Beheizung mit Gas und Heizöl, ergänzt durch Fernwärme. Wärmepumpen sind hier bislang nur wenig verbreitet, allerdings mit deutlich steigender Tendenz in den letzten Jahren. Alle Zahlen und eine länderspezifische Auswertung sind im BDEW-Trendbarometer Neubau zur Beheizungsstruktur Deutschlands zu finden. Download (PDF) hier.