Michael Hilpert, Präsident des ZVSHK, zieht ein ernüchterndes Fazit: 2025 sei für das Handwerk ein verlorenes Jahr gewesen. Bürokratie, steigende Kosten und fehlende Reformen blockierten Betriebe massiv. Sein dringender Appell: 2026 muss jetzt das Jahr der Umsetzung werden – sonst drohe Stillstand für das Handwerk und den gesamten Mittelstand.
Die wirtschaftspolitische Bilanz der Bundesregierung sei ernüchternd, so Michael Hilpert in seinem jüngsten Statement. Aus Sicht des Handwerks sei das vergangene Jahr größtenteils „ein verlorenes Jahr“ gewesen. Strukturelle Probleme seien nicht entschlossen angegangen worden. „Statt eines wirtschaftspolitischen Aufbruchs erleben wir Stillstand, Unsicherheit und eine Politik, die Vertrauen verspielt“, so der Präsident des Zentralverbands Sanitär Heizung Klima (ZVSHK).
Bürokratie, Kosten, Stillstand
Deutschland leide zunehmend an mangelnder Leistungsbereitschaft. „Leistungsanreize wurden geschwächt, Arbeit verteuert und Verantwortung delegiert. Gleichzeitig wachsen staatliche Ansprüche, während Investitionen, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit zurückgehen. Leistung lohnt sich immer weniger – mit spürbaren Folgen für Betriebe und Beschäftigte“, mahnt Hilpert.
Hinzu komme eine Wirtschaftspolitik, die unternehmerisches Handeln eher hemme als fördere. Betriebe und insbesondere das SHK-Handwerk seien durch hohe Energiepreise, Bürokratie und immer neue Regulierung massiv blockiert. „Unsere Betriebe sollen die Energiewende praktisch umsetzen – werden dabei aber durch die permanente öffentliche und politische Debatte um das sogenannte Heizungsgesetz, zusätzliche Bürokratie und immer neue Detailvorgaben ausgebremst.“
Deutschland verliert Wettbewerbsfähigkeit
Eine Kombination, die laut Hilpert nicht tragfähig sei. „Verunsicherung ist der größte Investitionskiller. Besonders irritierend ist, dass trotz veränderter politischer Mehrheiten ein echter wirtschaftspolitischer Kurswechsel bislang ausbleibt. Statt mutiger Reformen erleben wir bekannte Muster: mehr Regulierung, mehr Kontrolle, mehr staatliche Vorgaben. Für das Handwerk ist nicht entscheidend, aus welchem politischen Lager diese Ideen stammen – entscheidend ist ihre Wirkung. Und diese Wirkung ist negativ.“
Deutschland verliere an Wettbewerbsfähigkeit, weil politische Entscheidungen zu oft an der Praxis vorbeigingen. Besonders im Gebäudebereich zeige sich dies deutlich: „Nicht Technik, Handwerk oder Förderung treiben die Kosten, sondern die Bürokratie. Solange diese Erkenntnis ignoriert wird, bleiben Investitionen aus“, so Hilpert weiter. Das SHK-Handwerk als Umsetzer der Wärmewende und Anwalt der Verbraucher sei indessen bereit, Verantwortung zu übernehmen. „Wir stehen für Leistung, Qualität und Verlässlichkeit.“ Und weiter: „Wir erwarten im Gegenzug eine Wirtschaftspolitik, die Leistung wieder einfordert, Bürokratie abbaut und Verlässlichkeit schafft.“
Kurswechsel jetzt
Für Michael Hilpert steht Deutschland an einem kritischen Wendepunkt: „Deutschland braucht kein weiteres Jahr des Zögerns. 2026 muss das Jahr der Umsetzung werden. Die Politik muss sich entscheiden: Vertrauen in Mittelstand und Handwerk – oder weiterer Stillstand.“
