Im Gebäude schlummern bislang ungenutzte CO2-Einsparpotenziale. Der VDMA Sanitärtechnik und -design fordert deshalb, effiziente Warmwassernutzung als Hebel im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zu verankern.
Mit dem Klimaschutzprogramm definiert die Bundesregierung die zentralen Maßnahmen zur Erreichung der nationalen Klimaziele. Gerade im Gebäudesektor werden diese jedoch regelmäßig nicht erreicht. Vor diesem Hintergrund steht die Bundesregierung vor der Aufgabe, zusätzliche Maßnahmen für CO₂-Minderungspotenziale schnell zu erschließen.
Der VDMA Sanitärtechnik und -design macht daher auf bislang ungenutzte Effizienzpotenziale im Gebäude aufmerksam und fordert, diese gezielt zu heben. Dabei soll der Fokus stärker auf sozialverträgliche Technologien gerichtet werden, damit die politischen Maßnahmen für Verbraucher bezahlbar bleiben und breite gesellschaftliche Akzeptanz finden.
Warmwassernutzung im Gebäude
Ein zentraler Energieverbrauchsbereich im Gebäude wird bislang nur marginal berücksichtigt: die Trinkwassererwärmung. Der VDMA verweist auf die hier kurzfristig realisierbaren Effizienzpotenziale. Wasser- und energieeffiziente Armaturen und Brausen reduzieren die Warmwassernutzung und senken damit nachweislich den Energiebedarf für die Erwärmung von Trinkwasser.
„Wenn wir im Gebäudesektor kurzfristig CO₂ einsparen wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Effizienz sofort wirkt. Die Warmwassernutzung bietet genau dieses Potenzial. Deshalb fordern wir, die Technologien der Sanitärindustrie im Klimaschutzprogramm zu berücksichtigen“, erläutert Dr. Laura Dorfer, Geschäftsführerin des VDMA Sanitärtechnik und -design.
Wasser- und Energieeffizienz im Gebäude zusammen denken
Bislang würden Effizienzgewinne der Trinkwarmwassernutzung weder im Klimaschutzprogramm noch im Gebäudeenergiegesetz (GEG) berücksichtigt. Dabei bestehe ein direkter Zusammenhang zwischen der genutzten Wassermenge und dem Energiebedarf für die Trinkwassererwärmung. Um diese Einsparpotenziale sichtbar zu machen, fordert der VDMA Sanitärtechnik und -design auf, diesen Zusammenhang von Wasser- und Energieeffizienz in der Nutzung von Trinkwarmwasser in beiden Regelwerken abzubilden.
Im Klimaschutzprogramm soll die Warmwassernutzung ausdrücklich als Effizienzhebel im Gebäudesektor benannt und als Maßnahme zur kosteneffizienten CO₂-Minderung verankert werden, so der VDMA weiter. Ergänzend solle über das Klimaschutzprogramm festgelegt werden, dass im Gebäudeenergiegesetz die Energieeinsparungen effizienter Warmwassernutzung durch Produkte mit dauerhafter Durchflussbegrenzung abgebildet werden. Dies würde technische Standards korrekt erfassen, die Aussagekraft von Energiebilanzen und Energieausweisen erhöhen und gezielte Anreize für den Einsatz effizienter Lösungen im Neubau wie im Bestand setzen.
Klimaziele erreichen und Klimaschutz bezahlbar machen
Insbesondere sei eine finanzielle Entlastung für Haushalte ein wirksamer Treiber für Klimaschutz, so der VDMA weiter. Gerade im Gebäudesektor komme den laufenden Betriebskosten dabei eine zentrale Rolle zu. Niedrig-investive Effizienzmaßnahmen in der Warmwassernutzung können dauerhaft Wasser-, Energie- und Nebenkosten senken und Haushalte unmittelbar entlasten. Durch geringe Investitionskosten und kurze Amortisationszeiten sind sie daher besonders für den Mietwohnungsbestand geeignet und laut Verband um einen wichtigen Beitrag zur sozialen Abfederung von Klimaschutzmaßnahmen zu leisten: „Wir können den CO₂-Ausstoß von Gebäuden senken, ohne Haushalte zu belasten. Wasser- und energieeffiziente Armaturen und Brausen zeigen, wie es geht“, fasst Dr. Laura Dorfer zusammen.
