Wärmepumpen-Branche trifft bayerischen Staatsminister Aiwanger

Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche trafen sich am 21. Januar 2026 in München, um sich mit dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger über die Bedeutung der Wärmewende für den Wirtschaftsstandort Bayern auszutauschen.

Am 21. Januar 2026 trafen sich Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche in München mit dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger.
Am 21. Januar 2026 trafen sich Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche in München mit dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger. – © StMWi/ T. Gabler

Dem Treffen zwischen dem Bayerischen Staatsminister für Energie und Wirtschaft Hubert Aiwanger und den Vertretern von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche am 21. Januar war ein gemeinsames Schreiben von siebzehn Unternehmen aus Heizungsindustrie, Handwerk und Energieversorgern an Ministerpräsident Söder und Staatsminister Aiwanger vorausgegangen. Darin wurde betont, dass allein in Bayern der Wirtschaftszweig rund um die Wärmepumpe mit 5.000 Beschäftigten und über 1 Milliarde Euro Umsatz großes Potenzial biete. Die Herausforderung einer sicheren, bezahlbaren und klimaverträglichen Wärmeversorgung könne mit heimischer Wertschöpfung gelingen. Deshalb solle Bayern eine Führungsrolle bei der erneuerbaren Wärme einnehmen.

Handwerk braucht Klarheit

Laut Ralf Suhre, Geschäftsführer der SHK Innung München, benötige das bayerische Handwerk einen stabilen Rahmen, denn der Informationsbedarf bei Hauseigentümern sei groß: „Unsere Kunden machen sich große Sorgen, dass das Heizen mit Öl und Gas in Zukunft nicht mehr sicher und bezahlbar sein könnte. Viele wollen den Umstieg zu den erneuerbaren Alternativen. Dafür investieren unsere Betriebe derzeit sehr viel in die Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und in die Aus- und Weiterbildung. Wir haben Minister Aiwanger als Vertreter der Staatsregierung heute deutlich gemacht, dass wir einen belastbaren gesetzlichen Rahmen und eine nachhaltig finanzierte Förderkulisse brauchen, damit wir unsere Kunden bestmöglich unterstützen können.“

Verlässlichkeit sichert Arbeitsplätze in Bayern und Investitionen

Kerstin Wolff, Geschäftsführerin des Kulmbacher Wärmepumpenherstellers Glen Dimplex: „Die deutsche Wärmewende und der Wirtschaftsstandort Bayern sind eng miteinander verflochten. Im Vertrauen auf den Standort und das bestehende GEG haben Glen Dimplex und andere Industrieunternehmen der Branche in den letzten Jahren erheblich in Produktionskapazitäten und Arbeitsplätze investiert. Es gibt einen harten globalen Wettbewerb um den europäischen Heizungsmarkt. Die bayerischen Firmen haben beste Chancen, weiter zu den Technologieführern zu gehören. Das wird aber nur gelingen, wenn wir verlässlich planen können. Wir erwarten deshalb von der bayerischen Landesregierung, dass sie sich in Berlin für ein Gebäudeenergiegesetz einsetzt, welches das Kundeninteresse an unseren Produkten unterstützt. Die Landesregierung sollte sich für einen konstruktiven Kompromiss einsetzen, der dann auch Bestand hat und zur belastbaren Wirtschaftsgrundlage wird.“

Heizungsförderung sorgt für Investitionsimpulse in Bayern

Dr. Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe, bekräftigt die Bedeutung der politischen Entscheidungen, die derzeit unter Beteiligung bayerischer Politik in Berlin zu treffen sind. „Deutschland überweist jedes Jahr etwa 80 Milliarden Euro für den Import von Öl und Gas ins Ausland. Dem gegenüber kann die Bundesförderung effiziente Gebäude zu einer Erfolgsgeschichte für wirtschaftliches Wachstum werden, wenn sich die bayerische Landesregierung für eine nachhaltige Finanzierung einsetzt.“

Der Marktanteil von Wärmepumpen am Markt für Wärmeerzeuger ist 2025 auf rund 50 % angestiegen.
Der Marktanteil von Wärmepumpen am Markt für Wärmeerzeuger ist 2025 auf rund 50 % angestiegen. – © BWP

Statements nach dem Gespräch

Im Rahmen eines Pressegesprächs fassten die Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche, die am Austausch mit Staatsminister Aiwanger teilgenommen hatten, ihre Eindrücke zusammen.

„Wir sind sehr offen aufgenommen worden und hatten einen sehr offenen Austausch“, berichtete Kerstin Wolff und ergänzte mit Bezug auf die nicht gerade glücklich verlaufenden Diskussionen rund um GEG und angesichts der kritischen Auseinandersetzung mit dem „Heizungsgesetz“: „Es sind Überlegungen angestellt worden, wie wir als Handwerk und Industrie gemeinsam mit der Politik einen kommunikativ und informativ guten Weg finden können, um Endverbraucher umfassend zu informieren. Und es war ein sehr gutes, positives Gespräch“

Auch Olaf Zimmermann, SHK Innung München, sieht positive Ansätze, da Herr Aiwanger zugesagt hat, einen kommunikativen Austausch zu Wärmepumpen und Biomasse-Heizungen führen zu wollen, mit dem Ziel, die Eigentümer von alten Wärmeerzeugern im Bestand davon zu überzeugen, in eine Sanierung zu investieren. Denn es müsse auch im Freistaat Fahrt aufgenommen werden, um die Energiewende zu schaffen.

Dr. Tillmann von Schroeter, Vaillant Deutschland, erklärte zum Thema Förderung: „Wir haben dahingehend sehr gut darauf hingewiesen, dass jeder geförderte Euro das Vierfache an Wirtschaftsleistung bringt, und dass ein Förderprogramm auch ein Investitionsprogramm ist.“

Martin Krutz, Daikin Germany, wies ergänzend darauf hin, dass im Gespräch zum Thema Förderkulisse noch einmal deutlich gemacht worden sei, wie wichtig Stabilität und Kontinuität sei: „Wir wissen alle, dass es so mit großer Wahrscheinlichkeit nicht für 20 Jahre weitergehen wird, aber eine abrupte Veränderung wäre für das, was sich hier bei der Wärmepumpenmenge im Wachstum auftut, sicherlich nicht förderlich und soll und muss vermieden werden.“

Zahlen und Fakten

Im Jahr 2025 haben rund 65.000 bayerische Hauseigentümer die Heizungsförderung genutzt. Bayern liegt damit nach Nordrhein-Westfalen auf dem zweiten Platz. Etwa 20 % der Fördermittel, demnach 500 bis 600 Mio. Euro pro Jahr, fließen in den Freistaat. Damit trage Bayern überproportional zu den Klimazielen im Gebäudebestand bei. Insgesamt wurden im Jahr 2025 330.000 Anträge bei der KfW gestellt, davon 288.000 bzw. 87 % für Wärmepumpen.

Beim Wärmepumpen-Anteil im Bestand gehört Bayern zu den Top 3-Bundesländern. Mit Blick auf die in Berlin anstehenden Entscheidungen rund um das Gebäudeenergiegesetz forderten die Vertreter von Industrie- und Handwerksunternehmen der Wärmepumpenbranche die bayerische Landesregierung daher auf, sich auf Bundesebene für einen verlässlichen Rahmen einzusetzen. Eine besondere Bedeutung komme dabei der BEG-Heizungsförderung zu.

Fazit

In dieser Diskussion wurde deutlich, dass Deutschland an einigen Stellen einen stärker regionalen Ansatz in der Kommunikation im Wärmemarkt benötigt. Die Regionalmessen machen es vor und bieten in diesem Jahr in Essen, Nürnberg, Berlin und Hamburg die Möglichkeit, auf regionaler Ebene Überzeugungsarbeit bei der Erneuerung der Wärmeerzeuger zu leisten.  

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