Das Wasserstoff-Technologieunternehmen Hyting meldet die Inbetriebnahme der ersten Kundenanlage mit seinem flammenlosen, katalytischen Wasserstoff-Luftheizsystem. Die 10-kW-Anlage heizt beim Pumpenherstellers Flusys in Offenbach einen 1.000 m³ großen Produktionsbereich und arbeitet dort im Hybridverbund mit einer Wärmepumpe.


Nach der Testphase in 2025 im Dauerbetrieb hat das deutsche Startup Hyting seine erste Kundeninstallation erfolgreich in Betrieb genommen. Laut Unternehmen sei das eine Weltpremiere für den Heizungsmarkt: Erstmals ist ein katalytisches, wasserstoffbetriebenes Luftheizsystem bei einem Kunden im Einsatz.
Wasserstoff-Luftheizung übernimmt Spitzenlast
Die Anlage befindet sich in der neu errichteten Produktionsstätte für Präzisionspumpen der Flusys GmbH in Offenbach bei Frankfurt/Main und ist dort vollständig in Betrieb. Die 10-kW-Warmlufteinheit beheizt einen rund 1.000 m³ großen Produktionsbereich mithilfe von Wasserstoff, der von einem nahe gelegenen Lieferanten bezogen wird.
Die 10-kW-Anlage von Hyting ist mit einer Wärmepumpe zu einem hybriden Heizsystem kombiniert. In dieser Konfiguration übernimmt das Hyting-Heizsystem die Spitzenlast in Zeiten hoher Wärmenachfrage oder niedrigen Außentemperaturen, während die Wärmepumpe die Grundlast abdeckt und dabei in ihrem effizientesten Betriebspunkt arbeitet.
Effiziente Heizung für Gewerbebauten
Dieser Ansatz ermöglicht laut Hyting eine optimale Dimensionierung sowohl der Wärmepumpe als auch des Wasserstoff-Luftheizsystems. Gleichzeitig wird die installierte elektrische Anschlussleistung reduziert. Das sei ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit gewerblicher Gebäude, da Leistungs- und Anschlusskosten zu großen Kostentreibern zählen. Durch die Deckung von Spitzenlasten mit Wasserstoff statt Strom lassen sich die Betriebskosten vom ersten Tag an senken – bei schneller Amortisation und minimaler Systemkomplexität.
Spitzenlastheizen in Gewerbe- und Industriegebäuden ist ein zentrales Einsatzfeld der Hyting-Technologie, da diese Gebäude häufig mit einem hohen Wärmebedarf, begrenzter elektrischer Infrastruktur und gleichzeitig steigendem Dekarbonisierungsdruck konfrontiert sind. Eine wasserstoffbasierte Spitzenlastheizung stelle hierfür eine ideale Lösung dar – insbesondere dann, wenn Wasserstoff bereits vor Ort oder regional verfügbar ist.
Auch in Kombination mit Abwärme
Neben Wärmepumpen lässt sich die Wasserstoff-Technologie auch mit anderen Wärmequellen kombinieren, etwa mit industrieller Abwärme. Dadurch eröffnet sie einen flexiblen Weg zur Dekarbonisierung für unterschiedlichste Gebäudetypen. Das kompakte, modulare Design erlaubt zudem die Kombination mehrerer Einheiten für höhere Nennleistungen, wodurch das System sowohl für Neubauten als auch für Nachrüstungen geeignet ist.
Wasserstoff-Luftheizsystem: Was steckt hinter der Technologie?
Die Technologie von Hyting basiert auf einem proprietären flammenlosen, katalytischen Verfahren, bei dem Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Umgebungsluft reagiert und dabei Wärme freisetzt – ohne CO₂-, NOx- oder Feinstaubemissionen. Das einzige Nebenprodukt ist Wasser in Form von Luftfeuchtigkeit. Darüber hinaus werden zu keinem Zeitpunkt brennbare Wasserstoffkonzentrationen verwendet, wodurch das Verfahren als sicher gilt.