PV schwächelt – Batteriespeicher boomen

Bisher zweigeteilter Solarmarkt 2026: Während der Zubau neuer PV-Anlagen im 1. Quartal um 6 % zurückging, verzeichnen Batteriespeicher mit einem Plus von 67 % einen neuen Rekord. Der BSW-Solar warnt vor weiteren Förderkürzungen und fordert verlässliche Investitionsbedingungen für Speicher.

PV-Anlage auf einem Gewerbe-Dach
Weniger PV-Dachanlagen im 1. Quartal 2026: Im Gewerbedachsegment sank die verbaute Leistung z. B. um rund 30 % gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. – © BSW Solar/www.solarwirtschaft.de

Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland neue Solarstromanlagen mit einer Leistung von rund 3,5 GWp in Betrieb genommen – etwa 6 % weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das geht aus einer Auswertung von Daten der Bundesnetzagentur durch den BSW-Solar hervor. Grundlage sind rund 143.000 PV-Einheiten, die das Marktstammdatenregister mit Inbetriebnahme-Datum im 1. Quartal 2026 erfasst. (Stand: 23. April 2026).

PV-Dachanlagen brechen ein – Freiflächen wachsen

Im Detail verteilt sich der zum o.g. Auswertungszeitpunkt registrierte Zubau mit Inbetriebnahmedatum in den ersten drei Monaten 2026 wie folgt auf die Marktsegmente:

  • Heimsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse < 30 kWp): rund 0,85 GWp (-21 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)
  • Gewerbedachsegment (PV-Gebäudeanlagen Leistungsklasse > 30 kWp): rund 0,60 GWp (-33 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)
  • PV-Freiflächenanlagen, inklusive sonstiger Anlagen: rund 1,97 GWp (+20 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)
  • Steckerfertige Erzeugungsanlagen („Balkonsolar“): rund 0,09 GWp (-6 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum)

BSW warnt vor weiteren Fördereinschnitten

Der BSW-Solar warnt angesichts der aktuellen Marktdaten erneut vor weiteren Einschnitten bei der Förderung von Solarstromanlagen, wie sie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche insbesondere für Photovoltaik-Dachanlagen plant, die ab 2027 in Betrieb gehen. Mit dem Solarspitzengesetz war es bereits Anfang letzten Jahres zu einer Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Solarenergie gekommen.

Batteriespeicher: Rekordzubau im 1. Quartal

Ein ganz anderes Bild zeichnet sich beim Speichermarkt ab: Im ersten Quartal 2026 wurden mehr als 2 GWh neue Speicherkapazität in Betrieb genommen – ein Plus von rund 67 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Insgesamt wuchs der Batteriespeicherbestand in Deutschland damit auf rund 28 GWh, verteilt auf etwa 2,5 Mio. Anlagen. Diese Kapazität reicht rechnerisch aus, um den durchschnittlichen Tagesstromverbrauch von rund 3 Mio. Privathaushalten zu decken.

Balkendiagramm zum Zubau Heimspeicher und Grafik Einfamilienhaus mit PV-Anlage+ Speicher
© BSW Solar/www.solarwirtschaft.de

Wachstumstreiber Großspeicher

Treiber des Booms sind insbesondere Großspeicher mit einer Einzelkapazität von mehr als 1 MWh. In diesem Segment wurde in Q1 ein Zubau von über 1 GWh verzeichnet – ein Plus von rund 270 % und damit beinahe eine Vervierfachung gegenüber dem Vorjahr. Auch das Gewerbesegment (20 kWh bis 1 MWh) legte deutlich zu: Die neu installierte Speicherkapazität stieg hier um rund 42 % auf etwa 0,16 GWh. Der Zubau im Heimspeichersegment (5 bis 20 kWh) blieb mit rund 0,74 GWh in etwa auf Vorjahresniveau.

Stromspeicher als Alternative zu Reserve-Gaskraftwerken

Der BSW-Solar sieht in Batteriespeichern einen zentralen Baustein der Energiewende. „Batteriespeicher können den Bedarf an teuren Reserve-Gaskraftwerken deutlich reduzieren“, betont Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW-Solar. Der bereits installierte Bestand entspreche der Tagesstromproduktion von mehr als zwei der geplanten Reserve-Gaskraftwerke und ermögliche den Ausgleich witterungsbedingter Schwankungen bei der Solar- und Windstromproduktion.

Damit Speicher ihr volles Potenzial entfalten können, müssen jedoch bestehende Marktbarrieren weiter abgebaut werden, fordert der BSW-Solar. Dazu zählen nach Angaben des Verbandes insbesondere vereinfachte Rahmenbedingungen für Co-Located-Speicher, beschleunigte Netzanschlussverfahren sowie Netzentgeltregelungen, die den Batteriespeicherbetrieb nicht verteuern. Bei Netzengpässen und negativen Strompreisen sollten PV-Anlagen nicht mehr abgeregelt werden, sondern die Speicherung des Stroms in lokalen Batterien endlich ermöglicht werden.

www.solarwirtschaft.de