Schornsteinfegerhandwerk zählt Millionen veralteter Heizkessel

Das Tempo für den Heizungstausch ist zu langsam. Das zeigt die aktuelle Datenerhebung des Schornsteinfegerhandwerks zum Heizungsbestand 2025. Millionen veralteter Öl- und Gasheizungen bleiben weiter in Betrieb, obwohl die Technik vieler Anlagen längst überholt ist.

Schornsteinfegerin beim Prüfen Gastherme
Der Bundesverband ZIV veröffentlicht jedes Jahr die Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks u. a. zu Anzahl, Alter und Anlagenart von Öl-, Gas- und Feststofffeuerungsanlagen. Künftig würde der Verband auch gern Datenerhebungen zu Wärmepumpen und Fernwärme-Anschlüssen durchführen. – © ZIV

Die rund 7.600 bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger führen jährlich bundesweite Datenerhebungen zu Anzahl, Alter und Anlagenart von Öl- und Gasfeuerungsanlagen sowie für Feststofffeuerungsanlagen. Hinzu kommt eine Statistik über Messungen an fossilen Kesseln, das Zählen von Öfen und das Erfassen von Mängel an Heizungs- und Lüftungsanlagen.

Die Datenerhebung für das Jahr 2025 dokumentiert laut Bundeszentralverband ZIV, dass die unklare politische Perspektive den Austausch alter Heizungen bremste. Schon 2024 zeigte die Daten des Schornsteinfegerhandwerks die mangelnde Dynamik beim Heizungstausch.

Öl- und Gasheizungen dominieren

Rund 19,5 Mio. und damit mehr als die Hälfte aller Heizungsanlagen inkl. Warmwasserbereitung nutzten im Jahr 2025 fossile Energieträger. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies insgesamt einem Rückgang von nur 2 %. Die Zahl der installierten Öl- und Gasheizungen nahm 2025 auch weiter ab, allerdings nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich: Die Zahl der Ölheizkessel sank um rund 3 % auf 4,7 Mio. Anlagen. Die Anzahl der Gasfeuerungsanlagen verringerte sich im gleichen Zeitraum um 1,7 % auf 14,8 Mio.

Kaum Veränderung bei Biomasse-Heizungen

Wenig Veränderung stellten die Schornsteinfeger bei Holz,- Pellets- und Hackschnitzel-Anlagen fest. Die Zahl der installierten Biomassekessel erreicht 2025 mit rund 1,2 Mio. das Vorjahresniveau. Mit etwa 11,7 Mio. Einzelraumfeuerstätten bleibt auch der Bestand an Kamin-, Kachelöfen oder Heizkaminen weitgehend konstant. Die nahezu unveränderten Bestandszahlen deuten laut Schornsteinfegerhandwerk darauf hin, dass feste Biomasse im Gebäudebestand weiterhin eine relevante Rolle spielt, ohne derzeit jedoch deutlich an Bedeutung zu gewinnen.

Tortendiagramm Anzahl Heizgeräte (ohne Wärmepumpen) 2025 in Deutschland
Gesamtzahl der Feuerungsanlagen in Deutschland 2025 – © ZIV

Energieberatung vor Heizungstausch empfohlen

Alexis Gula, Präsident ZIV

Alexis Gula, Präsident Bundesverband
des Schornsteinfegerhandwerks
(ZIV):

„Es bleibt abzuwarten, wie sich der GEG-Nachfolger, das Gebäudemodernisierungsgesetz, auf das laufende Jahr 2026 auswirkt. Der Einbau effizienter Öl- und Gasheizungen wird laut Referentenentwurf weiterhin möglich sein. Wir empfehlen jedoch unter anderem im Hinblick auf eine mögliche Biotreppe Alternativen wie zum Beispiel Wärmepumpen oder Biomasseanlagen – und eine vorherige Energieberatung. Die Entscheidung für oder gegen ein System wird vor allem von der Entwicklung der Energiepreise und der Versorgungssicherheit bestimmt.“

Schornsteinfeger möchten auch Wärmepumpen und Fernwärme-Anschlüsse zählen

Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks setzt sich dafür ein, die Datenerhebung künftig auszuweiten. Ziel ist eine vollständige Erfassung aller Wärmeerzeuger, einschließlich strombasierter Systeme und Fernwärmeanschlüsse. Eine umfassende Bestandsaufnahme könnte die Fortschritte der Wärmewende deutlich transparenter machen und Kommunen sowie politischen Entscheidungsträgern eine verlässliche Planungsbasis bieten.

Hier zum Download (PDF) der Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks 2025.

www.schornsteinfeger.de