Nach intensiver Entwicklungsarbeit hat Frauscher Motors seinen Stirling-Generator in eine adaptierte Pelletsfeuerung integriert. Diese Lösung soll auch als Ergänzung zum fehlenden PV-Strom in den Wintermonaten dienen. Jetzt sucht das Unternehmen Kesselhersteller als Kooperationspartner.


Das österreichische Unternehmen Frauscher Motors hat Ende März 2026 einen Pelletskessel mit integriertem Wärmemotor (Stirlingmotor) in ihrer Versuchs- und Demonstrationsanlage in Betrieb genommen. Das Mikro-BHKW liefert bis zu 10 kW Wärme und 1 kW elektrische Leistung und soll insbesondere die PV-Eigenstromversorgung in den Wintermonaten unterstützen.
Hinter der Entwicklung steht eine mehr als 20 Jahre andauernde Forschungsarbeit. Ziel war es, einen geeigneten Heißgasmotor sowie ein darauf abgestimmtes thermodynamisches Verfahren für den Einsatz in Biomassefeuerungen zu entwickeln.
Stirling-Mikro-BHKW wandelt Wärme in Strom
28 % elektrische Energie aus Wärme: Möglich machen das die von Frauscher entwickelten Gen70 Generatormodule. Diese Stirling-Motoren basieren auf dem patentierten alphagamma Prinzip. Mit nur 29 kg Gewicht stellen die unermüdlichen Dauerläufer laut dem Unternehmen eine Weltneuheit im Bereich der Stirlingmotor-Technik dar.
Pelletslager als Strom- und Wärmespeicher
Frauscher Motors nennt als Vorteil des Mikro-BHKW-Moduls in einem Pelletskessel, dass es nicht nur wegen dem Brennstoff Pellets nachhaltig sei, sondern auch Versorgungssicherheit biete. Dadurch erfahre das Pelletslager noch mehr an Wert, „da ein beachtlicher Energievorrat an Wärme und Strom problemlos eingelagert und bedarfsgerecht abgegeben werden kann“, so das Unternehmen.
„Die Ergänzung fehlender Photovoltaik-Energie in den Wintermonaten spielt dabei eine zunehmende Rolle, wie sich an zahlreichen Anfragen interessierter Immobilienbesitzer messen lässt,“ erklärt Firmengründer Josef Frauscher.
Herausforderung Biomassefeuerung
Der Einsatz einer Wärmemaschine in Pellets- oder Hackschnitzelanlagen stellt Entwickler vor besondere technische Herausforderungen. Zu den kritischen Faktoren zählen die Aschefracht im Rauchgas, der hohe Modulationsbereich moderner Biomassekessel sowie das Beherrschen von Hochtemperaturkorrosion.
Um einen zuverlässigen Betrieb zu ermöglichen, setzt das Unternehmen z. B. auf eine automatische Reinigung der Wärmetauscherflächen. Ergänzt wird dies durch eine Leistungsmaximierung (MPP-Tracking) für die höchstmögliche Stromausbeute aus dem jeweiligen Wärmeangebot der Feuerung.
Langzeitverhalten auf dem Prüfstand
Darüber sollen die Pellets-BHKW möglichst wartungsarm und gut instand zu halten sein. Die Stirling-Module hat Frauscher deshalb auf Wartungsintervalle von 10.000 Betriebsstunden ausgelegt. Die Versuchsanlage auf dem Prüfstand soll zusätzlich Erkenntnisse über das Langzeitverhalten der Schnittstelle zur Feuerung liefern, insbesondere zur Haltbarkeit des Erhitzer-Wärmetauschers.
Kesselhersteller gesucht
Vom Nachrüsten eines Stirlings-Motors in einem bestehenden Pelletskessel rät Frauscher ab. Dabei bestehe die Gefahr von Verpuffungen oder Bränden. Stattdessen sieht der Entwickler die Technologie als Ansatz für Kooperationen mit Herstellern von Biomassekesseln.
Nur bei speziell abgestimmter Systemen kann die Stromausbeute weiter erhöht werden. Dafür bietet das Unternehmen die Generatormodule Gen70xx mit 1,0 kW elektrischer und 3 kW thermischer Leistung einschließlich Zubehör an. Ab Spätherbst 2026 sollen zudem Generatormodule mit 5 kW elektrischer Leistung verfügbar sein. Diese testet Frautscher derzeit auf Prüfständen im Dauerbetrieb. Die neuen Generatoren seien sowohl für Pellets- als auch für Hackschnitzelfeuerungen vorgesehen.
Ansprechpartner für Kooperationen mit Kesselanbietern ist Josef Frauscher. E-Mail: Josef.Frauscher@frauscher-holding.com, Telefon: +43 7711-318 20-0.