Größte Solarthermieanlage liefert in Leipzig

In Leipzig ist Deutschlands größte Solarthermieanlage offiziell in Betrieb gegangen. Die rund 13.000 Solarkollektoren der ebenerdig errichteten Anlage werden künftig zur Fernwärmeversorgung der Stadt beitragen. Sie zählt zu den größten Solarthermie-Projekten weltweit.

Menschen vor großer Solarthermieanlage
Inbetriebnahme Deutschlands größte Solarthermie-Anlage in Leipzig. Mit dabei: Erik Jelinek und Dr. Maik Piehler von den Leipziger Stadtwerken, Sebastian Scheel, sächsischer Staatssekretär Karsten Rogall, GF Leipziger Stadtwerke. Matthias Johler, Geschäftsführer Ritter Solartechnik Moritz Ritter und Guido Wimmer, Projektleiter bei Ritter XL Solar (v. l. ) – © Stadtwerke Leipzig

Mit dem solaren Heizkraftwerk speisen die Leipziger Stadtwerke künftig CO₂-freie Wärme direkt in das Fernwärmenetz ein. Das Projekt gilt als wichtiger Baustein für die Dekarbonisierung der Wärmeversorgung und zeigt, welche Rolle Solarthermie künftig in kommunalen Wärmenetzen spielen kann.

Baustart war im Januar 2024, nun startet die Inbetriebnahme. Nach ersten Einspeisungen ins Netz wird die Anlage im Sommer in den Dauerbetrieb gehen. Die Leipziger Stadtwerke und ihr Partner Ritter XL Solar setzen dabei auf hochmoderne Technik sowie eine besonders naturnahe Bewirtschaftung der Fläche.

Großprojekt mit Vorbildcharakter

„Wir haben schon mehrere Großprojekte verwirklicht – von Potsdam über Mühlhausen bis Greifswald. Das hier ist eine neue Dimension. Es ist die viertgrößte Solarthermie-Anlage weltweit, die in ein Wärmenetz einspeist – und die größte Deutschlands. Letzteres wird sie auch auf Jahre bleiben. Ich bin überzeugt davon, dass das Konzept nach Leipziger Vorbild in ganz Deutschland sinnvoll sein könnte.“ Matthias Johler, Geschäftsführer des bei Ritter Solartechnik, zu welchem die Marke Ritter XL Solar gehört

Er betont die Effizienz der eingesetzten Technik: „Wir setzen hier auf unser modernstes intelligentes System: Ein Algorithmus steuert die Anlage so effizient wie möglich. Die Technik misst die Sonneneinstrahlung im Kollektorfeld und steuert entsprechend die Fließgeschwindigkeit des Wassers, welches in den Kollektoren erhitzt wird.“ Je weniger Sonne scheine, desto langsamer fließe das Wasser, um sich zu erwärmen. Der Vakuum-Kollektor funktioniere zudem wie eine Thermoskanne – innen heiß, außen kalt.

Wärme, Wiese, Weide

Das bis zu 110 Grad heiße Wasser fließt durch Fernwärmeleitungen zu den Leipziger Kunden. „Dieser Ort ist ideal, weil die Flächenausrichtung gut ist, weil bereits die Leitungen in unmittelbarer Nähe vorbeiführen und weil bestehende Standorte, wie zum Beispiel unser BHKW Leipzig-West, in direkter Nachbarschaft sind“, sagt Stadtwerke-Projektleiter Erik Jelinek. Nach der Bauzeit hole sich die Natur dann den Raum unter den Kollektoren wieder zurück, betont er. Der Großteil des Areals sind dann nicht versiegelte Flächen, Blühwiese, Obstbäume und Mischhecken. Damit das Grün unter und zwischen den Kollektoren kultiviert wächst, soll vor Ort eine Schafherde eingesetzt werden. Matthias Johler: „Aus unserer Erfahrung können wir sagen, dass auch Kaninchen, Hasen, Igel, Insekten und Vögel hier eine Heimat finden werden. Erneuerbare Energie und Raum für Natur – beides kommt hier zusammen.“ Mehr zur Solarthermie Leipzig West unter www.L-Blog.de sowie unter zukunft-fernwaerme.de/solarthermie-leipzig-west

www.ritter-xl-solar.de