E-Rechnungspflicht im Handwerk

Benno Quade, CEO der OneQrew GmbH, ordnet ein, warum die Diskussion über eine mögliche Verschiebung der E-Rechnungspflicht zwar verständlich ist, die strukturelle Digitalisierung von Geschäftsprozessen aber nicht aufhält.

Benno Quade, CEO der OneQrew GmbH.
Benno Quade, CEO der OneQrew GmbH. – © Axel Griesch

Die Forderung nach einer Verschiebung der E-Rechnungspflicht ist nachvollziehbar. Viele Handwerksbetriebe stehen aktuell unter erheblichem wirtschaftlichem und organisatorischem Druck. Auch aufseiten der Softwareanbieter bestehen in Teilbereichen noch unterschiedliche Interpretationen technischer Standards sowie Integrationsaufwände. Gleichzeitig ist davon auszugehen, dass eine zeitliche Verschiebung um ein weiteres Jahr die grundlegende Herausforderung nicht beseitigen wird.

Die Digitalisierung von Rechnungsprozessen ist keine kurzfristige regulatorische Maßnahme, sondern ein struktureller Schritt hin zu effizienteren, schnelleren und rechtssicheren Geschäftsabläufen. Die E-Rechnung wird kommen – unabhängig davon, ob die verpflichtende Umsetzung 2027 oder 2028 greift.

Für Handwerksbetriebe bedeutet das: Die verbleibende Zeit sollte aktiv genutzt werden. Wer heute noch mit einer Software arbeitet, die zentrale Anforderungen wie E-Rechnungsfähigkeit, digitale Belegverarbeitung oder moderne Schnittstellen nur eingeschränkt unterstützt, sollte die aktuelle Diskussion nicht als Anlass zum Abwarten verstehen, sondern als Impuls zur kritischen Überprüfung der eigenen IT-Landschaft.

Aus technologischer Sicht bestehen heute keine grundlegenden Hürden mehr. Moderne Handwerkersoftware kann E-Rechnungen normgerecht empfangen, erstellen und in bestehende Prozesse integrieren. Entscheidend ist daher weniger die technische Machbarkeit im Grundsatz, sondern die konsequente Umsetzung im Betrieb. Dabei geht es um mehr als die E-Rechnung allein. Die Einführung moderner Softwareplattformen schafft zugleich die Grundlage für automatisierte Buchhaltungsprozesse, digitale Workflows, KI-gestützte Assistenzsysteme und eine deutlich höhere Effizienz im administrativen Alltag.

Vor diesem Hintergrund sollte die verbleibende Zeit jetzt genutzt werden, statt auf eine mögliche Fristverlängerung zu warten. Betriebe, die frühzeitig investieren, erfüllen nicht nur regulatorische Anforderungen, sondern gewinnen an Geschwindigkeit, reduzieren Verwaltungsaufwand und verbessern ihre Servicequalität. Genau darin liegt der nachhaltige Mehrwert der Digitalisierung.

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