Messepremiere gedatec 2026: Erfolg für „Vernetzt Euch!“

18.600 Besucher, 338 Aussteller: Die neue Berliner Messe gedatec, früher belektro, startete mit deutlichem Wachstum. Erstmals waren SHK- und Dachdeckerhandwerk mit eigenen Hallen dabei. Was die Premiere zeigt und was die Aussteller sagen.

Besucher strömen zum Messeeingang der gedatec 2026 in Berlin.
Die gedatec brachte erstmals Elektro, SHK und Dach auf einer Messe zusammen und präsentierte neue Produkte und Lösungen für die Energiewende im Gebäudesektor. – © Si/Claudia Hilgers
SHK-Betriebinhaber und Schornsteinfegermeister am Innungsstand auf der gedatec
Am Gemeinschaftsstand der SHK-Innungen: Lutz Ebrecht von der SHK-Innung Brandenburg und der Berliner Schornsteinfegermeister Kai Hiller. Er war mit einer Drohne am Stand, die er die Prüfung schwer zugänglicher Abgasleitungen über dem Dach einsetzt. Die Erfahrung mit ferngesteuerten Fluggeräten bringt er aus seinem Hobby, dem Modellhubschrauberfliegen, mit. – © Si/Claudia Hilgers
Junge Menschen am Stand ZVSHK mit Nachwuchs-Kampagne Zeit zu Starten
Handwerk zum Ausprobieren: Am Stand der ZVSHK-Nachwuchskampagne „Zeit zu starten“ konnten Interessierte auf der gedatec das SHK-Handwerk praktisch kennenlernen. – © Si/Claudia Hilgers
Viessmann Messetruck auf gedatec 2026
Zahlreiche Wärmepumpenanbieter waren auf der gedatec vertreten. Viessmann präsentierte seine Heiztechnik am Messe-Truck. Verkaufsberater Deniz Dasdemir lobte den Austausch mit Fachpublikum und Endkunden. – © Si/Claudia Hilgers

Aus der regionalen Elektro-Fachmesse belektro wurde die gedatec: Bei der Premiere vom 13. bis 15. Oktober 2026.waren Elektro-, SHK- und Dachdeckerhandwerk erstmals gemeinsam auf dem Berliner Messegelände vertreten. 18.600 Besucher und 338 Aussteller sprechen für einen gelungenen Start. Zum Vergleich: 2024 zur letzten belectro kamen 221 Austellern und rund 15.000 Fachbesucher.

Mario Tobias, CEO der Messe Berlin, freut sich über die gelungene Premiere: „Die positive Resonanz auf das neue Konzept der gedatec zeigt, dass wir mit unserer Neuausrichtung den richtigen Weg eingeschlagen haben. Diesen erfolgreichen Start werden wir nutzen, um das Konzept gemeinsam mit unseren Partnern und Ausstellern gezielt weiterzuentwickeln.“

Drei Gewerke für ein Gebäude

Wer Mitte Oktober über das Berliner Messegelände ging, konnte sehen, wie eng die Gewerke im Gebäude inzwischen zusammenhängen. #VernetztEuch ist das Messemotto. Ein Berliner Schornsteinfeger zeigte am SHK-Gemeinschaftsstand der Brandenburger und Berliner Innungen, wie er Dächer mit Drohnen inspiziert. In einer der Elektrohallen stand das begehbare E-Haus des ZVEH. Experten zeigten dort den Besuchern wie vernetzte Gebäudetechnik in der Praxis funktioniert: Smart Home, Wärmepumpe, Photovoltaik, Speicher und Gebäudeautomation. Vorträge dazu gab es auch auf in den SHK-Hallen. Im Dach-Forum in Halle 5.2 ging es um Photovoltaik, Drohnen und KI.

SHK und Dach erstmals mit eigenen Hallen

Die Elektrotechnik blieb mit drei Hallen der größte Bereich. Zwei Hallen gehörten erstmals dem SHK-Handwerk, eine dem Dachdeckerhandwerk. Ganz neu ist das SHK-Engagement nicht: 2022 trat das SHK-Handwerk mit der SmartHK zum ersten Mal auf der belektro auf. 2024 kamen die SHK-Innung Berlin und der Fachverband SHK Land Brandenburg mit einem eigenen Thementag Heizung dazu.

SHK-Innung Berlin: „Die gedatec steht noch am Anfang“

Die Innung SHK Berlin zieht eine positive Bilanz und verbindet sie mit einem Appell. Die Messe habe gezeigt, „wie viel möglich ist, wenn SHK, Elektro und Dach zusammenkommen“, schreibt die Innung in ihrem Messefazit. Zugleich sei deutlich geworden, wie groß der Bedarf an einer Regionalmesse in der Metropolregion Berlin-Brandenburg ist. Die Region brauche eine Plattform für Austausch, Wissenstransfer und Innovation. Damit sich die gedatec etabliert, sei aber das Engagement vieler nötig: von Handwerk, Verbänden, Industrie und Großhandel, aber auch von Planern, Wohnungswirtschaft und Forschung.

Den Ton gab laut Innung schon der Eröffnungsabend vor. In seinem Grußwort betonte ZDH-Präsident Jörg Dittrich, es sei wichtiger denn je, die Gewerke zu vernetzen und Schnittstellen gemeinsam zu gestalten.

Besonders freute die Berliner SHK-Innung, dass so viele junge Menschen kamen: „Unsere Auszubildenden sind die Gestalter von morgen.“ Den Ausstellern dankte die Innung dafür, dass sie an das neue Format geglaubt haben. Ihr Signal, gemeinsam etwas Neues zu schaffen, habe motiviert. Zum Statement der SHK-Innungen Berlin und Brandenburg auf Instagram.

Stimmen von Ausstellern

Viessmann war mit einem Messe-Truck in den SHK-Hallen dabei. Deniz Dasdemir, Verkaufsberater, Viessmann sagt: „Wir sind sehr zufrieden mit der ersten Ausgabe der gedatec. An unserem Stand hatten wir einen super Austausch. Trotz Fachmesse waren viele Endkunden da. Das gewerkeübergreifende Konzept ging auf.“

Arvid Bürkle, Produktmanager beim Pumpenhersteller Deutsche Vortex GmbH & Co. KG: „Wir treffen auf der gedatec die Installateure von morgen, nämlich die Auszubildenden. Zwischen SHK und Elektro gibt es viele Schnittstellen, deshalb gefällt mir das gewerkeübergreifende Konzept.“

Dachspezialist Otto Lehmann GmbH zeigt sich ebenfalls zufrieden. Markus Meinel, Vertrieb Außendienst: „Wir hatten gute Kontakte zu Besuchern aus dem Elektro- und Bedachungshandel. Viele qualifizierte Gäste waren bei uns am Stand, besonders der zweite und dritte Tag war stark. Da wir auch Produkte für Photovoltaik haben, funktioniert das gewerkeübergreifende Konzept für uns sehr gut.“

Die nächste gedatec kommt 2028

Seit der SHKG Leipzig, die 2013 zum letzten Mal stattfand, hat Ostdeutschland keine eigene SHK-Messe mehr. Die gedatec könnte diese Lücke füllen, hat aber starke Konkurrenz. Fünf Wochen nach der Premiere öffnet in Hamburg die GET Nord vom 19. bis 21. November. Sie arbeitet seit Jahren mit dem Konzept SHK+E und kam 2024 auf über 650 Aussteller und rund 39.000 Besucher, etwa doppelt so viele wie die gedatec.

Für SHK-Branche liegt die gedatec im richtigen Jahr. Im ISH-Jahr 2027 fließen die Messebudgets der Aussteller nach Frankfurt/Main. In den geraden Jahren finden die Regionalmessen statt: SHK+E Essen, IFH/Intherm, gedatec und GET Nord. In zwei Jahren kommt es darauf an, ob die Aussteller in Messestände auf einer ostdeutschen und gewerkeübergreifen Messe in der Hauptstadt investieren werden.

Die nächste gedatec findet vom 24. bis 26. Oktober 2028 auf dem Berliner Messegelände statt.

www.gedatec.berlin/de