SHK-Handwerkerin gewinnt im Team Wüstenrallye Aïcha des Gazelles 2016

SHK-Meisterin Vanessa Wagner hat zusammen mit ihrer Kollegin Viola Hermann die Frauenrallye Aïcha des Gazelles 2016 in Marokko gewonnen. Den Sieg fuhren die beiden im Mercedes-Benz Vito ein.

Cornelia Thane

Sekt auf den Sieg: Navigatorin Vanessa Wagner (l.) und Fahrerin Viola Hermann stoßen nach dem Zieleinlauf auf ihren Erfolg an. – © Cornelia Thane

Damit haben die Goldschmiedemeisterin aus Stuttgart und die SHK-Meisterin aus Hattersheim für Mercedes-Benz den Titel in der Crossover-Klasse verteidigt. Im vergangenen Jahr hatte ein Team aus den USA im Sprinter gewonnen, Hermann/Wagner waren Dritte geworden. Ein Jahr später ist den beiden Handwerkerinnen ihr Meisterstück gelungen: Sie haben die Rallye trotz harter Konkurrenz aus Frankreich für sich entschieden.

Die beiden Mädels standen vor der abschließenden Marathon-Etappe mächtig unter Druck, denn der Vorsprung auf Céline Vega-Roïatti und Sophie Fabri im Dacia Duster betrug nur knapp 60 Punkte. Aber sie nahmen es mit Humor: „If you are not right, turn left“, so das Motto des Tages. Fahrerin Viola Hermann hatte für jede Etappe ein neues Motto in Postkartenform an die Windschutzscheibe geheftet.

Durch die Dünen

Zum Finale fuhren Viola Hermann und Vanessa Wagner dann die Etappe ihres Lebens. Um Kilometer zu sparen, musste der Vito direkt durch die berüchtigten Dünen von Chegaga gesteuert werden. Die Anweisung aus der Mercedes-Zentrale in Stuttgart, möglichst auf Sicherheit zu fahren, haben sie jedenfalls großzügig ausgelegt, was die Route des Führungsduos auf der Schlussetappe beweist: Mittendurch, mit nur geringen Abweichungen zur Ideallinie.

Trotz der Belastung im Kampf um Platz eins, bot die letzte Etappe neben viel Wüstensand auch landschaftlich einige Höhepunkte. Nach den Sanddünen der Erg Chegaga führte die Route direkt über den riesigen Iriqui-See, der schon seit Jahrhunderten völlig ausgetrocknet ist. Danach ging es über Bergrücken hinunter in die Savanne und mit dem grandiosen Cliff M’daouer, das schon den Weg Foum Zguid weist, wo das Ziel wartet.

Gesundheitliche Probleme

Von all der landschaftlichen Schönheit der letzten Etappe hat das Juniorteam des Handwerks, das mit einem Sprinter am Start war, nicht viel mitbekommen. Fahrerin Madeleine Oster litt immer noch an den Folgen ihres Sonnenstichs. Aus Sicherheitsgründen haben sie und ihre Navigatorin Catrin Peest den Weg ins Ziel über die Straße genommen. Pech im Rennen, aber die Gesundheit geht vor. Im Ziel konnten die Dachdecker- und Zimmermeisterin aus Bernkastel-Kues sowie die Tischlermeisterin aus Heidelberg trotzdem jubeln: Immerhin haben ihre Teamkameradinnen das Rennen gewonnen.

Eine Bildergalerie zum Rallye finden Sie auf den Seiten der Deutschen Handwerks Zeitung.