Der Heizenergieverbrauch lag im Winter 2015/2016 um rund 14 Prozent unter dem Durchschnitt. Südbayern und NRW profitierten am meisten von milden Temperaturen. Ob aber eine Kostenrückzahlung anstehe, hänge von anderen Faktoren ab.
Zum dritten Mal in Folge hat Deutschland einen überdurchschnittlich warmen Winter erlebt. Die Temperaturen lagen im Durchschnitt um 1,5 Grad über dem langjährigen Mittel. Daraus resultierend liegt der Heizenergieverbrauch um 14,1 Prozent unter dem Durchschnittsverbrauch der vergangenen 10 Jahre. Das geht aus einer Auswertung des Brunata-Metrona-Heizenergiemonitors hervor.
Der Blick in die einzelnen Regionen zeigt, dass der Verlauf des Winters und der korrespondierende Heizenergieverbrauch sich im Norden deutlich näher an den Durchschnittstemperaturen bewegten, so der Dienstleister für Heiz- und Wasserkostenabrechnung. In der Mitte und im Süden sei es dagegen überdurchschnittlich warm gewesen.
Entsprechend höher seien die Einsparungen beim Energieverbrauch ausgefallen. Südbayern (knapp 30 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (26,5 Prozent) lagen demnach am deutlichsten unter den durchschnittlichen Verbrauchswerten ihrer jeweiligen Region.
Erst kälter, dann wärmer
Auch die Heizperiode war zweigeteilt, erklärt Brunata-Metrona. Einer Phase mit Temperaturen deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt im September und Oktober seien überdurchschnittlich warme Monate von November bis Februar gefolgt. Da in den letzteren Monaten das Gros des jährlichen Heizenergieverbrauchs anfalle, stehe unter dem Strich ein sparsamer Winter.
Wie es weiter heißt, profitieren Nutzer von Ölheizungen zusätzlich vom anhaltend niedrigen Ölpreis. Dieser Faktor sei im vorherigen, ebenfalls sehr milden Winter, noch kaum zum Tragen gekommen. Das liege daran, dass sich die Brennstoffkosten aufgrund der Vorratshaltung in der Regel erst nach circa einem Jahr auf die Heizkosten auswirken.
Sonstige Nebenkosten als Faktor
Die nächste Jahresabrechnung könne also für viele Mieter beträchtliche Einsparungen bei den Heizkosten bringen. Ob unter dem Strich tatsächlich eine Rückzahlung stehe, hängt aber auch davon ab, wie sich die übrigen Nebenkosten entwickeln.
Die verbrauchsabhängigen Heiz- und Warmwasserkosten machten in der Vergangenheit circa zwei Drittel der gesamten Nebenkosten aus, schreibt das Unternehmen. Der Rest verteile sich beispielsweise auf Posten wie Grundsteuer, Müllabfuhr oder Hausmeistertätigkeiten.


