Der Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks (ZIV) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) haben ihre gemeinsame Erhebung zum energetischen Zustand des Heizungsanlagenbestandes veröffentlicht.
Diese wird jährlich durchgeführt und kommt auch für das Jahr 2015 wieder einmal zu dem Ergebnis, dass der deutsche Wärmemarkt, trotz seiner zentralen Bedeutung für die Energiewende, weit hinter seinen Möglichkeiten zurück bleibt: Noch immer gelten rund zwei Drittel aller zentralen Heizungsanlagen in Deutschland als veraltet und technisch ineffizient. Gerade einmal 17 % der insgesamt 21 Mio. Anlagen entsprechen dem Stand der Technik und koppeln gleichzeitig erneuerbare Energien ein.
Die Modernisierung des Bestandes geht noch immer zu langsam voran. Beim derzeitigen Modernisierungstempo würde es rund 30 Jahre dauern, die 8,7 Mio. Gas-Heizwertgeräte zu modernisieren. Bei den 5,1 Mio. Öl-Heizwertkesseln würde dies sogar über 90 Jahre dauern.
„Der größte Energieverbrauchssektor Deutschlands, der Wärmemarkt, weist mit Abstand die größten Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale auf. Würden die annähernd 14 Millionen veralteten Anlagen modernisiert, könnten 13 % des deutschen Energieverbrauchs eingespart werden“, so Andreas Lücke, Hauptgeschäftsführer des BDH. Die Bundesregierung wirbt bei Verbrauchern mit einem „Energiesparplan“ für alle und setzt auf Akteure wie das Schornsteinfegerhandwerk mit seinem bundesweit flächendeckenden Netzwerk an Experten für energieeffizientes Bauen und Sanieren. „Um die Wärmewende zum gewünschten Erfolg zu bringen, sollten sich endlich auch die Beratungsleistungen in den Förderprogrammen wiederspiegeln“, so Oswald Wilhelm, Präsident des Bundesverbandes des Schornsteinfegerhandwerks.
Klimaschutz braucht marktwirtschaftliche Wärmewende
BDH und ZIV sprechen sich für eine Verdopplung des Modernisierungstempos des veralteten Heizungsanlagenbestands aus. „Wer dieses für den Klimaschutz wichtige Ziel erreichen möchte, sollte nicht auf Technologieverbote, sondern auf eine marktwirtschaftliche Strategie setzen“, so Uwe Glock, Vizepräsident des BDH. Die beiden Verbände setzen auf die Doppelstrategie aus Energieeffizienz und erneuerbaren Energien. Sie verweisen darauf, dass bereits heute zur Verfügung stehende Heizungssysteme den Einsatz von fossilen Energieträgern deutlich reduzieren und zugleich den Einsatz erneuerbarer Energien ermöglichen.
